logo Netzwerkafrika

Der Sudan setzt seine Mitgliedschaft im nordostafrikanischen Block IGAD aus. IGAD hat versucht, den seit neun Monaten andauernden Krieg zwischen der sudanesischen Armee und der rivalisierenden paramilitärischen Gruppe der Rapid Support Forces (RSF) zu beenden. Die sudanesische Regierung kritisierte IGAD, weil sie den Chef der RSF zu einem Gipfel eingeladen hatte. Die Zwischenstaatliche Behörde für Entwicklung (IGAD) wurde 1996 gegründet und besteht aus acht Staaten - Kenia, Uganda, Dschibuti, Äthiopien, Eritrea, Sudan, Südsudan und Somalia.

Die zunehmenden Probleme des britischen Ölkonzerns Shell mit Pipeline-Sabotage, Gerichtsverfahren und Umweltschäden gegen die Tochtergesellschaft Shell Nigeria könnten einige der Gründe dafür sein, dass der Konzern seine fast einhundertjährige Tätigkeit im nigerianischen Onshore-Öl- und Gassektor beendet. Das Unternehmen hat sich bereit erklärt, die Tochtergesellschaft Shell Nigeria für bis zu 2,4 Milliarden US-Dollar an ein Konsortium aus fünf überwiegend lokalen Unternehmen zu verkaufen. Der britische Energieriese leistete seit den 1930er Jahren Pionierarbeit im nigerianischen Öl- und Gasgeschäft.

Der Präsident der Komoren, Azali Assoumani, ist in einer von der Opposition als "betrügerisch" bezeichneten Wahl für eine vierte Amtszeit wiedergewählt worden. Er erhielt 63 % der Stimmen, wie die Wahlbehörde Ceni mitteilte. Die Wahlbeteiligung war jedoch aufgrund eines Boykotts der Opposition gering - nur 16 % der Wähler nahmen an den Präsidentschaftswahlen teil. Die Oppositionskandidaten behaupteten, dass die Stimmzettel zugunsten von Assoumani gefälscht und die Wahllokale vorzeitig geschlossen worden seien. Der Präsident hat die Behauptungen der Opposition zurückgewiesen. Bei den Präsidentschaftswahlen am 14. Januar traten sechs Kandidaten an.

CARE International informiert über die zehn am wenigsten berichteten humanitären Krisen des Jahres 2023 und kommt zu dem Schluss, dass - im zweiten Jahr in Folge - alle zehn in Afrika liegen. Die Liste beinhaltet folgende Länder: Angola (Landminen und Hunger), Sambia (Dürre und Überschwemmung), Burundi (Flüchtlinge und Hunger), Senegal (Hitze bringt Hunger), Mauretanien (Dürre, Überschwemmungen und Instabilität), Zentralafrikanische Republik (Gewalt und Armut), Kamerun (Klimakrise und Konflikt), Burkina Faso (Gewalt und Vertreibung), Uganda (Armut und Klimawandel), Simbabwe (Hunger und Krankheit). CARE sagte abschließend: "Vom Konflikt in Angola bis zum Klimawandel in Simbabwe - jeder Eintrag in diesem Bericht steht für zahllose menschliche Tragödien, die sich im Schatten der Weltöffentlichkeit abspielen".

Lucara Diamond Corporation hat in der Karowe-Diamantenmine einen 166 Karat schweren Diamanten gefunden.  Der Diamant ist der 328. Stein über 100 Karat, der seit 2012 gefunden wurde. Der Minenbetreiber betont, dass dies die wirtschaftlichen Gründe für die Investition in das Untertage-Erweiterungsprojekt begründet, sodass die Lebensdauer der Mine bis mindestens 2040 verlängern wird.

Nachdem der burundische Präsident Evariste Ndayishimiye vor zwei Wochen Ruanda beschuldigt hatte, hinter einem Angriff im Süden Burundis zu stecken, bei dem Zivilisten von militanten "Red Taraba"-Kämpfern getötet worden sein sollen, erfolgte nun die Schließung der Grenze zwischen den beiden Ländern. Ruanda hat jegliche Beteiligung an dem Angriff oder Verbindungen zu den Militanten, die im unbeständigen Osten der Demokratischen Republik Kongo stationiert sind, bestritten.

In Kinshasa haben Überschwemmungen Chaos angerichtet: Das Wasser drang in die Häuser ein, und die Bewohner mussten die überfluteten Straßen mit dem Kanu befahren. Es kommt immer wieder zu Überschwemmungen, aber in diesem Jahr ist der Kongo-Fluss über 6,26 Meter gestiegen und hat damit den Pegelstand des Rekordhochwassers von 1961 erreicht. Der überlaufende Fluss Kongo, der einen Großteil des Landes durchquert, hat auch Orte außerhalb der Hauptstadt überflutet. Nach offiziellen Angaben sind in den letzten Monaten mehr als 300 Menschen bei Überschwemmungen ums Leben gekommen.  Auch in Kongo-Brazzaville führte der Fluss zu Überschwemmungen und Chaos.

Nach dem Angriff der Hamas auf Israel, der Ermordung von 39 Thailändern und der Geiselnahme von weiteren, sind tausende asiatische Erntehelfer aus Israel geflüchtet. Nun wirbt das Land Farmarbeiter von Afrika an, wo „die Not größer ist als die Angst vor dem Krieg“. Hunderttausende gutausgebildete Uniabsolventen finden keinen Job. Israel greift zu. Kenia will 1500 Arbeitsmigranten schicken; Malawi hat bereits 220 entsandt; auch mit Tansania wird verhandelt. Elkana Mosa, mit Diplom in Agrarwirtschaft, hat trotz der Ermordung zwei seiner tansanischen Landsleute die Arbeit in einer Bienenfarm nahe Tel Aviv angenommen. Er will seine Eltern daheim unterstützen, ein Sparkonto eröffnen und, wenn er überlebt, eines Tages eine Imkerei daheim in Tansania aufmachen. Das Anwerben von Arbeitskräften aus Afrika stößt zunehmend auf Kritik.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die aus neun Inseln bestehende westafrikanische Inselgruppe Kap Verde für malariafrei erklärt. Kap Verde ist nach Mauritius und Algerien erst das dritte Land in Afrika, das den Eliminierungsstatus der Krankheit erreicht hat. Nach WHO-Angaben hat Afrika einen unverhältnismäßig hohen Anteil an der weltweiten Malaria: 94% der Malariafälle (233 Millionen Menschen) und 95% (580.000) der Malaria-Todesfälle.

"Sonntag, der 14. Januar, wird in unsere Geschichte eingehen als ein Tag, an dem wir einen weiteren Schritt in Richtung eines modernen Senegals gemacht haben", sagte Präsident Macky Sall. Er weihte die E-Bus-Flotte (120 Fahrzeuge) des öffentlichen Verkehrsnetzes von Dakar ein. Sie werden mit Solarenergie betrieben. Das Transportunternehmen (Bus-Rapid-Transit) wird 14 Gemeinden in Dakar von Nord nach Süd verbinden. Die Großraumbusse (ca. 150 Sitzplätze) sollen täglich rund 300.000 Fahrgäste befördern.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

­