logo Netzwerkafrika
Massives Eingreifen der Polizei verhinderte den geplanten Volksaufstand am Samstag. Die Polizei war den aushaltenden Demonstranten um ein Vielfaches überlegen. Nun fürchtet die Opposition, dass es zu einem Bürgerkrieg kommen könnte, wenn die Machthaber sich weiter gegen einen friedlichen demokratischen Wandel wehren. Doch die Menschen, in Erinnerung des letzten grausamen Bürgerkriegs, wollen keinen zweiten. Ob Präsident Bouteflikas Versprechen, den Ausnahmezustand zu beenden und der Opposition mehr Rechte zu zugestehen die Bevölkerung beschwichtigen kann, ist fraglich.
Der Film „Von Menschen und Göttern“ wurde von SIGNIS als bester europäischer Film 2010 ausgezeichnet. Er berichtet von den letzten Monaten der Mönche im algerischen Trappistenkloster Tibhirine. Regisseur Xavier Beauvois hat die wahre Geschichte als ein „reflexives Kunstwerk“ inszeniert.
Die in Algier tagenden Bischöfe aus Nordafrika beraten auch über die Geschehnisse in Tunesien und anderen Staaten der Region. Vincent Landel, Erzbischof von Rabat, Marokko, und Leiter der nordafrikanische Bischofskonferenz, meint dass auch die Rückkehr des Islamistenführers Rached Ghannouchi nach 20 Jahren Exil nicht die Errichtung einer islamistischen Regierung bedeuten muss.
Trotz des seit 1992 geltenden Ausnahmezustands gingen Algerier auf die Straße gegen politische Unterdrückung und für mehr Demokratie. Die Polizei hat die Demonstration gewaltsam aufgelöst. Es gab Verletzte und Festnahmen. Für den 9. Februar haben die Gewerkschaften zu einer Großkundgebung aufgerufen.
Weil die vier Konvertiten ohne offizielle Genehmigung einen Andachtsort errichtet haben, stehen sie nun vor Gericht. Einer von ihnen muss sich auch verantworten, illegal einen französischen Geistlichen beherbergt zu haben, der zur Gemeinde sprechen wollte. Dabei sagte der Premier letzten Monat vor dem Parlament, dass Algerien die Religionsfreiheit „immer garantieren“ würde.
Die Geheimdienstchefs vier nordafrikanischer Länder: Mali, Niger, Mauretanien und Algerien, trafen sich in Algier, um eine gemeinsame Aktion gegen Al Qaida zu planen. Andere Länder der Sahel Zone, die auch betroffen sind, sollten sich an der Operation beteiligen, doch erschweren die Streitigkeiten zwischen einigen Staaten die Zusammenarbeit.
Zum ersten Mal wurde am vorletzten Wochenende in Hippo, dem Bischofssitz des Gründers Augustinus, ein Augustinerbruder zum Priester geweiht. Der junge Priester stammt aus Peru und wird im damaligen Hippo Regius, nun Annaba, arbeiten, wo sich eine kleine Kommunität um das Zusammenleben mit der überwiegend muslimischen Bevölkerung bemüht und subsaharische Studenten betreut.
Vier Sahara Staaten, Algerien, Mali, Mauretanien und Niger wollen ein militärisches Hauptquartier in Tamanrassa, Südalgerien, einrichten, um gegen die regionale Bedrohung durch Al-Qaida vorzugehen und deren Terror Akte, Entführungen sowie Waffen – und Drogenschmuggel zu unterbinden.
Sieben nordafrikanische Staaten trafen sich diese Woche in Algier, um über den gefährlichen Anstieg von Al-Qaida Drohungen zu beraten. Sie wollen gemeinsam gegen den Terror vorgehen. Nach Somalia und Jemen scheint die Sahara, besonders das Gebiet um Maghreb, ein weiteres Rückzuggebiet zu sein. Von dort peilen die Al-Qaida Extremisten die Sahel Länder an. Der Islamisten Gruppe in Nord Nigeria sollen sie angeboten haben, ihre jungen Krieger auszubilden und zu bewaffnen.
Etwa 100 km östlich der Hauptstadt Algier sind Islamisten in das Gotteshaus einer evangelikalen Gemeinschaft eingedrungen, haben Bibeln zerstört und Kreuze geschändet. Eigentlich genießt die christliche Minderheit im Land Kultfreiheit, doch ist seit einem Gesetz von 2006 jede missionarische Tätigkeit untersagt.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

­