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Die Afrikanische Union (AU) hat die Mitgliedschaft Malis als Reaktion auf den Militärputsch ausgesetzt und droht mit Sanktionen, falls eine zivil geführte Regierung nicht wiederhergestellt wird. Auch die Führer der 15 Mitglieder der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) hielten einen Notgipfel in Accra ab und setzten die Mitgliedschaft Mali aus. Das Militär hatte Interimspräsident Bah Ndaw und Premierminister Moctar Ouane verhaftet und zum Rücktritt gedrängt. Damit wurde der Übergang zu demokratischen Wahlen vereitelt. Die politische Lage in Mali ist instabil. Islamistische Gruppen mit Verbindungen zu Al-Kaida und der IS-Miliz kontrollieren weite Teile der Wüstenregion im Norden.

Die Sitzung des Panafrikanischen Parlamentes (PAP) musste wegen heftiger und gewalttätiger Auseinandersetzungen unterbrochen werden; direkt zu sehen im südafrikanischen Fernsehen. Die Gewalt brach während der Führungswahlen aus, als eine Reihe von Mitgliedern in heftige Auseinandersetzungen gerieten. Es gibt massive Meinungsverschiedenheiten zwischen einem Block von Ländern aus Westafrika und einem Block aus dem südlichen Afrika; letzterer möchte, dass der Präsident in einem Rotationsverfahren zwischen den verschiedenen Regionen Afrikas wechseln sollte. Die bisherigen Präsidenten kamen aus Westafrika. Das Panafrikanische Parlament ist der legislative Arm der Afrikanischen Union mit Sitz in Midrand (Johannisburg) in Südafrika. Es setzt sich aus Abgeordneten der nationalen Parlamente der AU-Mitgliedsstaaten zusammen.

Am 31. Mai wurden in 55 afrikanischen Ländern 4.826.891 Fälle von Covid-19 bestätigt. Gemeldete Todesfälle in Afrika erreichten 130.304. Am meisten betroffen sind: Südafrika  1.659.070 Fälle, Marokko (519.108), Tunesien (344.688), Äthiopien (271.345), Ägypten (261.666), Libyen (185.181) und Kenia (170.647). Südafrika hat striktere Maßnahmen erlassen, um die 3te Welle einzudämmen. Auf der interaktiven AllAfrica-Karte finden sie die neuesten Zahlen pro Land. Die Angaben wurden vom Center for Systems Science and Engineering (CSSE) an der Johns Hopkins University anhand von Statistiken der Weltgesundheitsorganisation und anderer internationaler Institutionen sowie nationaler und regionaler Gesundheitsämter zusammengestellt.

Die heutigen Wahlen nähren die Hoffnung von Somaliland, als unabhängiger Staat international anerkannt zu werden. Mit seiner 850 km langen Küste am Golf von Aden und dem Hafen von Berbera ist es geopolitisch ein wichtiger Ort. Am 18. Mai 1991 erklärte es sich einseitig mit eigenem Pass, eigener Währung, Flagge, Regierung und Armee für unabhängig. Die Bevölkerung wird auf 3,5 Millionen geschätzt. Hauptstadt ist Hargeysa. Völkerrechtlich ist die Republik Somaliland eine autonome Region von Somalia.

Die katholische Bischofskonferenz des Landes gab folgende Erklärung ab: „Wir verurteilen nachdrücklich die aktuelle Krise, die sich aus persönlichen Interessen ergibt, die weit entfernt von den Problemen der Bevölkerung und den Interessen Malis sind". Um „die gegenwärtige Krise zu beenden und einen sozialen Waffenstillstand auf den Weg zu bringen", rufen die Bischöfe zu einem „konstruktiven Dialog“ auf.

Präsident Edgar Lungu hat Wahlkampfveranstaltungen für die am 12. August angesetzten Wahlen verboten. Große Versammlungen würden das Risiko bergen, das COVID-19-Virus zu verbreiten.

Die Golden Veroleum Liberia (GVL), ein Palmöl-Unternehmen im Besitz von Singapur, unterzeichnete 2010 einen 65-jährigen Konzessionsvertrag mit der liberianischen Regierung und pachtete 220.000 Hektar Land in Grand Kru, Maryland, River Cess, River Gee und Sinoe, die größte vergebene Palmölkonzession des Landes. Doch die Menschen, die in diesen Gebieten leben, wussten nicht, dass ihr Land verpachtet worden war. Nachdem sie protestierten, kam es zu einem Abkommen:   die betroffenen Gemeinden unterzeichneten eine Absichtserklärung („memorandum of understanding (MoU)“ mit dem Unternehmen im Austausch für Arbeitsplätze und Entwicklung. Nach 3 Jahren Beschäftigung wurden nun 444 Arbeiter entlassen. Begründet wird der Schritt mit den Auswirkungen der Corona Pandemie und einem Preisverfall für Palmöl auf dem Weltmarkt. Nun haben sie alles verloren: Arbeit und Land.

"Frankreich hat eine Rolle, eine Geschichte und eine politische Verantwortung in Ruanda", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch am Gisozi-Denkmal von Kigali, das an den Genozid erinnert.1994 hatten radikale Hutus in kurzer Zeit mindestens 800.000 Angehörige der Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutus getötet. Frankreichs Rolle ist dabei umstritten, denn der damalige Präsident Francois Mitterrand, unterhielt engste Beziehungen zu der von extremistischen Hutu geführten Regierung.

Vor 9 Monaten gab es einen Militärputsch – nun das Gleiche nochmal. Nach einer Regierungsumbildung wurden Übergangspräsident Bad Ndaw und Regierungschef Moctar Ouane vom Militär festgenommen und sind nun zurückgetreten. Goïta, der den Rang eines Vizepräsidenten der Übergangsregierung innehat, warf ihnen vor, ihn bei der Regierungsumbildung übergangen zu haben und den Übergangsprozess "sabotieren" zu wollen. Assimi Goïta als auch sein Co-Putschist Sadio Camara werden mit Kontakten nach Russland in Verbindung gebracht, während Übergangspräsident Bah N'Daw zu Macrons Afrika-Konferenz geladen war. Auch China hat Interessen im Land und pflegt schon lange intensive Beziehungen. Der UN-Sicherheitsrat hat die Absetzung der Regierungsspitze verurteilt.

Am 25. Mai 1963 wurde die Organisation für Afrikanische Einheit, die Vorgängerorganisation der 2001 gegründeten Afrikanischen Union AU gegründet und ihre Charta von 30 afrikanischen Staaten unterzeichnet. Die Jugendabteilung der AU hat sich mit TikTok und Trace TV zusammengetan, um den Afrika-Tag mit einer halbmonatigen digitalen Kampagne unter dem Titel #IAmAfrican zu feiern. Das übergeordnete Ziel der #IAmAfrican-Kampagne ist es, das Jahresthema der AU Kampagne 2021 "Arts, Culture and Heritage; Building Levers For The Africa We Want" zu stärken. Die Kampagne ruft die Nutzer dazu auf, kreativ ihre Ansichten darüber auszudrücken, was sie zu stolzen Afrikanern macht, und zwar in verschiedenen Kategorien wie Mode, Make-up, Tanz, Essen und Musik.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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