Nachrichten aus Afrika
Angriff auf Militärstützpunkt im Tschadsee
Boko Haram, die an der Schnittstelle von Kamerun, Tschad, Niger und Nigeria operiert, hat auf der Insel Barka Tolorom einen Angriff verübt. Mindestens 23 tschadische Soldaten wurden getötet und 26 verletzt. Tschadische Soldaten geraten in der Region des Tschadsees zunehmend unter Beschuss von Boko Haram. In den letzten Monaten kam es zudem zu einer Zunahme von Angriffen der JAS-Fraktion, insbesondere auf den Inseln und entlang des nigerianischen Ufers des Tschadsee. Der Tschad leidet seit Jahren unter Instabilität, geprägt von wiederkehrenden Rebellionen, bewaffneten Gruppen und Staatsstreichen. Trotz seines Ölreichtums gehören das Land aufgrund wirtschaftlicher Stagnation und eines rauen Klimas weiterhin zu den ärmsten Nationen Afrikas.
Freiwillige Evakuierung - Xenophobie
Nigeria plant eine „freiwillige Rückführung“ seiner in Südafrika lebenden Staatsbürger. Es wird befürchtet, dass fremdenfeindliche Gewalttaten zunehmen. Südafrika blickt auf eine lange Geschichte fremdenfeindlicher Gewalt zurück, die häufig durch wirtschaftliche Frustrationen, Arbeitslosigkeit und die Vorstellung ausgelöst wird, dass Migranten um Arbeitsplätze und Ressourcen konkurrieren. Nigerianer, die einen bedeutenden Teil der Migrantengemeinschaft ausmachen, gehörten häufig zu den Betroffenen.
Umstrittener Gesetzentwurf - „Gesetz zum Schutz der Souveränität 2026“
Zivilgesellschaftliche Gruppen in Uganda haben einen Gesetzesentwurf „Protection of Sovereignty Bill, 2026 / Bill No. 13 scharf kritisiert. Das Gesetz würde die Meinungsfreiheit drastisch einschränken und der Wirtschaft schaden. Offizielles Ziel der Regierung ist es, Uganda vor verdeckter ausländischer Einflussnahme und Einmischung in politische, wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten zu schützen. Der Gesetzentwurf würde Handlungen unter Strafe stellen, die als Förderung „der Interessen eines Ausländers zum Nachteil der Interessen Ugandas“ angesehen werden, und Personen oder Organisationen, die ausländische Finanzmittel erhalten, als „ausländische Agenten“ einstufen. Verstöße können mit bis zu 20 Jahren Gefängnis oder hohen Geldstrafen von bis zu ca. 1 Mio. USD für Unternehmen geahndet werden.
Einheitliches nationales Prüfungssystem
Die Regierung plant, ab 2027 alle Schulen zur Einführung eines einheitlichen nationalen Prüfungssystems (Zimbabwe School Examinations Council, ZIMSEC) zu verpflichten. Die Maßnahme zielt darauf ab, das „zweigleisige System“ zu beenden, bei den Privatschulen häufig das ZIMSEC zugunsten internationaler Prüfungsgremien wie Cambridge Assessment International Education umgingen. Die Reform ist Teil einer umfassenderen Umstellung auf den Heritage-Based Curriculum, die lokalen Inhalte, nationale Identität und indigene Sprachen (wie Shona, Ndebele und Kalanga) in den Vordergrund stellt.
USA Abkommen ausgesetzt – unzumutbare Forderungen
Die Regierung hat die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über milliardenschwere Abkommen in den Bereichen Gesundheitsdienstleistungen und Mineralien ausgesetzt. Ein Gesundheitsabkommen, in dessen Rahmen die USA für die nächsten fünf Jahre bis zu 2 Milliarden US-Dollar angeboten hatten, aber weitreichende Datenweitergabe verlangte, wurde nicht unterschrieben. Auch andere afrikanische Nationen wie Ghana und Simbabwe haben ähnliche US-Angebote aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Souveränität abgelehnt Ein separates Abkommen über kritische Mineralien wurde verzögert, da die USA darauf bestanden, dass ihre Unternehmen eine Vorzugsbehandlung erhalten beim Abbau von Mineralien wie Kupfer, Kobalt und Lithium. Sambia ist Afrikas zweitgrößter Kupferproduzent und verfügt über bedeutende Vorkommen an anderen Mineralien.
