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Mindestens 50 000 Nigerianer haben eine Petition unterzeichnet, in der das britische Innenministerium aufgefordert wird, Nigeria entweder von der Liste der Länder zu streichen, deren Bürger einen Englischtest ablegen müssen, oder die Gebühren für die Prüfung zu senken (ca. UK £190). Nigerianer sollten von der Prüfung ausgenommen werden, da Englisch die Amtssprache in Nigeria ist. Das Vereinigte Königreich verlangt von den Bürgern aller Länder, die in das Land ziehen wollen, um dort zu arbeiten oder zu studieren, den IELTS-Test (International English Language Testing System).

Nigeria hat ein Notfallzentrum eingerichtet, um mit Ausbrüchen des Lassa-Fiebers in Teilen des Landes fertig zu werden. Zwischen dem 1. und 23. Januar, wurden bei etwa 115 Infektionen 26 Todesfälle bestätigt. Lassa wird durch die Rattenart, Mastomys natalensis, verbreitet. Häufig folgt auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Das Lassa - Fieber ist eine Viruserkrankung; 2 Endemiegebiete sind bekannt: Sierra Leone, Guinea sowie Liberia und Nigeria. In anderen westafrikanischen Ländern (z.B. Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin, Mali, Burkina Faso) tritt die Krankheit sporadisch auf. 1969 wurde es zum ersten Mal beschrieben.  Das Virus wurde nach der Stadt Lassa benannt, in der die erste infizierte Person, eine Krankenschwester, gearbeitet hatte.

Nach den schweren Korruptionsskandalen hat Malawis Präsident Lazarus Chakwera diese Woche das alte Kabinett entlassen und richtet es neu ein.  Inzwischen hat er im umgebauten Kabinett schon mehrere neue Minister ernannt, darunter auch fünf  Frauen. Weitere Ernennungen werden folgen. Die beschuldigten Minister sowie andere Beamte müssen wegen Bestechungsvorwürfen Rechenschaft ablegen. Auch muss Chakwera fast gleichzeitig wegen des Truppensturm Ana den Katastrophenzustand erklären. Über 200.000 Menschen sind von den Überschwemmungen und Stromausfällen betroffen. Die Zahl der Todesopfer stieg auf elf an.

Nachdem eine Militärjunta die Kontrolle über das westafrikanische Land übernommen hatte, kündigte die EU an, dass sie Burkina Faso die Finanzhilfe entziehen und Sanktionen gegen die Putschisten verhängen könnte, wenn die "verfassungsmäßige Ordnung" nicht wiederhergestellt wird.

Amani Niyoyita, ein junger ruandischer Innovator, ist der Kopf hinter den ersten weißen Hightech-Stöcken Made-in-Ruanda, für sehbehinderte Menschen. Er nutzt Ultraschalltechnologie, um Hindernisse in einer Entfernung von 1,2 Metern zu erkennen und den Benutzer durch Vibrationen und Töne zu warnen; ferner hilft er zu erkennen, ob es Nacht oder Tag ist. Nachts wird der Stock blau und rot, um die Sichtbarkeit des Benutzers zu erhöhen. Der „intelligente weiße Stock“ selbst ist aus Aluminium gefertigt, wodurch er leichter, tragbar und einfach zu falten ist und er hat auch einen Isolator, um Gefahren zu vermeiden, falls elektrische Leitungen berührt werden. Diebstahl und Verlust sollen durch integriertes GPS verhindert werden, denn über ein Mobiltelefon mit entsprechender Software kann er geortet werden. Den verfügbaren Statistiken zufolge gibt es in Ruanda über 400.000 Menschen mit Sehbehinderung.

