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Die Europäische Union hat erklärt, dass die Drohnenangriffe auf eine Großstadt in Tigray im Norden Äthiopiens "eine sehr zerbrechliche Hoffnung" auf Frieden gefährden. Die Volksbefreiungsfront von Tigray machte die äthiopische Regierung für den Angriff verantwortlich. Nach Angaben von Ärzten in der Stadt Mekelle wurden bei den Drohnenangriffen am Mittwoch mindestens 10 Menschen getötet und 18 weitere verletzt.

Menschen, die in einem Slum neben einem wohlhabenden Viertel der ruandischen Hauptstadt leben, wurden von der Polizei daran gehindert, ihre Häuser zu verlassen oder zu betreten, während Drohnen über sie hinwegflogen und über Lautsprecher ankündigten, dass sie sofort in eine neue, rund 20 km entfernte Siedlung umziehen sollten. Die Bewohner der Siedlung Kibiraro/Kangondo, die an den gehobenen Bezirk Nyarutarama angrenzt, beklagen, dass ihre Grundrechte von der Regierung verletzt werden. In dem Slum leben rund 1 500 Familien.

Ein Gericht in Burkina Faso hat zwei Führungskräfte des kanadischen Bergbauunternehmens Trevali wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, nachdem bei einer Überschwemmungskatastrophe in einer Mine im April acht Bergleute ums Leben gekommen waren. Das Bergwerk besteht aus einem Tagebau mit darunter liegenden Schächten und Stollen. Die meisten der Arbeiter, die sich zum Zeitpunkt der Sturzflut dort aufhielten, konnten entkommen, aber die acht Vermissten befanden sich mehr als 520 m unter der Oberfläche. 6 der Männer waren Staatsangehörige von Burkina Faso, einer kam aus Tansania und ein weiterer aus Sambia. Der Bergbau- und Mahlbetrieb bei Perkoa wird auf absehbare Zeit ausgesetzt bleiben, und das Unternehmen hat seine Produktions- und Kostenprognose für 2022 in Bezug auf Perkoa ausgesetzt.

Fernsehsender unterbrachen ihre Programme, um den Tod der Königin bekannt zu geben. Elisabeth hat einige Schlüsselmomente auf dem afrikanischen Kontinent erlebt. In Kapstadt feierte sie ihren 21. Geburtstag und hielt die berühmte Rede, in der sie ganzes Leben „lang oder kurz“ in den Dienst der Krone und der Völkergemeinschaft stellen würde. Viel später verband sie eine warme Freundschaft mit Nelson Mandela. In Kenia wurde sie Königin als sie in der Treetop Lodge die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhielt. 20 afrikanische Länder hat sie besucht. 14 Länder erhielten in ihrer Amtszeit die Unabhängigkeit. Das Leid, die Ausbeutung und Ungerechtigkeit der Kolonialzeit werden kaum erwähnt. Dafür aber gibt es Kondolenzbücher, Gottesdienste und Flaggen auf halbmast, um ihren 70jährigen Dienst, ihre bedingungslose Hingabe, Disziplin und Verbindlichkeit zu ehren.

Beim Sonntagsangelus betete Franziskus für die italienische Schwester Maria de Coppi, Mitglied des Componi Missionsordens, die zusammen mit 3 anderen Christen bei einem dschihadistischen Anschlag in der Provinz Nampula ermordet wurde. Die Terrorgruppe gab an, die „Verbreitung des Christentums“ stoppen zu wollen. So hat man bei dem Anschlag auch eine Kirche, 2 Fahrzeuge und weiteren Besitz der Mission verbrannt. Die Comboni Missionare/innen wirken seit 1946 in Mosambik.  Sr. Maria selbst hat sechs Jahrzehnte dem Volk viel Liebe geschenkt und den Glauben vermittelt. Kirche und Regierung verurteilen den Anschlag.

Im südlichen Bundesstaat Rivers wurde eine 44-jährige Frau wegen angeblichen Diebstahls von 15 Kindern im Alter von 4 - 15 Jahren festgenommen. Die Polizei vermutet, dass die Kinder entführt worden seien, um gehandelt zu werden. Die Frau wies alle Vorwürfe zurück und behauptete, eine Nonne zu sein und ein Waisenhaus zu leiten. Einige Kinder erzählten der Polizei von Folter und Misshandlungen sowie von Weiterverkauf. Die Polizei versucht nun, die Kinder wieder mit ihren Eltern zu vereinen. Menschenhandel ist in Nigeria weit verbreitet.

Nach zwei Jahren des Kampfes gegen die Regierungstruppen hat die äthiopische Tigray-Führung ihr Interesse an einem von der Afrikanischen Union (AU) geführten Friedensprozess bekundet. Die nordäthiopische Region steht seit November 2020 im Mittelpunkt eines Konflikts zwischen der Tigray People's Liberation Front (TPLF), die die vorherige Regierung des Landes führte, und der derzeitigen Regierung von Premierminister Abiy Ahmed.

Beamte aus Kamerun und Kongo-Brazzaville haben sich darauf geeinigt, ihre 100 Jahre alte Grenze zu demarkieren, um die Streitigkeiten zwischen den Grenzgemeinden über die Forstwirtschaft und die Tierwelt zu verringern. Die Vereinbarung folgt auf ähnliche Abkommen mit Gabun im Mai und der Zentralafrikanischen Republik im Juni. Naturschützer sind der Ansicht, dass besser definierte Grenzen dazu beitragen werden, die Wilderei, die das Kongobecken geplagt hat, zu bekämpfen.

 Ein Zusammenschluss der wichtigsten Oppositionsparteien der Zentralafrikanischen Republik, der Republikanische Block für die Verteidigung der Verfassung, hat sich formell an das Verfassungsgericht gewandt. Sie fechten das Präsidialdekret vom 26. August an, mit dem ein Ausschuss für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung eingesetzt wurde.

Simbabwer, die im Rahmen der simbabwischen Ausnahmegenehmigung (Zimbabwean Exemption Permit, ZEP) in Südafrika leben und arbeiten, haben die Entscheidung von Innenminister Aaron Motsoaledi begrüßt, ihren Aufenthalt im Land um weitere sechs Monate zu verlängern. Nur 6 000 von 178 000 Inhabern einer Aufenthaltsgenehmigung hatten sich an das Innenministerium gewandt.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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