Schlagwort: Eswatini

Swaziland – Bei den gestrigen Parlamentswahlen im Zwergstaat, der auf Wunsch von König Mswati III. jetzt eSwatini heißt, waren nur Einzelpersonen zugelassen. Die Hälfte der 1,3 Mio. Bürger sind wahlberechtigt, aber einen Einfluss haben sie nicht. Die 59 Wahlkandidaten sind des Königs Gefolgsleute; weitere 10 und die Minister ernennt er selbst. Die Opposition nennt die Wahl eine Farce. Neben Parlament und Regierung kontrolliert Mswati auch die Justiz, die Verwaltung und die Sicherheitskräfte. Während er in unvorstellbaren Luxus schwelgt, leben zwei Drittel der Bewohner unter der Armutsgrenze, 29% sogar „in extremer Armut“.

Swasiland – Anlässlich des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit und seines eigenen 50. Geburtstags hat König Mswati III., der letzte absolute Monarch Afrikas, Swasiland in „Königreich von eSwatini“ umbenannt, um die letzten kolonialen Spuren zu löschen. Viele seiner Landsleute sind verärgert über ihren verschwenderischen Herrscher, weil Armutsbekämpfung wichtiger sei als Namen. Auch dass er das Jubiläum von September auf seinen Geburtstag vorgezogen hat, sorgt für Unmut. Der kleine Bergstaat zwischen Südafrika und Mosambik gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Strenge Anti-Terror Gesetze sorgen für die sofortige Niederschlagung regierungskritischer Proteste.

Swaziland – König Mswati III. plant, eine 157 Mio.Dollar teure Kathedrale mit Platz für 30,000 Gläubige bauen zu lassen. Ein von ihm einberufenes Komitee hat die Bevölkerung zu Spenden aufgerufen. Aktivisten verurteilen den Aufruf. Das kleine Swaziland ist sowieso eines der ärmsten Länder der Welt und hat wegen der zurzeit herrschenden Dürrekatastrophe den Notstand ausgerufen. Kirchliche und UNO Organisationen versehen bereits 200,000 Menschen, ein Sechstel der Bevölkerung, mit Lebensmitteln und Wasser. Mehr Hilfe wäre nötig, doch die berüchtigte Verschwendungssucht des Herrschers erschwert das Fundraising.

Swaziland – König Mswati III. hat, im Namen seiner älteren Halb-Schwester Lindiwe, den Brautpreis von 130 Kühen für deren Tochter entgegen genommen. Eine Swazi Prinzessin ist halt teuer. Während sein Vater, König Sobhuza II., 70 Frauen und 210 bekannte Kinder hatte, bringt es König Mswati III. bisher nur auf 14 oder 15 Gattinnen und 23 Kinder.

Swaziland – König Mswati III. hat seine Untertanen aufgefordert, das Land vor pro-demokratischen Gruppen zu schützen, die Swasiland im Ausland schlecht portraitieren würden. Auch mahnt er sie zu Bescheidenheit und Sparsamkeit an, obwohl 60% mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen müssen, während er und sein polygamer Haushalt in Luxus leben.

Swaziland – König Mswati III hat eigenhändig angeordnet, dass die Schulen des Landes geschlossen bleiben, „bis seine Felder gejätet sind“. Nach den langen Sommerferien sollte das Schuljahr am 20. Januar beginnen; jetzt wird es der 27. Januar sein. Grund: „ein nationales Event“. Die Lehrervereinigung vom Nachbarland Südafrika (Sadtu), schockiert über die Maßnahme, unterstützt die Swasi Lehrer in ihrem Kampf für mehr Gerechtigkeit. Diese wehren sich schon länger gegen Kinderarbeit und verlangen vom König freie Schulausbildung für alle Kinder und bessere Arbeitsbedingungen für sich selbst.

Die Polizei ging am 12. April mit Tränengas, Wasserwerfern, Gummigeschossen und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor, um den lange angekündigten aber dann verbotenen Marsch durch Manzini zu stoppen. Der Busverkehr wurde lahmgelegt und etwa 100 Personen verhaftet. Nach zwei Tagen wurden die Proteste abgebrochen, aber manche Aktivisten drängen auf weitere Kundgebungen, um den Rücktritt der Regierung, die Wiederzulassung der Parteien und ein menschenwürdiges Leben für alle zu erreichen.

Die Entrüstung der Nachbarn von Swasiland über den totalitären König Mwsati III wächst ständig. Gewerkschaften und politische Parteien sind im Königreich illegal. Die Menschenrechtslage verschlechtert sich, und Macht und Wohlstand sind in den Händen von Wenigen. Die Situation sei „schlimmer als in Simbabwe“. Unterstützt vom ANC und einigen Kirchen will die einflussreiche südafrikanische Gewerkschaft COSATU das Swasi Regime denunzieren und isolieren.

Ex-Minister und pensionierter Geschäftsmann Sipho Mambo hat vor einigen Jahren die Kambhoko Grundschule für Aidswaisen und traumatisierte Kinder errichtet. Es gibt kein Schulgeld aber zwei Mahlzeiten am Tag. WFP hilf mit Materialien, Großmütter bereiten das Essen. Aus unterernährten, gestörten Kindern sind frohe Menschen geworden. Die Schule gab und gibt neue Chancen und neue Hoffnung.

Der Aufruf zu internationalem Boykott gegen König Mswati III, der in Luxus lebt während sein Volk hungert, brachte wenig Erfolg. Mswati erschien unter den gekrönten Häuptern beim Jubiläumsdiner von Königin Elizabeth in Schloss Windsor, sehr zum Ärger von Exil-Swasi und Menschenrechtlern. Auch das Kulturfest in Mbabane war, trotz mancher Absagen, ein Erfolg. Die Swasi sind für von außen aufgedrängte Ratschläge nicht sehr empfänglich und sehen ihre Identität in dem traditionellen Führer.

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