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Das malawische Parlament hat den ersten gewählten Albino-Gesetzgeber des Landes. Overstone Kondowe wurde für "Nkhotakota North East Contituency” ins Parliament gewählt. In einigen afrikanischen Ländern werden Menschen mit Albinismus als Menschen zweiter Klasse gesehen. Für Körperteile der Betrffenen werden horrende Summen bezahlt, da ihnen in der traditionellen Medizin magische Kräfte zugeschrieben werden. In Malawi leben 134636 Menschen mit Albinismus. Kondowe freute sich über seine Wahl und sagte: «Mein Wahlsieg ist ein klarer Beweis dafür, dass die Menschen ihre Einstellung ändern.»

Der südafrikanische Minister im Präsidialamt Mondli Gungubele verkündigte, die Regierung hat beschlossen, ein mehr als 10 Jahre altes Programm, das rund 300 000 Simbabwern erlaubte, im Land zu leben und zu arbeiten, zu beenden und die „ZSP-Genehmigungen“ nicht zu verlängern. Die Inhaber haben 1 Jahr Zeit, andere Visa zu beantragen. "Nach Ablauf dieser 12 Monate müssen diejenigen, die nicht erfolgreich sind, die Republik verlassen oder werden abgeschoben ", so Gungubele. In Südafrika leben 3 Mill. Migranten in einer Bevölkerung von 60 Millionen. Viele von ihnen sind Simbabwer, die durch zwei Jahrzehnte politischer Unterdrückung und wirtschaftlichen Zusammenbruchs in den Süden getrieben wurden. Die Mehrheit von ihnen hat keine Papiere, und das ZSP gilt nur für diejenigen, die sich bei seiner Einführung 2009 registriert haben. Die südafrikanische Regierung befürchtet unkontrollierbare fremdenfeindliche Übergriffe auf Simbabwer, sobald sie die Verlängerung der „ZSP-Genehmigungen“ bekannt gegeben hätten. "Das wird zu einer humanitären Katastrophe führen", sagt Sharon Ekambaram, Leiterin des Programms für Flüchtlings- und Migrantenrechte bei Lawyers for Human Rights in Johannesburg. "Es ist eine sehr unmenschliche Entscheidung."

Der Aufruhr gegen chinesische Investoren hört nicht auf. Von Muvuradonha in Mashonaland Central bis Mutoko in Mashonaland East werden chinesische Gold-, Chrom- und Granitabbauunternehmen beschuldigt, empfindliche Landschaften zu zerstören und zu versuchen, Tausende von Dorfbewohnern von ihrem angestammten Land zu vertreiben. In Mutorashanga sind chinesische Investoren, die Chrom abbauen, mit der Gemeinde aneinandergeraten, weil sie versuchen, Wasser aus dem "heiligen" Green Pool zu entnehmen. Der „Green Pool“ bildete sich nach dem Einsturz eines Asbestschachtes im Jahr 1964, bei dem 68 Arbeiter des Steinbruchs Ethel Mine ums Leben kamen. Für die Bevölkerung ist die Entnahme von Wasser aus diesem Becken gleichbedeutend mit einer Störung der heiligen Chinhoyi-Höhlen; beides sind auch wichtige Tourismusziele.

Der chinesische Außenminister Wang Yi traf in Dakar im Vorfeld der 8. Ministerkonferenz des Forums für chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit (FOCAC) mit seinen Amtskollegen aus Sierra Leone, Simbabwe und Mosambik zusammen. 2000 gründete China FOCAC, dem 44 afrikanische Länder und 17 internationale Organisationen angehören. Beim diesjährigen Treffen wird eine gemeinsame Antwort auf COVID-19, sowie der Kurs für die Beziehungen zwischen China und Afrika für die nächsten 3 Jahre und darüber hinaus festgelegt. Seit 2009 ist China der wichtigste Handelspartner Afrikas. China importiert hauptsächlich Rohstoffe und Edelmetalle (Erdöl, Flüssiggas, Eisenerz, Kupfer, Gold, Kobalt etc.) und exportiert Konsum- und Investitionsgüter, (Hightech-Produkte, Smartphones, Textilien, Fahrzeuge und Maschinen). Wegen steigenden Lohnkosten, verlagern chinesische Firmen Teile ihrer Produktion auch in afrikanische Länder. Laut Schätzungen sind inzwischen mehr als 10.000 chinesische Firmen in Afrika tätig und beschäftigen mehrere Millionen Afrikaner. China ist nach Russland der zweitgrößte Waffenlieferant und baut seine militärische Präsenz immer weiter aus. In Dschibuti existiert seit 2017 die erste chinesische Marinebasis außerhalb Chinas.

