logo Netzwerkafrika
Bei gewalttätigen Demonstrationen gegen das Wahlergebnis sind in Addis Abeba von den Sicherheitskräften mindestens 24 Menschen erschossen und über 100 verwundet worden. Ministerpräsident Meles hatte vor den Wahlen ein einmonatiges Demonstrationsverbot erlassen.
Nachdem bei den Wahlen 36 Menschen bei Protesten umgekommen sind, hat Großbritannien ein Teil der Entwicklungshilfe eingefroren. Human Rights Watch (HRW) wirft der Regierung vor, Tausende von Personen willkürlich inhaftiert zu haben.
Nach Auszählung der meisten Stimmen hat die Wahlkommission vorläufige Resultate veröffentlicht. Dabei erhielt die Regierungspartei EPRDF 139 Sitze, die CUD 93 und die UEDF42. Umstrittene Ergebnisse in 64 Wahlkreisen werden noch untersucht. Im August werden die nomadischen Völker in der somalischen Provinz in mobilen Wahllokalen ihre Stimme abgeben.
Exsicherheitsminister Tesfaye Woldeselassie und Expolizeichef Legesse Belayneh wurden für schuldig befunden, Tausende von Regimekritiker in Foltercamps in der Phase des "Roten Terrors" gequält zu haben.
Die Wahlkommission klagt die Wahlbeobachter der EU an, ihr Mandat verletzt zu haben und durch Behauptungen, die jeder Grundlage entbehrten, die Gewalttätigkeiten nach der Wahl mitverursacht zu haben.
Nach den entgültigen Ergebnissen der Wahlkommission hat die Regierungspartei von Präsident Meles Zanawi EPRDF bei den Parlamentswahlen 327 der 547 Sitze und damit eine Mehrheit von 59% im Parlament errungen. In mehreren Bezirken mussten die Wahlen wegen Unregelmäßigkeiten wiederholt werden. Die Wahlbeteiligung lag bei 90%.
Premierminister Zenawi Meles hat sich bereit erklärt, mit der Oromo Befreiungsbewegung (OLF) Verhandlungen aufzunehmen. Die Oromo sind mit 70 Millionen die größte Volksgruppe Äthiopiens.
Hunderte von äthiopischen Juden sind in einen Hungerstreik getreten, um ihre Ausreise nach Israel zu erzwingen, auf die sie seit acht Jahren warten. Die Falasha Mura führen ihre Ursprünge auf König Salomon zurück.
Die Polizei hat 43 Mitglieder von Oppositionsparteien verhaftet und angeklagt, einen Regierungssturz zu planen. Die Opposition hat für den Samstag zu einer Großdemonstration aufgerufen.
Öl und Gas machten Äquatorial Guinea eines der reichsten Länder Afrikas, aber der Reichtum konzentrierte sich auf einige wenige. Die Armut der Bevölkerung blieb. Auf dem letzten UNO Index der Menschlichen Entwicklung nahm Äquatorial Guinea Platz 136 von 187 ein. Weil das Land nun unabhängiger vom Öl – und Gasexport werden will, braucht es Investoren, die sich begrenzt im Land umschauen dürfen. Die Privatinvestoren könnten zu einer diversifizierteren Wirtschaft verhelfen. Dann könnten auch die Ressourcen zugunsten der Bevölkerung in Bildung und Gesundheit investiert werden.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

­