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Humanitäre Organisationen haben davor gewarnt, dass in Äthiopien, Somalia und Kenia alle 48 Sekunden ein Mensch an akutem Hunger stirbt. Erwähnte Gründe sind Konflikte, die Klimakrise und die steigenden Lebensmittelkosten. Oxfam und Save the Children schätzen, dass in diesem Jahr weltweit 181 Millionen Menschen von Hungerkrisen betroffen werden. Hunger sei ein politisches Versagen. Die internationale Gemeinschaft steht in der Kritik, dass sie zu spät und zu schwach reagiert hat, um vorhersehbare Krisen zu verhindern.

Biniam Girmay schrieb Geschichte: als erster Schwarzafrikaner gewann er eine Grand-Tour-Etappe. Der 22-jährige Eritreer gewann die 10. Etappe des Giro d'Italia im Zielsprint vor Mathieu van der Poel. Girmay fährt für Intermarche-Wanty-Gobert und gibt beim diesjährigen Giro sein Debüt bei der Grand Tour. Als er die Etappe gewann, erhielt er von Van der Poel einen Daumen hoch, als der niederländische Superstar seine Niederlage einräumte.

Die Nationalversammlung hat ein neues Gesetz zur Bekämpfung der Cyberkriminalität verabschiedet. Der Senat berät weiter darüber und nach seiner Verabschiedung wird es dem König zur Zustimmung vorgelegt, bevor es in Kraft tritt. Das Gesetz gibt dem Staat die Befugnis den Cyberspace zu überwachen, Cyberstraftaten zu definieren und Strafen vorzuschreiben, die Geldbußen und lange Haftstrafen umfassen. Zu den definierten Straftaten gehören unter anderem Datenspionage, Cyber-Terrorismus, Cyber-Erpressung, Verbreitung von Kinderpornografie, computerbezogene Fälschungen und Betrug, identitätsbezogene Straftaten, rassistische und fremdenfeindliche Beleidigungen und die Verbreitung von Nacktbildern von Personen ohne deren Zustimmung. Weitere Straftatbestände sind die Veröffentlichung falscher Informationen, das Abfangen elektronischer Nachrichten oder Geldüberweisungen sowie die Veränderung und der Eingriff in den Inhalt einer Nachricht. Lesotho hat in Fragen der Cybersicherheit einen nachhole Bedarf, da es an politischen Maßnahmen und Strategien bisher mangelt, wodurch das Land allen Arten von Cyberkriminalität ausgesetzt ist.

Google kündigte an, dass die Zuschauer die Pyramiden von Meroë im Sudan, die zum Weltkulturerbe der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) gehören, in allen Einzelheiten erkunden können, indem sie virtuell durch die vor mehr als zweitausend Jahren errichteten Bauwerke gehen. Die Pyramiden des kuschitischen Königreichs, seine einflussreichen Dynastien und sein kulturelles Erbe werden so bekannter gemacht. Das Meroë-Erlebnis ist in mehreren Sprachen verfügbar, darunter Englisch, Arabisch, Deutsch, Französisch und Spanisch. Interactive: Explore Sudan's pyramids of Meroe.

US-Präsident Biden macht den Beschluss seines Amtsvorgängers Donald Trump rückgängig und stationiert wieder US-Truppen in Somalia. 2020 verließen rund 750 US-Soldaten das Land. Al-Shabaab ist seitdem stärker geworden und gilt als der größte und reichste Verbündete des Terrornetzwerks Al-Kaida. Die Terrororganisation wird für den Tod zahlreicher US-Amerikaner in Afrika verantwortlich gemacht. Die Mitteilung wurde einen Tag nach der Wahl von Ex-Präsident Hassan Sheikh Mohamud zum neuen Staatsoberhaupt Somalias bekannt gegeben.

Allein in diesem Jahr haben 60 Simbabwer ihr Leben an Elefanten verloren; 50 wurden verletzt. Letztes Jahr starben 72 Menschen im Konflikt mit den Dickhäutern. Im Bezirk Bubi haben die Elefanten schon alles auf den Feldern verschlungen und nähern sich jetzt den Gehöften. Die im Konflikt mit Menschen verletzten Elefanten werden „aggressiv und unkontrollierbar“. Und jetzt, mit Beginn der Trockenzeit, sind die Herden ständig auf der Suche nach Wasser und Nahrung. Schätzungsweise gibt es 100.000 Elefanten in Simbabwe; Tendenz steigend. Simbabwe will diesen Monat einen „Elefantengipfel“ abhalten. Die Regierung hat europäische Staaten um Unterstützung gebeten, gelagertes Elfenbein im Wert von 600 Mio. $ zu verkaufen. Durch das CITES Abkommen ist der Handel mit Elfenbein illegal, doch könnte der Erlös aus dem Verkauf die Gemeinden in der Nähe von Wildreservaten kompensieren und unterstützen.

