logo Netzwerkafrika

Um im Kampf gegen Corona die Überbelegung der Gefängnisse zu reduzieren hat Präsident Mnangagwa 3000 Gefangenen eine Amnestie angeboten. Zur Zeit müssen 22.000 Straftäter sich mit dem Platz für 17.000 begnügen. Alle Frauen, die keine Gewalttaten verübten und ein Drittel ihrer Strafe verbüßt haben, sind in die Amnestie eingeschlossen. Wegen Mord, Verrat, Menschenhandel und Sexualverbrechen Verurteilte bleiben weiter  hinter Gitter, werden aber jetzt geimpft. Die Reduzierung der Insassen verringert auch die Unterhaltskosten der Gefängnisse. Die Gefahr, von Hunger und Krankheitsausbrüchen weggerafft zu werden, war immer präsent.

David Ngwerume, international anerkannter Künstler, hat eine Steinskulptur geschaffen, die für die Covid-19-Impfung wirbt. Die Skulptur mit dem Titel "Arme" besteht aus schwarzem und weißem Quellstein und zeigt einen Mann mit einer chirurgischen Maske, der seine Covid-19-Impfung erhält. Ngwerume sagt, dass er sich gezwungen fühlte, die Menschen zu ermutigen, sich impfen zu lassen. Bilder dazu
Simbabwe hat bisher (24.04.2021) 0,3% der Bevölkerung vollständig geimpft. Quelle:Our World in Data.

Nach den Angriffen von Aufständischen im letzten Monat hat der französische Energiekonzern Total (TOTF.PA) alle Mitarbeiter von seinem 20-Milliarden-Dollar-Projekt für Flüssigerdgas (LNG) abgezogen und dies mit höherer Gewalt begründet. Die Erklärung bedeutet eine schwerwiegendere Aussetzung und ermöglicht es Total, Auftragnehmern zu kündigen. Die Gewalt im März hat den Plänen von Total und dem Konkurrenten Exxon Mobil (XOM.N), der ebenfalls ein LNG-Projekt in Mosambik hat, einen Schlag versetzt. Sie wollten das Land zu einem großen LNG-Produzenten zu machen, der mit Australien, Katar, Russland und den Vereinigten Staaten konkurrieren kann; auch sollte es die Wirtschaft des Landes transformieren.

Ägypten hat die Strafen für weibliche Genitalverstümmelung (FGM) verschärft. Die Gesetzesänderungen beinhalten eine Erhöhung der Höchststrafe von 7 Jahren und ein Verbot für Ärzte, die an FGM beteiligt, sowie Gefängnisstrafen von 5 bis 20 Jahren, je nachdem, wer die Operation durchgeführt hat und ob sie bleibende Schäden oder den Tod verursacht hat. Die Gesetzesänderungen, müssen noch vom Präsidenten genehmigt werden. Nach einer UN-Umfrage (2016) haben sich fast 90 % der ägyptischen Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren einer Genitalverstümmelung unterzogen. Die Staats- und Regierungschefs der Welt haben sich verpflichtet, FGM bis 2030 zu beenden, aber die Praxis ist in Somalia, Mali, Gambia, Guinea-Bissau, Tschad und Senegal noch sehr verbreitet. Fragwürdig bleibt wie sehr die Gesetze umgesetzt werden.

Präsident Rajoelina wollte Corona mit einem Naturheilmittel besiegen. „Covid organics“ ist ein Kräuter Trunk auf Basis der Artemisia Pflanze und wird weitläufig ausgeteilt, ohne dass die Wirksamkeit der Mischung wissenschaftlich nachgewiesen ist. Doch die Infektionszahlen stiegen so stark und die Kritik wurde so laut, dass die Regierung sich als eines der letzten Länder der internationalen Covax Initiative angeschlossen hat, um Vakzine bat und nun auf das Eintreffen der versprochenen Impfstoffe wartet.  Inzwischen werden Schulen in Krankenhäuser umgewandelt. Aus Hotelzimmern werden Behandlungsräume. Sobald sie auch nur provisorisch eingerichtet sind, sind sie auch schon überfüllt. Noch hat die Impfkampagne für die 27 Millionen Einwohner des Inselstaates nicht begonnen.

