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Der Oberste Gerichtshof hat die Neuauszählung der Stimmzettel angeordnet, die in 15 Wahllokalen während der Präsidentschaftswahlen vom 9. August 2022 abgegeben wurden und gab so dem Antrag des Präsidentschaftskandidaten und ehemaligen Premierministers Raila Odinga und seines Amtskollegen Matha Karua statt; es betraf 15 Wahllokale in vier Bezirken - Kericho, Nandi, Nyandarua und Mombasa.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz IKRK teilte am 30. August, dem „Tag der Verschwundenen“ mit, dass 40% aller 60.000 gemeldeten Fälle verschwundener Personen auf dem afrikanischen Kontinent Kinder sind. Die Dunkelziffer könnte viel höher sein. Gründe für die hohe Zahl vermisster Kinder sind die 35 bewaffneten Konflikte, deren Kämpfer Kinder entführen oder anlocken, sowie die Migration vieler Menschen durch die Sahara und das Mittelmeer nach Europa. Wie viele Kinder im Wüstensand verscharrt oder im Meer ertrunken sind wird man nie wissen. Die unbegleiteten Kinder sind oft Angst, Ausbeutung, Gewalt und großer psychischer Belastung ausgesetzt. Am 25. Mai gibt es einen extra „Welt Tag der verschwundenen Kinder“.

Die Kairoer U-Bahn, die sich auf eine Bevölkerung von 20 Mio. einstellen muss, hat die ersten Frauen rekrutiert, eine Neuheit in einem Land, in dem nur 14,3% der Frauen formelle Beschäftigung haben. Die Öffentlichkeit reagiert mit Staunen oder Missbilligung. Die beiden ersten Frauen selbst, die die anspruchsvollen Tests bestanden haben, sind stolz und glücklich, fühlen aber auch die Verantwortung, täglich Tausende von Passagieren zu transportieren. Obwohl die in 1987 erbaute U-Bahn von Kairo die älteste in der arabischen Welt ist, kamen die Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen sehr spät. Die erste weibliche Lokführerin in Afrika und der arabischen Welt wurde in 1999 die Marokkanerin Saida Abad.

Dank eines Pilotprogramms der kamerunischen Regierung und des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), wurden 6.000 Flüchtlingen aus der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) biometrische Ausweise ausgestellt. Jetzt, da sie die Personalausweise haben, haben die Zentralafrikaner im östlichen Lager Gado-Badzéré und in der Gegend von Mandjou Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitsversorgung und können sich ohne Angst vor Verhaftung fortbewegen. Die Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik hat nach Angaben des UNHCR mehr als 700.0000 Menschen gezwungen, das Land zu verlassen, seit Rebellen 2013 den damaligen Präsidenten François Bozizé entmachteten. Etwa die Hälfte von ihnen hat im benachbarten Kamerun Zuflucht gefunden, vor allem in den östlichen und nördlichen Regionen. Ohne einen legalen Ausweis sind Flüchtlinge auf dem ganzen Kontinent oft Diskriminierung und Missbrauch ausgesetzt, sagen Menschenrechtsgruppen.

Die in Somalia ansässige, mit Al-Qaida verbundene militante islamistische Gruppe Al-Shabaab hat eine neue Drohung gegen Kenia ausgesprochen. Die Gruppe erklärte, sie werde weiterhin kenianische Städte angreifen, solange kenianische Truppen in Somalia sind. Wenn die kenianische Regierung ihre "Invasion" in muslimische Gebiete fortsetzt, wird sie auch innerhalb Kenias zuschlagen. Al-Shabaab kämpft seit mehr als 15 Jahren gegen die somalische Regierung und die AU-Friedensmissionen im Land. Im April 2020 wurde berichtet, dass die Aktivitäten der militanten Gruppe in den kenianischen Küstenregionen und im Nordosten des Landes offenbar zugenommen haben, wo sie einheimische Rekruten einsetzt, um durch Erpressung, illegale Besteuerung und sogar Raub Millionen von Schilling einzutreiben.

In den von Dürre heimgesuchten Teilen der Region am Horn von Afrika droht die fünfte Regenzeit in Folge auszubleiben, was die Krise in der Region verschärfen und Millionen von Menschen in den Hunger treiben wird, so die Organisationen der Vereinten Nationen. Vor allem in den von der Dürre betroffenen Gebieten Äthiopiens, Kenias und Somalias werden bis zum Jahresende deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen erwartet. Es ist die längste Dürre seit 40 Jahren.

Präsident Joao Lourenco hat eine zweite Amtszeit gewonnen, nachdem er zum Sieger der Wahlen vom 24. August erklärt worden war. Die Wahlkommission (National Electoral Commission CNE) teilte mit, dass die Partei des Amtsinhabers Joao Lourenco 51,17 % der Stimmen gegenüber 43,95 % für die oppositionelle UNITA erhielt. Der CNE registrierte etwa 14,3 Millionen Wähler. Angolaner, die im Ausland leben, durften zum ersten Mal ihre Stimme aus dem Ausland abgeben. Die Wahlen galten als die am härtesten umkämpften Wahlen seit Jahrzehnten.

Während des Gipfeltreffens der Regierungschefs der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika SADC vom 17. bis 18. August in Kinshasa löste der kongolesische Präsident den Malawier Lazarus Chakwera ab. Neben aktuellen lokalen Problemen konzentrierten die Staatschefs sich auf die Bestrebungen der SADC, „die eine industrialisierte, friedliche, integrative, mittlere bis zu einer einkommensstarken Region vorsehen, in der Bürger nachhaltiges wirtschaftliches Wohlergehen genießen“.

Mosambik soll von der Weltbank $300 Millionen US$ erhalten. Es ist die erste Finanzhilfe seit 2016, nach dem verdeckten Schuldenskandal, der Mosambiks schlimmste Finanzkrise seit der Unabhängigkeit auslöste. Die neuen Gelder sollen, laut Finanzminister Max Tonela, für Gesundheit, Bildung, Sozialschutz sowie Energie und Trinkwasser verwendet werden, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Die Weltbank respektierte die Bemühungen der Regierung, die Transparenz im öffentlichen Sektor zu verbessern. Bei dem Skandal ging es um 2,7 Milliarden US Dollar an nicht offengelegten Staatsschulden -  Geld, das die Regierung für die Thunfischindustrie und eine maritime Sicherheitsflotte geliehen hatte, das aber teilweise an korrupte Beamte ging. Noch immer stehen 19 Angeklagte vor Gericht, bestreiten aber jegliches Fehlverhalten.

Die 18-jährige Pfadfinderführerin Dounia Bouhelassa soll dutzende Kinder aus einem Park in der Stadt El Kala gerettet haben. Die Gruppe wurde bei einem Waldspaziergang plötzlich von Flammen umhüllt. 8 Scouts wurden bei der Rettung verletzt; Dounia  starb an den erlittenen Verbrennungen und wird in den algerischen sozialen Medien als Heldin gefeiert. In den zum Teil noch wütenden Waldbränden sind bis jetzt 43 Menschen umgekommen. Etwa 200 wurden verletzt. Die Brände zerstörten weite Teile des UNESCO Biosphärenreservats und beschädigten etwa 10.000 Hektar des Nationalparks.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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