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Die Wahlkommission hat Amtsinhaber Patrice Talon mit 86 % der Stimmen in der ersten Runde zum Sieger der Präsidentschaftswahlen des Landes erklärt. Talon, ein Baumwoll-Tycoon, der 2016 zum ersten Mal gewählt wurde, hatte bei der Wahl am Sonntag zwei Konkurrenten, während die meisten seiner wichtigsten Gegner im Exil sind oder von der Kandidatur ausgeschlossen wurden. Einigen Oppositionsparteien boykottierten Wahl.

Am 11. April finden Präsidentschaftswahlen statt und die Lage ist angespannt. Der amtierende Präsident Patrice Talon wird wohl sein 2016 gegebenes Versprechen, nur eine Amtszeit zu haben, nicht einhalten. Im Dezember 2020 protestierte die Opposition gegen die Zusammensetzung der für die Organisation der Abstimmung zuständigen Stellen. Es wurde festgelegt, dass ein Kandidat*in für das Amt des Präsidenten die Unterstützung von 10% der Bürgermeister oder Abgeordneten braucht. Das Parlament setzt sich jedoch ausschließlich aus Abgeordneten der Partei des Präsidenten zusammen. Die Bischofskonferenz hat alle politischen Parteien und Institutionen gebeten, einen offenen Dialog „für eine friedliche, integrative, demokratische und transparente Präsidentschaftswahl“ zu führen.

Benin – Neun Matrosen des norwegischen Frachtschiffes „MV Bonita“ der Reederei J.J. Ugland wurden 15 km vor der Küste von Benin entführt, als die Piraten das das dort geankerte Schiff kaperten. Der Rest der Besatzung konnte das mit Gips beladene Schiff in den Hafen von Cotonou bringen. Während die Piraterie weltweit zurückgegangen ist, ist der Golf von Guinea in Westafrika nach wie vor für Entführungen durch bewaffnete Gruppen berüchtigt, die normalerweise Lösegeld für die sichere Rückkehr der Opfer verlangen. Im August wurden acht Besatzungsmitglieder eines deutschen Schiffes entführt, im Juli zehn türkische Segler.

Benin – Seit über 250 Jahren leben die Menschen um und auf dem fischreichen Nokoué-See im Süden des Landes. Es ist Afrikas größte Seengemeinschaft und Ganvié die größte ganz auf Stelzen gebaute Stadt. Auf der schmalen Landzunge, die den See vom Atlantik trennt, liegt Benins größte Stadt, Cotonou. Nun bedroht die zunehmende Verschmutzung durch alle möglichen Abfälle und Abwässer die Umwelt, Fauna und Flora, und die menschliche Gesundheit. Rettende Sanierungsarbeiten am Flussufer und Informationskampagnen haben begonnen. Die Wiederaufforstung degradierter Mangrovenflächen gibt Menschen und Tieren neue Hoffnung.

Benin – Obwohl es eine Vielzahl von Parteien gibt, waren bei den gestrigen Parlamentswahlen nur zwei regierungsnahe Parteien zugelassen. Die Opposition ist erbost und befürchtet ein Ende der Vorzeige-Demokratie, die Benin bis jetzt war. Auch die Verfassung des Landes ist solide und Vorbild für viele andere Länder geworden. Kritiker meinen, dass Präsident Talon den ruandischen Staatschef Kagame nachahmen will. Selten gab es so viele Demonstrationen in Cotonou wie in den Tagen vor der unfairen Wahl.

Benin – Früher zogen bei Anbruch der Dunkelheit Märchenerzähler durch die Gegend und fesselten die Menschen. Durch Fernsehen und Internet haben die Märchen an Bedeutung verloren. Es laufen verschiedene Initiativen, die Märchen und ihre Botschaft lebendig zu halten: Jugendliche tragen sie auf der Bühne vor; es gibt einen „Erzähl ein Märchen“ Tag; Freitags steht in Grundschulen „Märchenstunde“ auf dem Stundenplan. Und, damit sie in diesem digitalen Zeitalter nicht vergessen werden, werden Märchen in Sammelbänden festgehalten.

Benin – Talon hat die Wahl gewonnen; sein Kontrahent Zinsou, bis jetzt Premier, hat seine Niederlage eingeräumt. Die Amtsübergabe soll am 6. April sein. Talon ist mit Baumwolle, Benins wichtigstem Exportgut, reich geworden. Forbes gibt sein Vermögen mit 400 Mio. Dollar an. Talon gilt als tüchtiger Manager, dem die Bürger einen Bruch mit dem alten korrupten System zutrauen.

Benin – Nachdem die meisten der 33 Bewerber um das Präsidentenamt bei der ersten friedlich verlaufenen Wahl ausgeschieden sind, stehen sich in einer Stichwahl am 20. März der jetzige Ministerpräsident Lionel Zinsou, ein Bankier, und der Baumwollpraktikant Patrice Talon gegenüber. Seit dem Wechsel von Diktatur zur Demokratie in 1991 ist Benin verhältnismäßig stabil. Doch kämpft das Land, das vom Export von Baumwolle, Erdnüssen und Palmöl abhängt, gegen bittere Armut, gegen Jugendarbeitslosigkeit (fast die Hälfte der 11 Mio. Bürger sind unter 15 Jahre alt) und gegen Korruption. Drei Viertel der Bevölkerung sind Illiteraten, was dem neuen Staatschef enorme Anstrengungen im Bildungswesen abverlangt.

Papst Benedikt XVI. will vom 18. bis 20. November Benin besuchen. Anlass ist die Übergabe des Abschlussdokuments der Afrikanischen Bischofssynode vom Oktober 2009 an die Kirche Afrikas. Ein Besuch am Grab des früheren Kurienkardinals Bernard Gantin und ein Treffen mit Vertretern von Regierung, Gesellschaft und Kirche stehen auch auf dem Programm.

Auf einer Sitzung der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS übergab der ghanaische Präsident John Kufuor den Vorsitz an den Präsidenten des Benin, Mathieu Kerekou. Unter Kufuors Führung konnte die ECOWAS wesentlich dazu beitragen, die Bürgerkriege in Sierra Leone und Liberia zu beenden. Der ECOWAS gehören 15 Staaten mit einer Bevölkerung von 215 Millionen Menschen an.

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