Wandel fordert Handeln
Nach einem Bericht des African Center for Strategic Studies and Digitalization könnten durch künstliche Intelligenz und Automatisierung bis 2030 mehr als 1,3 Millionen Arbeitsplätze in Marokko gefährdet, sein. Besonders betroffene Sektoren sind: Auslagerung und Outsourcing von Geschäftsprozessen, Banken & Versicherungen, die Automobilindustrie und der Textilsektor. Der Bericht betont das Missverhältnis zwischen den Qualifikationen, die Marokkos Wirtschaft benötigen wird, und dem, was das Bildungssystem derzeit hervorbringt. Das Land bringt jährlich rund 22.000 Fachkräfte im digitalen Bereich hervor – weit weniger als die 250.000 bis 480.000 Personen, die laut Schätzungen des Berichts jedes Jahr ausgebildet oder umgeschult werden müssten, um mit dem KI-getriebenen Wandel Schritt zu halten. Erschwerend kommt hinzu, dass in Marokko ein großer Teil der Wirtschaft im informellen Sektor angesiedelt ist, in dem etwa 67,6 % der Erwerbsbevölkerung beschäftigt sind.
„Grüne Kohle“ – Energiequelle der Zukunft
Durch den Krieg im Nahen Osten wird verstärkt nach alternativen Energiequellen gesucht. So gewinnt die „grüne Kohle“ bestehen aus Pflanzenabfällen wie Hirse- und Sesamstängeln oder Palmwedeln, gemischt mit Gummiarabikum und Ton an Bedeutung. Sie brennt bis zu dreimal länger als herkömmliche Holzkohle und ist billiger. Raikina Association (Adser) betreibt eine Produktionsstätte in Pont Belile, nördlich der Hauptstadt N'Djamena, und stellt täglich etwa 7 bis 10 Tonnen Briketts her. Die Regierung betrachtet die „grüne Kohle“ als eine der wichtigsten Energiequellen der Zukunft, um die seit den 1970er Jahren, um über 90 % zurückgegangenen Waldbestände zu schützen. 1kg grüner Kohle spart etwa 6 Kilogramm Holz ein.
Lager Nduta offiziell geschlossen
Burundische Flüchtlinge haben sich darüber beschwert, dass sie gewaltsam aus dem Lager Nduta im Nordwesten Tansanias vertrieben wurden, nachdem sich die Regierungen in Daressalam und Bujumbura darauf geeinigt hatten, bis Juni rund 100.000 von ihnen zurückzuführen. Ende 2025 lebten schätzungsweise 142.000 burundische Flüchtlinge in zwei tansanischen Lagern: Nduta und Nyarugusu. Sie waren vor jahrelangem Bürgerkrieg, politischer Unterdrückung und tief verwurzelter Armut in ihrem kleinen Land in der Region der Großen Seen in Afrika geflohen. Die rund 3.000 Flüchtlinge, die im Lager (Nduta) verblieben waren, wurden gewaltsam in Fahrzeuge verladen, um nach Burundi zurückgeschickt zu werden.
Überschwemmungen und Erdrutsche
In Tharaka Nithi, Elgeyo-Marakwet und Kiambu und in den zentralen und östlichen Regionen des Landes werden Überschwemmungen und Erdrutsche gemeldet. 18 Menschen sind ums Leben gekommen. Im untere Tana-Flussgebiet werden und über 100.000 Bewohner flussabwärts aufgefordert, sich in höher gelegene Gebiete zu begeben, da der Wasserstand in den Stauseen der Wasserkraftwerke steigt. Dies ist das zweite Mal in weniger als zwei Monaten, dass Teile Kenias von tödlichen Überschwemmungen heimgesucht werden. Im März stiegen die Fluten in Teilen von Nairobi bis zum Rand an und forderten mindestens 37 Todesopfer. In afrikanischen Städten führen extreme Wassermengen, zu viel bei starken Regenfällen und zu wenig bei Dürren, zu immer schwerwiegenderen Auswirkungen.
Aufruf zu internationaler Solidarität
In Cabo Delgado, Mosambik, wo seit über acht Jahren ein Krieg tobt, der mehr als 6.200 Menschenleben gefordert und über 1,3 Millionen Menschen vertrieben hat, ist eine neue Welle dschihadistischer Gewalt ausgebrochen. Kämpfer der Ahlu al-Sunna wa al-Jama'a, griffen das Dorf Meza im Bezirk Ancuabe im Norden der Provinz Cabo Delgado an. Die Angreifer plünderten Wohnhäuser und steckten historische Pfarrkirche Saint Louis de Montfort, die seit 1946 ein Symbol der christlichen Präsenz in der Region ist, in Brand. Die Kirche wurde vollständig zerstört und in Schutt und Asche gelegt. Zivilisten wurden während des Überfalls festgehalten und gezwungen, Hassbotschaften der Milizen anzuhören. Bischof Juliasse Ferreira Sandramo ruft zur internationalen Solidarität auf.

