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  • Republik Zentralafrika

Der Verfassungsgerichtshof bestätigt die umstrittene Wiederwahl (ca. 53%) von Faustin Touaderas, inmitten von Drohungen bewaffneter Gruppen, die Hauptstadt anzugreifen. Die Wahlen waren durch eine niedrige Wahlbeteiligung (ca. 35%) gekennzeichnet. Seit den Präsidentschaftswahlen eskalierten die Spannungen. Eine bewaffnete Allianz, die gegen die Wiederwahl Touaderas war, versuchte letzte Woche in die Hauptstadt Bangui einzudringen. Sicherheitskräfte, die von Friedenstruppen der Vereinten Nationen unterstützt wurden, schlugen den Angriff schließlich zurück.

  • Uganda

Nach offiziellen Angaben hat Präsident Yoweri Museveni (76) mit 58,6% die Präsidentschaftswahlen gewonnen; damit beginnt er seine 6te Amtszeit. Sein Herausforderer Bobi Wine kam auf 34,8%. Die Wahlbeteiligung lag bei um die 57 %. Es war einer der gewalttätigsten Wahlkämpfe.  Regierungskritiker wurden eingeschüchtert oder eingesperrt, Journalisten angegriffen und das Internet gesperrt. Mindestens 54 Menschen kamen ums Leben.

  • Ruanda

In den Monaten des Lockdowns nahm die Cyberkriminalität im Land massiv zu, mit einem 72% Anstieg der involvierten Geldbeträge. Die häufigsten Methoden sind Phishing (gefälschte E-mails), Vishing (Telefonanrufe) und Smishing (Betrug per SMS). Koordinierte Anstrengungen zwischen Finanzinstitutionen, Aufsichtsbehörden und Regierungsbehörden sowie Strafverfolgungsbehörden werden unternommen, um die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter verschiedener Institutionen auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

  • Republik Zentralafrika

Die Lage in Bangui ist angespannt, nachdem bewaffnete Rebellen am Mittwochabend einen koordinierten Angriff am Rande der Stadt gestartet haben, der erste seit den Wahlen am 27. Dezember. Er wurde von der UN-Mission und den Regierungstruppen abgewehrt.

  • Lesotho

Eine Covid-19-Katastrophe droht dem kleinen Königreich. Bis Mittwoch gab es 4.137 Fälle, gegenüber 2.137 am 1. Dezember. Das Land hat eine Bevölkerung von etwa 2 Millionen. Der internationalen Flughafen Moshoeshoe I in Maseru wurde bis 27. Januar für jeglichen Verkehr geschlossen. Damit ist das Land effektiv von Südafrika und damit vom Rest der Welt abgeschottet. Auf der südafrikanischen Seite sind die Landgrenzen für alle geschlossen, außer für Fracht und Personen mit Sondergenehmigung.

  • Ghana

Als sich die Gesetzgeber versammelten, um den Sprecher für das 8te Parlament der 4ten Republik Ghana zu wählen brach, aufgrund von Missverständnissen, über das Wahlverfahren, ein Spektakel aus. Es kam zu Handgreiflichkeiten, Beleidigungen, Zwischenrufe und noch schlimmer zu Stimmzettelklau. Die Auseinandersetzungen dauerten mehrere Stunden, bis die Armee einschritt. Das nationale Fernsehen übertrug das Drama live. Die Zusammensetzung des Parlaments ist eine Herausforderung, da jede Partei 137 Mitglieder hat und daher die Aktivitäten im Haus die meiste Zeit auf Zählungen beruhen müssen. Die Abgeordneten sind aufgerufen in einer Weise zusammenarbeiten, die den Menschen Entwicklung bringt und „Nie wieder sollte dies in unserem Parlament geschehen,“ so die lokale Presse.

  • Gambia

Die Vereinigte Demokratische Partei (UDP), fordert die Regierung auf die Sicherheitskontrollen am Hafen Banjul zu verstärken, nachdem die größte Menge von Drogen in der Geschichte des Landes beschlagnahmt wurden. Angeblich sind es über 2 Tonnen Kokain mit einem Straßenwert von über 88 Millionen US-Dollar. Dies ist für die UDP besorgniserregend, „denn es macht Gambia anfällig für die Infiltration durch internationale Gruppen des organisierten Verbrechens, … die sich auf ihre riesigen kriminellen Netzwerke stützen, die in Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aktiv sind."

  • Simbabwe

Harter Lockdown - ab sofort gelten weitreichende Ausgangssperren. Zwischen 18 Uhr und 6 Uhr dürfen die Bürger nicht mehr das Haus verlassen. Reisen zwischen den Städten sind verboten. Nicht notwendige Wirtschaftszweige müssen schließen. Die Polizei hat auch die öffentliche Besichtigung von Leichen und die Tradition, einen Leichnam vor der Beerdigung im Haus der Familie übernachten zu lassen, verboten. Familien dürfen nicht ihre toten Verwandten zwischen den Städten transportieren, ein Brauch, bei dem Familien die Toten für Bestattungsrituale und Zeremonien in ihre Geburtsgebiete bringen. Nach Angaben der Regierung wurden am 10. Januar 21.477 Fälle und 507 Todesfälle registriert, gegenüber den etwas mehr als 10.000 Fällen und 277 Todesfällen Anfang Dezember.

  • Ruanda

„Plea Bargain“ soll in diesem Jahr in Ruandas Strafverfahren zum Einsatz kommen. „Plea Bargain“ ist eine Vereinbarung in einem Strafverfahren zwischen dem Staatsanwalt und dem Angeklagten, bei der letzterer zustimmt, sich einer bestimmten Anklage schuldig zu bekennen, um im Gegenzug eine mildere Strafe zu erhalten. Plea Bargaining wird als eine der Strategien zur effektiven Bekämpfung der organisierten Kriminalität angesehen. Es wird davon ausgegangen, dass "Blea bargaining", ein gutes Mittel ist, um Drogenkartelle und Terrorzellen zu zerschlagen und grenzüberschreitende Verbrechen aufzuklären.

  • Afrika
  • Guinea

Der französisch-israelische Diamantenmagnat Beny Steinmetz, ein Milliardär, ist in der Schweiz vor Gericht erschienen. Die Schweizer Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, rund 10 Mill. Dollar an Bestechungsgeldern gezahlt zu haben, zum Teil über Schweizer Bankkonten, um die Rechte an Guineas Eisenerzvorkommen in den Simandou-Bergen zu erhalten. Er bestreitet, dass seine Firma BSGR Schmiergelder gezahlt hat, um im Jahr 2008 Genehmigungen für den Eisenerzabbau im Süden Guineas zu erhalten. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 10 Jahre Gefängnis. Zuvor war Steinmetz (64) in Abwesenheit von einem Gericht in Rumänien wegen Geldwäsche zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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