Wohltätigkeitsorganisationen - darunter die Initiative für soziale und wirtschaftliche Rechte, Unwanted Witness und die Health Equity and Policy Initiative - verklagen die ugandische Regierung wegen des Ausschlusses gefährdeter Gruppen von potenziell lebensrettenden Diensten aufgrund von Mängeln bei der Einführung des nationalen Personalausweises. Die 3 Wohltätigkeitsorganisationen schätzen, dass 7 Jahre nach Einführung des Systems bis zu 1/3 der Erwachsenen keinen biometrischen Personalausweis besitzen. Es sind vor allem die Armen und Ausgegrenzten, wie z. B. ältere Menschen, die keine Sozialhilfe beantragen können, sowie schwangere Frauen, die von Gesundheitszentren abgewiesen wurden. Das Fehlen eines nationalen Personalausweises hindert viele, ein Bankkonto zu eröffnen, eine SIM-Karte für ein Mobiltelefon zu kaufen, sich an einer Hochschule einzuschreiben, eine formale Beschäftigung zu finden und einen Reisepass zu erhalten. Schätzungen der Weltbank zufolge haben weltweit 1 Milliarde Menschen - 40 % davon in Afrika - keinen offiziellen Identitätsnachweis, was ihren Zugang zu Gesundheits-, Bildungs- und Finanzdienstleistungen stark einschränkt.

Die Landwirte in den Anbaugebieten Umguza und Bubi in der Provinz Matebeleland North haben Mühe, einen massiven Ausbruch von Quelea-Vögeln einzudämmen, die sich an ihren Ernten, vor allem an kleinen Körnern, gütlich tun. Farmer Moyo meint dazu, "nachdem ich im Jahr 2020 an einem Workshop über den Anbau von Kleingetreide teilgenommen hatte, beschloss ich, es anzubauen. Jetzt habe ich erkannt, dass ich einen Fehler gemacht habe, denn der Anbau birgt viele Risiken. Bisher habe ich fast ein Drittel eines Hektars durch die Vögel verloren. In der nächsten Saison kehre ich zum Maisanbau zurück". Quelea-Vögel, deren Population auf 1,8 Milliarden in 25 Ländern geschätzt wird, verursachen große Schäden an Getreidekörnern, insbesondere an Weizen, Reis, Sorghum und Hirse, wenn diese das Reifestadium erreichen.

Die G5-Sahel-Truppe, der Kontigente aus Niger, Tschad, Burkina Faso und Mauretanien angehören, wurde 2017 gegründet, um bewaffnete Gruppen zu bekämpfen, die in den letzten Jahren über die Region hergefallen sind, Tausende von Menschen getötet und Millionen zur Flucht gezwungen haben. In der Erklärung der malischen Militärregierung, die den ehemaligen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita stürzte und 2020 durch einen Staatsstreich an die Macht kam, wurde der Rückzug durch mangelnde Fortschritte im Kampf gegen die bewaffneten Gruppen und das Scheitern der jüngsten Treffen in Mali verantwortlich gemacht. Der Schritt isoliert das Land weiter, das auch von dem regionalen politischen Block Westafrikas mit Sanktionen belegt wurde.

Für die im August stattfindenden Präsidentschaftswahlen hat sich Raila Odinga die erfahrene Politikerin Martha Karua zu seiner Vizekandidatin gewählt, die erste Frau auf dem Präsidentschaftsticket. Sie ist eine ehemalige Justizministerin. Als solche hatte sie 2007 Odingas oppositionelle „Orange Democratic  Movement“ (ODM) der „ethnischen Säuberung“ beschuldigt. Weil sie sich in der Vergangenheit öffentlich zur Korruption geäußert und Kenias  Politiker als „Rich Boys Club“ angeprangert hat, wurde sie von der Presse die „Eiserne Lady“ genannt. Sie wird gelobt für ihre Unterstützung von Menschenrechtsaktivisten und für ihre Bemühungen für einen breiteren Zugang zu sauberem Wasser. Mit nur 23% hat Kenia einen der niedrigsten Anteile an weiblichen Parlamentariern in Ostafrika.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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