Schlagwort: Elfenbeinküste

Die Wahlkommission hat die Oppositionspartei Ouattaras mit 54% der Stimmen zum Sieger erklärt, doch das Verfassungsgericht legt Widerspruch ein. Der amtierende Präsident Gbagbo hat die Veröffentlichung bis zuletzt zu verhindern versucht, weil er keine Niederlage annehmen will. Während sich die Lage zuspitzt, hat das Militär die Grenzen geschlossen und internationale Medienkontakte abgeschnitten. Christliche und muslimische Verantwortungsträger und die internationale Gemeinschaft rufen zur Einigung auf.

Zwei französische Direktoren der holländischen Firma Trafigura und acht ivorische Bürger wurden in Abidjan verhaftet und wegen Verantwortung für den Giftmüllskandal angeklagt. Die Firma behauptet, sie habe ihre ivorischen Partner korrekt beauftragt und bezahlt.

Kleinbauern der Kooperative “Bio Ivoire“ haben die ersten Ananas Ableger gepflanzt. Man erhofft sich Ende 2009 eine gute Ernte, die lokal fachmännisch verpackt den europäischen Markt versorgen soll.

Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die Konfliktparteien im Bürgerkriegsland Elfenbeinküste auf einen neuen Übergangsministerpräsidenten geeinigt. Der bisherige Chef der Westafrikanischen Zentralbank, Charles Konan Banny, soll das Land zu freien Wahlen im Oktober kommenden Jahres führen. Die Gespräche standen unter Schirmherrschaft der Afrikanischen Union.

Die französische Regierung hat die Entscheidung von UN-Generalsekretär Kofi Annan, die für den 30. Oktober geplanten Wahlen zu verschieben, kritisiert. Als Grund für die Verzögerung gibt die UN die mangelnde Kooperation der Konfliktparteien an.

Auf Druck von Thabo Mbeki will Präsident Ggagbo dem Oppositionspolitiker Allasane Ouattara erlauben, sich als Kandidat bei den Wahlen am 20. Oktober zu beteiligen. Der Ausschluss von Ouattara war einer der Gründe für die Rebellion der nördlichen Region.

Gegen Ex-Präsident Gbagbo und zwölf seiner engsten Mitarbeiter, darunter sein Sohn Michel Gbagbo und der ehemalige Ministerpräsident Paschal Affi N’Guessan, wurde Anklage erhoben wegen Korruption und Mitverantwortung für die Gewaltausschreitungen vor und nach den Wahlen, bei denen 3000 Menschen ihr Leben verloren. Anhänger von Präsident Alassane Ouattara, die an den Morden beteiligt waren, wurde bisher nicht angeklagt. Die UN-Friedenstruppen berichten von 26 außergerichtlichen Hinrichtungen durch die Armee.

Beim Besuch der Bischöfe des Landes im Vatikan rief Benedikt XVI. die Katholiken der Elfenbeinküste auf, sich aktiv am Versöhnungsprozess und am Aufbau demokratischer Strukturen zu beteiligen. Die Umsetzung von Friedensabkommen zwischen der Regierung und Rebellen, die nach wie vor den Norden des Landes besetzt halten, ist nicht in Sicht. Nur durch eine UN-Friedensmission wird bislang das Wiederaufflammen offener Gewalt verhindert .

Die Kontrollbehörde der Diamantenindustrie, der „Kimberley Prozess“ hat den Ankauf von Diamanten aus der Elfenbeinküste untersagt, da sich die Rebellen im Norden über Diamantenschmuggel finanzieren.

Der Sicherheitsrat der Afrikanischen Union (AU) hat beschlossen, die Übergangsperiode noch einmal für ein Jahr zu verlängern, nachdem die Entwaffnung der Milizen und die Vorbereitung für eine Wahl fehlgeschlagen waren. Präsident Laurent Ggagbo bleibt im Amt, soll aber einen Teil seiner Vollmachten an Premierminister Konan Banny abtreten.

Länder