2017 unter Präsident John Magufuli wurden schwangere Mädchen von staatlichen Schulen verweisen und ihnen verboten nach der Geburt in den Unterricht zurückzukehren. Präsidentin Samia Suluhu Hassan bemüht sich von einigen Maßnahmen ihres Vorgängers abzurücken; Bildungsministerin Joyce Ndalichako, erklärte nun, dass "schwangere Schülerinnen nach der Entbindung weiter zur Schule gehen dürfen".

Nach einem Bericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) ist West- und Zentralafrika die Region mit der höchsten Anzahl von Kindersoldaten weltweit und den meisten minderjährigen Opfern sexueller Gewalt. Seit 2016 ist die Region von zunehmenden Konflikten betroffen, in denen mehr als 21.000 Kinder von Regierungstruppen und bewaffneten Gruppen rekrutiert wurden. Darüber hinaus wurden in den letzten 5 Jahren mehr als 2.200 Kinder als Opfer sexueller Gewalt bestätigt. In der Zwischenzeit wurden etwa 3.500 Kinder entführt und es gab mindestens 1.500 Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser. In konfliktbetroffenen Ländern wie Burkina Faso, der Zentralafrikanischen Republik, Kamerun, Tschad, Kongo, Mali, Mauretanien und Niger hat die Gewalt verheerende humanitäre Folgen für Kinder und Gemeinden, und die Pandemie hat die Situation noch verschlimmert, so die UN.

Frankreich rät seinen Bürgern, Äthiopien "unverzüglich" zu verlassen. Auch Deutschland forderte seine Staatsbürger auf, das Land mit den ersten verfügbaren kommerziellen Flügen zu verlassen, nachdem die USA und das Vereinigte Königreich in den letzten Wochen ähnliche Ratschläge erteilt hatten, um die sich verschlechternde Sicherheitslage zu verdeutlichen. Die tigrayanischen Streitkräfte behaupteten, dass sie sich der Hauptstadt Addis Abeba nähern würden. Beamte in Addis Abeba betonten jedoch, dass die Sicherheitskräfte, darunter auch Jugendgruppen, daran arbeiten, den Frieden und die Stabilität in der Hauptstadt zu gewährleisten, und rieten der diplomatischen Gemeinschaft, sich keine Sorgen zu machen. Die Regierung hat einen sechsmonatigen Ausnahmezustand ausgerufen. In weiten Teilen Nordäthiopiens herrscht eine Nachrichtensperre, und der Zugang für Journalisten ist eingeschränkt, so dass Behauptungen über Kampfhandlungen nur schwer zu bestätigen sind. Die Staats- und Regierungschefs Südafrikas und Kenias fordern die rivalisierenden Parteien auf, sich zu einem sofortigen Waffenstillstand und einem politischen Dialog zu verpflichten.

Nach den Terroranschlägen in Kampala, wo drei Selbstmordattentäter Sprengstoff detonierten und sich und 3 weitere Menschen töteten, ist auch Kenia in Alarmbereitschaft, besonders da 3 wegen terroristischen Anschlägen Verurteilte aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Nairobi geflohen sind. Gerade zu der Zeit war der US Außenminister Antony Blinken zu regionalen Sicherheitsgesprächen mit Präsident Uhuru Kenyatta in Kenia.

Südafrika erlebt einen starken Anstieg in Gewaltkriminalität: Tötungsdelikte (auch von Kindern) und Vergewaltigungen. Die Polizei meldet von Juli bis September 6100 Morde, 20,7% mehr als im selben Zeitraum letztes Jahr. Es wurden 9556 Vergewaltigungen gemeldet, ein Anstieg von 7,1%. Die Dunkelziffer ist viel höher. Polizeiminister Bheki  Cele beschreibt die sexuelle Gewalt als „eine Schande und zutiefst verstörend“. Präsident Cyril Ramaphosa hat alle Männer aufgerufen, sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu stellen. Der diesjährige 16-tägige Aktivismus gegen sexuelle und häusliche Gewalt, der diese Woche beginnt, soll „über bloße Worte hinausgehen“.

Präsident Dr. Julius Maada Bio hat den Global Pledge on Media Freedom unterzeichnet. Damit verpflichtet sich die Regierung, die Medienfreiheit im Land zu verbessern und international mit der Media Freedom Coalition zusammenzuarbeiten. Er versicherte, dass 130 registrierte Zeitungen, 165 registrierte Radiosender und 42 registrierte Fernsehsender frei tätig sind und es keinen Journalisten gibt, der wegen seiner journalistischen Tätigkeit im Gefängnis sitzt. Die „Coalition“ hat derzeit 47 Mitglieder, darunter aus Afrika: Botsuana, Ghana, Seychellen, Sudan.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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