Der südafrikanische Netflix-Film "My Octopus Teacher" wurde mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Der Film zeigt die monatelange Annäherung zwischen einem Taucher und einem Octopus – und führt in eine kaum bekannte Unterwasserwelt am Kap der Guten Hoffnung ein. Aus den tagtäglichen Begegnungen der beiden über ein Jahr hinweg entsteht eine ungewöhnliche Beziehung, in der Foster – ein erfahrener Filmemacher – am Leben des Tieres unmittelbar teilnimmt. Der Film ist schon in Südafrika ein großer Erfolg.  

Erzbischof Dr. Cyprian Kizito Lwanga ( 68) wurde nach seinem plötzlichen Tod  in der Krypta der Rubaga-Kathedrale beigesetzt. Er war eine politische Persönlichkeit und auch Vorsitzender des Gemeinsamen Christlichen Rates von Uganda (UJCC). Stephen Kaziimba, anglikanischer Erzbischof von Uganda, sagte, „er war die klare Stimme des Evangeliums, mit der er sich für die Armen und Unterdrückten einsetzte, sein Engagement für die Einheit der Christen und für Gerechtigkeit für alle wird uns sehr fehlen." Er galt als Kritiker von Alt-Präsident Yoweri Museveni und appellierte an die Regierungspartei NRM, sich zu ihren anfänglichen Idealen zu bekennen und den "üblen" Methoden der Vorgängerregime zu widerstehen.

Die Internationale Union der Generaloberinnen der Ordensgemeinschaften (UISG) arbeitet in Zusammenarbeit mit dem Global Solidarity Fund (GSF) an dem Projekt: „Ordensschwestern, setzen sich global für Menschenwürde und die Bewahrung der Schöpfung ein“. Ziel ist es, bestehende Initiativen besser zu vernetzen und professioneller zu arbeiten. Näheres dazu: https://www.globalsolidarityfund.org/

Jedes Jahr erkranken fast 230 Millionen Menschen an Malaria, etwa 400.000 sterben;  2/3davon sind Kinder unter 5 Jahren. Die meisten Todes- und Krankheitsfälle sind in Afrika zu verzeichnen. Forscher der Universität Oxford haben in einer Studie 450 Kinder in Burkina Faso mit dem Impfstoff "R21/Matrix-M" getestet und eine 77% Wirksamkeit erreicht. Dies weckt große Hoffnung. Die weiblichen Tiere der Anopheles-Mücke übertragen die einzelligen Parasiten beim Stechen ins Blut der Menschen. Von den verschiedenen Malariaerkrankungen ist Plasmodium falciparum am gefährlichsten. Die Impfung soll vor allem davor schützen. Die Anopheles-Mücken zeigen rasch wachsende Resistenzen gegen wirksame Insektizide und Medikamente. So sind insektizid - behandelte Moskitonetze immer noch der beste Schutz.

Die Deutsche Post und das Bundesentwicklungsministerium wollen kleine und mittlere Unternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländern verstärkt in den globalen E-Commerce-Markt einbinden. Schwerpunktmäßig sollen Unternehmen in afrikanischen Ländern gefördert werden - auch weil deren Liefer- und Versorgungsketten durch Corona stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Entwicklungsminister Gerd Müller sagt, "Wir starten in Marokko, Ruanda, Kenia, Ghana und der Elfenbeinküste. Über neue E-Commerce-Plattformen schaffen wir zudem neue Absatzmärkte weltweit. Das alles beschleunigt den Handel, schafft Transparenz und ermöglicht enorme Entwicklungssprünge. Wir legen dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Schulung sowie die Förderung von Frauen als Unternehmerinnen. Und wir setzen bewusst auf Digitalisierung. Denn nirgendwo schreitet die Digitalisierung schneller voran als in Afrika. Schon jetzt sind einige afrikanische Länder weiter als Europa - zum Beispiel beim bargeldlosen Bezahlen über das Smartphone".

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

­