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Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Burundi. Das Land unterstützt mit einem Militärkontingent die Übergangsregierung von Somalia in Mogadischu. Islamistische Akteure haben mit Attentaten gegen Burundi und Uganda gedroht.
Die Militärchefs von Burundi und Uganda erhöhen die Zahl ihrer Soldaten in Somalia um jeweils 2.000. Die Armee der Übergangsregierung ist in schwere Kämpfe mit den islamischen al-Shabaab-Milizen verwickelt. Angeblich sollen im Rahmen der "Mission der Afrikanischen Union in Somalia" beide Länder schon 12.000 Mann entsand haben.
Die vor einigen Monaten abgehaltenen Parlaments – und Präsidentschaftswahlen haben, statt Stabilität nach all den Kriegsjahren, neue Angst gebracht. Die Opposition hatte boykottiert, und Präsident Nkurunziza war einziger Kandidat. Nun schüren die Leichenfunde und die sich häufenden Zusammenstöße zwischen Polizei und bewaffneten Gruppen für Unruhe in der Bevölkerung.
In einem Fluss westlich der Hauptstadt wurden 14 zum Teil verstümmelte Leichen gefunden. Die neue Gewalt, zusammen mit weiteren Attacken in den letzten beiden Wochen, lassen die Furcht vor einer neuen Rebellion aufkommen. Dabei ist Burundi noch mit der Aufarbeitung des zwölf Jahre andauernden Bürgerkriegs beschäftigt.
Bei den Präsidentschaftswahlen am 26. Juni war der Name des Amtsinhabers Pierre Nkurunziza ist der einzige auf den Stimmzetteln. Der Präsident erhielt 91,62% der Stimmen. Die Opposition hatte zum Boykott aufgerufen. Bis zu den manipulierten Kommunalwahlen im Mai lief der nach 13 Kriegsjahren initiierte Friedensprozess erstaunlich gut. Seitdem häufen sich Gewaltausbrüche, und die Furcht vor einem neuen Bürgerkrieg wächst.
Unbekannte Angreifer haben mehrere Handgranaten in der Hauptstadt Bujumbura detoniert, gerade zu Anfang der Wahlkampagne für die Präsidenten Wahl Ende des Monats. Sieben Menschen wurden verletzt. Die Wahlergebnisse der Regionalwahlen im Mai werden weitgehend abgelehnt und sechs Kandidaten haben sich zurückgezogen, so dass der amtierende Pierre Nkuruziza keinen Herausforderer hat.
Für zurück kehrende Flüchtlinge, die ihr früheres Land besetzt fanden, werden jetzt entlang der Grenze zu Tansania integrierte Dörfer errichtet. In diesen Friedensdörfern soll für Heilung und Versöhnung zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen gearbeitet und eine Eingliederung in die Nachbargemeinden angestrebt werden. Noch fehlt es an genügend Ackerland und Arbeitsmöglichkeiten. Das Entwicklungsprogramm der UNO (UNDP) plant verschiedene Einkommen generierende Projekte.
Die in Südafrika basierte Mobilfunk Firma Econet hat vergangene Woche ein wiederaufladbares Solar Hany auf den Markt gebracht und hofft, dass die Anzahl der Anwender sich bald auf 800,000 erhöhen wird. Das Gerät sei besonders wertvoll in einem Land, das unter häufigen Stromausfällen leidet.
Bei einer Audienz des burundischen Präsidenten Pierre Nkurunziza bei Papst Benedikt wurde eine Art Konkordat besprochen. Die Kirche leistet viel karitative Arbeit in Burundi, das im Welthunger-Index vor dem Kongo den zweitletzten Platz einnimmt.
Die 700 südafrikanischen Soldaten, die seit 2001 die Sicherheit im Lande gewährleisten, gehen in die Heimat zurück. Durch die Vermittlung von Nelson Mandela kam damals der Friedensprozess in Gang.  

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

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