Im November 2020 entsandte die marokkanische Regierung ihr Militär in das Gebiet Guerguerat, eine Pufferzone zwischen dem vom Marokko beanspruchten Gebiet und der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (SADR). Der Grenzposten Guerguerat liegt am südlichen Rand der Westsahara an der Straße nach Mauretanien. 1991 wurde zwischen Marokko und der Polisario-Front der Saharauis ein Waffenstillstand vereinbart. Dieses Waffenstillstandsabkommen wurde in der Annahme geschlossen, dass die Vereinten Nationen ein Referendum in der Westsahara abhalten würden, um über ihr Schicksal zu entscheiden. Ein solches Referendum hat noch nicht stattgefunden. Das umstrittene Gebiet ist reich an Phosphor. 2021 hat Marokko 6,45 Milliarden Dollar mit der Ausfuhr von Phosphat aus der Westsahara eingenommen. 72 % der gesamten Phosphatreserven der Welt sind in diesem Gebiet vorhanden. Phosphat zusammen mit Stickstoff bildet einen synthetischen Dünger, ein Schlüsselelement der modernen Nahrungsmittelproduktion. Marokko hat damit die weltweite Nahrungsmittelproduktion fest im Griff.

In Madagaskar und Mosambik kamen durch Tropensturm Ana mindestens 34 Menschen ums Leben, schwere Regenfälle, Überschwemmungen und Schlammlawinen kennzeichnen seine Spur. In Malawi versetzte er die meisten Teile des Landes in Dunkelheit. In Südafrika sind bei anhaltendem Extremwetter mindestens 82 Menschen ums Leben gekommen. In Lesotho traten Flüsse über die Ufer, Brücken wurden weggerissen, Häuser geflutet, und die Infrastruktur zerstört. Staudämme sind bis zum Überlaufen gefüllt.

In einem südafrikanischen Tierpark haben sich Löwen und Pumas möglicherweise von ihren Betreuern mit Covid infiziert. Untersucht wurde die Situation, als verschiedene Tiere Corona-artige Symptome, wie Atembeschwerden, laufende Nase und trockenen Husten zeigten. Covid Tests fielen positiv aus. Wissenschaftler der Universität von Pretoria warnen vor der Gefahr, dass neue Varianten entstehen, die später von den „tierischen Reservoirs“ auf Menschen zurück übertragen werden könnten. Tierpfleger waren zu diesem Zeitpunkt infiziert, zeigten aber keine Symptome. Inzwischen werden Masken und andere Maßnahmen zur Infektionskontrolle beim Umgang mit Tieren streng empfohlen.

Sicherheitsbeamte teilten mit, dass Präsident Roch Marc Christian Kabore von meuternden Soldaten verhaftet wurde. Die Truppen, die den offensichtlichen Staatsstreich anführten, sagten, seine Regierung habe sie während des jahrelangen Konflikts mit bewaffneten Gruppen im Land nicht unterstützt. Davor ist es zu Meuterei von Soldaten in mehreren Kasernen gekommen. Am Sonntag waren auch Schüsse in der Nähe von Kabores Residenz in der Hauptstadt Ouagadougou zu hören. Zwei Sicherheitsquellen und ein westafrikanischer Diplomat sagten der Nachrichtenagentur Reuters, Kabore sei in einem Militärlager festgehalten worden.

Bei seiner Antrittsrede im EU Parlament in Straßburg hat der seit Jahresanfang amtierende EU Ratspräsident, der französische Staatschef Emmanuel Macron, eine neue Allianz mit Afrika gefordert. Die Schicksale der beiden Kontinente nördlich und südlich des Mittelmeers sind eng miteinander verknüpft und rufen nach Zusammenarbeit. Schon für Februar ist ein AU - EU Gipfel geplant. Es wird um Migration gehen und die Behandlung der tieferen Ursachen. Schleusernetzwerke sollen bekämpft werden, aber wirtschaftliche, akademische und kulturelle Mobilität gefördert werden. Europa solle auch Afrika im Kampf gegen den Terrorismus helfen. Weiterhin geht es um finanzielle Zusammenarbeit und um Bemühungen im Klima, in Bildung und Gesundheit. Bis Juni sollen 700 Millionen  Impfdosen von Europa nach Afrika gelangen.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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