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  • Afrika

Wir wünschen allen Gottes Segen in 2021

  • Republik Zentralafrika

Im Vorfeld der heiß umstrittenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen hat die Gewalt wieder stark zugenommen. Der amtierende Präsident Faustin-Archange Touadéra ist Favorit, hat aber in Anicet-Georges Dologuélé und dem ehemaligen Premierminister Martin Ziguélé starke Konkurrenz. Ob die Wahlen trotz der Gewalt überhaupt stattfinden würden, war bis zuletzt unklar. Opfer der Gewalt wurden auch drei Mitarbeiter der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“. Die Zählung der Stimmen ist noch nicht abgeschlossen.

  • Afrika

Die britische Regierung will nach dem Brexit im Januar Investitionen in Afrika ausweiten. Während eines UK-Afrika Gipfeltreffens im Januar 2020 konnte das Königreich Verträge über Investitionen in Höhe von 8 Milliarden Dollar mit 16 afrikanischen Ländern abschließen, die zollfreie Exporte nach Großbritannien garantieren. Dabei konkurrieren die Britten mit China, den USA, Brasilien und Russland, die die meisten Investitionen in Afrika tätigen. Im Januar 2021 tritt auch die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) in Kraft, die den interafrikanischen Handel mit Waren und Dienstleistungen verbessern soll.

  • Tansania

Präsident John Magufuli behauptet bisher, in Tansania gäbe es keine Covid Probleme und hatte deshalb auch keine Ausgangsbeschränkungen verhängt. Die Regierung veröffentlicht keine Statistiken über Covid Infektionen und will auch keine Impfstoffe importieren. Stattdessen soll ein in Madagaskar verbreitetes pflanzliches Artimisia als Medikament eingeführt werden., das aber klinisch noch nicht ausreichend untersucht ist. Marokko hat im Gegensatz 65 Millionen Impfstoffe aus China und Großbritannien bestellt, um 25 Millionen Bürger gegen Covid zu schützen. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zweite Welle jetzt auch Afrika erfasst. In Südafrika wurden 1 Million Fälle registriert.

  • Südafrika

Nachdem bekannt wurde, dass eine neue Variante des COVID-19-Virus, mit einer höheren Zahl von bestätigten Fällen, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen für das Wiederauftreten der Krankheit in Südafrika verantwortlich ist, haben mehrere Länder, darunter Deutschland, Saudi-Arabien, Israel, die Türkei und die Schweiz Flugreisen nach und aus Südafrika gestoppt. Die neue Variante, bekannt als 501.V2, unterscheidet sich von der in Großbritannien.

  • Republik Zentralafrika

Die Rebellengruppen werfen Präsident Touadéra vor, die für Sonntag geplanten Wahlen manipulieren zu wollen. 2013 war der christliche Präsident Bozizé von der überwiegend muslimischen Rebellengruppe der Séléka gestürzt worden. Die Regierung in Bangui bezichtigt den ehemaligen Staatschef François Bozizé, einen Putsch zu planen. Bozizé wies diese Anschuldigung zurück. Russland und Ruanda haben nach Angaben aus Bangui mehrere hundert Soldaten in die Zentralafrikanische Republik entsandt. Auch private russische Sicherheitsfirmen sind im Einsatz, um Präsident Faustin Archange Touadéra zu schützen. Russland hat sich seit 2018 im Land stark engagiert und Gold- und Diamanten- Konzessionen gesichert. Bewaffnete Gruppen kontrollieren 2/3 des Landes; rund ein 1/4 der 4,7 Millionen Einwohner sind auf der Flucht.

  • Kenia
  • Somalia

Kenianische Diplomaten haben 7 Tage Zeit, Somalia zu verlassen. Im Gegenzug werden somalische Gesandte aus Nairobi abgerufen. Zwischen den beiden Nachbarländern gibt es mehrere Streitpunkte: ein keilförmiges Seegebiet an der gemeinsamen Landesgrenze auf den Indischen Ozean ist umstritten; dort werden Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet. Die Beziehungen zwischen Kenia und der Republik Somaliland, das sich einseitig von Somalia unabhängig erklärt hat, sind ein Stein des Anstoßes. Jubaland, in der 2011 die kenianische Armee auf Bitte der damaligen somalischen Regierung einmarschierte, um die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab in Schach zu halten, ist ein weiterer Streitpunkt. Zahlreiche Somalier leben in Kenia

  • Simbabwe

Das Welternährungsprogramm (WFP) warnt vor einer Hungersnot. Etwa 6.9 Millionen Menschen sind betroffen. Ein Dürrejahr, zunehmender Hyperinflation und Folgen der Corona-Pandemie sind die Ursachen. Dabei blüht auch der Goldschmuggel. Durch den illegalen Handel entgehen dem Staat, schätzungsweise 100 Millionen Dollar pro Monat an Einnahmen. Die Goldproduzenten werden gezwungen, das, was sie abbauen, an die von der Zentralbank kontrollierte Firma Fidelity Printers and Refiners (FPR) zu verkaufen, seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1980 der einzige legale Käufer von simbabwischem Gold. Sie zahlt unter dem Marktpreis. Derzeit braucht man 105 simbabwische Dollar, um auf dem Schwarzmarkt einen Dollar zu kaufen, verglichen mit einem Marktwechselkurs von 82 Zimdollars für einen Greenback.

  • Burundi

Pierre Buyoya (71) ist aufgrund von Covid-19 Komplikationen verstorben. Der pensionierte Armee-Major war 13 Jahre an der Macht, nachdem er seine Vorgänger gestürzt hatte. Im Oktober wurde er von einem burundischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt, da er beschuldigt wurde, 1993 den ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes, Melchior Ndadaye, ermordet zu haben - was die Ermordung von schätzungsweise 300.000 Menschen zur Folge hatte. Er leugnete jegliches Fehlverhalten.

  • Kongo-RDC

Präsident Félix Tshisekedi hat die 16-monatige Koalition mit dem ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila beendet.  Im kongolesischen Abgeordnetenhaus gewann Tshisekedis Partei eine wichtige Abstimmung. Sie wählten Parlamentssprecherin Jeannine Mabunda ab, obwohl Kabilas Bündnis über eine Mehrheit von 350 der 500 Sitze verfügt. Präsident Tshisekedi wird jetzt erstmals seine eigene Regierung bilden können. Es bleibt abzuwarten, ob die 23 Jahre dauernde Herrschaft der Kabila-Dynastie an ihr Ende kommt.  

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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