Schlagwort: Botsuana

Sechs Buschleute wurden in der Kalahari Game Reserve wegen Jagen verhaftet. 2006 erkannte der Oberste Gerichtshof das Recht der Buschleute auf ihr angestammtes Land an und verurteilte die wiederholte Vertreibung, das Jagdverbot und die Zerstörung der Wasserzufuhr durch die botswanische Regierung, die dieses Gerichtsurteil bisher ignoriert hat.

Das Oberste Gericht in dem aufstrebenden doch männlich dominierten Land hat zum ersten Mal auch Frauen das Erbrecht zugesprochen. Klägerinnen waren drei ältere Schwestern, deren Neffe ihr Wohnhaus für sich beanspruchte. Die Verfassung, so der Richter, garantiere Gleichstellung der Geschlechter; deshalb sei das traditionelle Recht illegitim. Das Urteil ist ein willkommener Schritt für immer noch diskriminierte Frauen und könnte auch in Nachbarländern Signalwirkung haben.

Neben drei anderen Kandidaten wird der Gründer der botsuanischen Ureinwohnerorganisation First People of the Kalahari, Roy Sesana, den alternativen Nobelpreis erhalten. Er kämpfte für die Rechte der Bushmen, in ihre Heimat in der Kalahariwüste zurückkehren zu dürfen, aus der die Regierung sie vertrieben hat.

Der frühere Präsident Festus Mogae erhält die höchstdotierte Auszeichnung für eine Einzelperson für seine Verdienste um Botsuana während seiner Amtszeit. Mogae hat nach 10 Jahren vorbildlicher Regierungszeit sein Amt niedergelegt. Er kämpfte energisch gegen HIV/AIDS und nutze die Bodenschätze seines Landes zu nachhaltiger Entwicklung. Botsuana zählt zu den stabilsten Staaten Afrikas mit regelmäßigen Wahlen. Der Mo-Ibrahim-Preis ist mit 3,7 Millionen Euro dotiert.

Die Regierung bestreitet Pläne, Hunderte Buschleute von ihrem Land vertreiben zu wollen, um ein Wildreservat zu errichten. Die San, Jäger und Sammler mit wenig Kontakt zur Außenwelt, leben seit Generationen in diesem Gebiet. Laut einem Regierungssprecher wollen die meisten von ihnen umgesiedelt werden, weil ihr Land Ranyane als Korridor zwischen zwei bestehenden Reservaten gedacht ist.

Wegen der Wirtschaftskrise sollen vier Diamantenminen geschlossen werden, zwei davon nur vorübergehend. Die Regierung, zusammen mit dem größten Diamantenproduzent der Welt, De Beers, will Produktion an Nachfrage anpassen, Arbeitsplätze schützen und bereit sein für einen eventuellen Aufschwung. Nach Berichten des Kaufhauses Tiffany sank der Verkauf von Juwelen und Schmuck während der Festzeit um 24%.

Berichte und Fotos über einen hohen Beamten im Thüringer Umweltministerium, der in Botswana einen Elefanten erlegt hat und damit prahlte, haben in Deutschland, besonders bei der Opposition, einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Botswana hat inzwischen, wie schon einige andere Länder Afrikas, die Elefantenjagd als touristische Attraktion verboten. Allein im Jahr 2013 haben Wilderer 30,000 Dickhäuter erschossen.

Am 16. Oktober hoffen die Jungwähler, die mehr als ein Drittel aller Wahlberechtigten ausmachen, einen Machtwechsel herbei zu führen. Die regierende Partei (BDP) ist schon 44 Jahre an der Macht, hat ein politisch und wirtschaftlich stabiles Botswana geschaffen, wird aber von jungen Wählern als zu autokratisch eingeschätzt.

Botswana, der größte Diamantenproduzent der Welt will seine geförderten Diamanten künftig im eigenen Land versteigern, anstatt sie auf dem europäischen Markt zu verkaufen. Das Land hofft so Arbeitsplätze zu schaffen. „De Beers“ will später im Jahr seinen Handelssitz nach Gaborone verlegen.

Obwohl Botsuana, wie andere Staaten im südlichen Afrika, die durch Rajoelinas Coup geformte Regierung nicht anerkennt, sollen keine SADC Truppen eingesetzt werden so lange es keine Gewalt gibt. Rechtliche Anerkennung jedoch kann nur erfolgen, wenn Madagaskar eine demokratisch gewählte Regierung hat.

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