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Der Kontrakt mit der chinesischen Firma CSCEC ist unterzeichnet und Arbeit hat begonnen. In 42 Monaten soll das "einmalige" Gebetshaus in Algier direkt an der Küste fertig sein. Es soll ein 270m Minarett haben, 120,000 Gläubige fassen und eine Milliarde Dollar kosten. Die angeschlossene Bibliothek mit einer Million Bücher und Sitzgelegenheit für 2,000, sowie ein Museum und Forschungszentrum sollen weitere Attraktionen sein.
Die algerische Regierung wird scharf kritisiert, weil sie sich mehr um die Wahlen bemühe, als um die Notsituation. Dutzende Menschen sollen durch Hagel und Schneestürme umgekommen sein.
Zwei Spanier und ein Italiener sind aus dem Flüchtlingslager Rabuni, indem Sahrawi Flüchtlinge aus Westsahara Zuflucht suchen, wahrscheinlich von El Kaida entführt und als Geiseln nach Mali verschleppt worden.
Genau 30 Jahre nachdem der erste Tunnel gegraben wurde, soll die von Autos und Bussen verstopfte Stadt Algier ihre lang ersehnte U-Bahn erhalten. Die 9,5 km Algiers Metro soll am 1. November den Betrieb aufnehmen und als Tochtergesellschaft der Paris Metro laufen.
Präsident Bouteflika hat sein Versprechen bekräftigt im September eine Reihe von Gesetzen im Parlament einzubringen, um politische Reformen durchzusetzen. Unter Anderem soll eine 33-prozentige Frauenquote für Kandidatinnen bei Parlaments- und Kommunalwahlen eingeführt werden.  
Bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeistation in Tizi Ouzou wurden 29 Menschen verletzt. Kabylien ist eine der Hochburgen von Al-Kaida im Maghreb (AQIM).  
Etwa 80% der Angestellten des öffentlichen Dienstes haben sich dem landesweiten Streik angeschlossen. Fachärzte streiken seit zwei Wochen und Studenten seit Februar. Die von Präsident Bouteflika angekündigten Reformen lassen zu lange auf sich warten. Inzwischen hat Algerien angesichts der Besorgnis erregenden Lage im Nachbarland Libyen die Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze verschärft und eine sofortige Einstellung der ausländischen Militärintervention gefordert,
Präsident Bouteflika, der sich seit 2009 nicht mehr direkt an sein Volk wandte, hat am Wochenende anlässlich des 49. Jahrestages der Waffenruhe mit Frankreich eine Rede verlesen lassen. Ohne auf die anhaltenden Proteste einzugehen, kündigte er politische Reformen und die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wohnungen an. Die Jugendlichen, die sich per Facebook verabredet hatten, sich am Präsidentenpalast zu versammeln, wurden von der Polizei daran gehindert.
Bei den ersten Protesten hat die Polizei massiv eingegriffen um größere Ansammlungen zu vermeiden. Dann wurden Demonstrationen nur in der Hauptstad Algier verboten. Klugerweise hat die Regierung von Präsident Bouteflika die Notstandsgesetze aufgehoben. So wurden lediglich in kleineren Städten kleine Proteste registriert. Die Opposition selbst machte ernste Fehler: Zersplitterung der Gruppen, Mangel an Koordinierung und Beteiligung von unbeliebten älteren Oppositionellen. Nun haben die Jugendlichen für den 19. März eine Protestkundgebung angekündigt. Zu dem „Marsch der algerischen Jugend“ sind politische Parteien definitiv nicht eingeladen.
Das nach den ersten Aufständen gemachte Versprechen hat die Regierung heute offiziell eingelöst und den seit 19 Jahren geltenden Ausnahmezustand aufgehoben. Er wurde damals erlassen, um gegen die Islamisten vorzugehen. Durch die Aufhebung will die Regierung der Opposition entgegen kommen, um offene Aufstände wie in den Nachbarländern zu verhindern.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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