Nachrichten aus Afrika
Freiheits- und Presserechte zunehmend eingeschränkt
Die Behörden ordneten eine einmonatige Aussetzung der Aktivitäten der Menschenrechtsliga (LTDH) an. Sie gehörten zu dem Quartett zivilgesellschaftlicher Organisationen, das 2015 den Friedensnobelpreis erhielt. Im Oktober setzte Tunesien zudem mehrere prominente Gruppen außer Kraft, darunter die „Demokratischen Frauen“ und das „Forum für wirtschaftliche und soziale Rechte“. Bürgerrechtsorganisationen kritisieren das Vorgehen gegen NGOs, Oppositionsgruppen und Journalisten. Präsident Kais Saied hatte 2021 zusätzliche Befugnisse an sich gerissen. Die 1976 gegründete LTDH gilt weithin als Eckpfeiler der Menschenrechtsarbeit in Tunesien und ist eine der ältesten Organisationen dieser Art in der arabischen Welt und in Afrika.
Kämpfe im ganzen Land
Malis Verteidigungsminister Sadio Camara ist bei einem Autobombenanschlag auf sein Haus in der Nähe von Bamako ums Leben gekommen. Das Land wird von heftigen Kämpfen erschüttert wird. Unter der Führung von Tuareg-Rebellen, der Befreiungsfront von Azawad und Dschihadisten der JNIM werden Koordinierte Angriffe in mehrere Regionen im ganzen Land gemeldet. In den wichtigen Gebieten Kidal, Gao und Sévaré sind die Kämpfe wieder aufgeflammt. Die Armee hatte Kidal im Jahr 2023 mit Unterstützung russischer Wagner-Kämpfer zurückerobert und damit die jahrelange Kontrolle der Rebellen beendet. Die malische Armee wird operativ von russischen Söldnern unterstützt. Ihnen stehen Tuareg-Separatisten (wie die FLA) sowie dschihadistische Gruppierungen gegenüber.
Papstreise - Pilger der Hoffnung
Während seiner Afrikareise – bei der er Algerien, Kamerun und Angola besuchte – hat Papst Leo XIV. offen und nachdrücklich Stellung bezogen, „Tyrannen“ dafür kritisiert, Milliarden für Kriege auszugeben, und die „Kolonisierung“ der Bodenschätze Afrikas verurteilt. „Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen zerstört, aber sie wird von einer Vielzahl solidarischer Brüder und Schwestern zusammengehalten.“ In Äquatorialguinea, einem der am strengsten kontrollierten Staaten Afrikas, forderte er auf sich „in den Dienst von Recht und Gerechtigkeit zu stellen“. Die 11-tägige Tour stand unter dem Motto "Pilger der Hoffnung, Versöhnung und des Friedens“.
Hilfskorridor - trotz anhaltender Kämpfe
Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo und die Rebellenbewegung M23 haben bei der jüngsten Runde der Friedensgespräche in der Montreux Schweiz zugesichert Angriffe auf die Zivilbevölkerung und lebenswichtige Infrastruktur zu unterlassen. Die UN-Mission MONUSCO soll die Vereinbarung überwachen. Die Verhandlungen in der Schweiz zielen darauf ab, den langwierigen Konflikt im Osten des Landes zu lösen. Die Kämpfe konzentrieren sich derzeit auf die Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu, wo die M23 bedeutende Gebiete erobert hat und die kongolesische Armee, unterstützt von ihren Verbündeten, weiterhin versucht, diese Gebiete zurückzuerobern.
Leere Tanks und Liquiditätsengpässe
Regierungssprecher Shadric Namalomba räumt ein, dass die Kraftstoffreserven des Landes vollständig aufgebraucht sind. Er gab bekannt, dass die Tanks nun leer sind, wodurch das Land einer gefährlichen Situation ausgesetzt ist. Er führte die Situation teilweise auf den anhaltenden Konflikt mit dem Iran zurück; jedoch alarmierender ist seine Offenbarung, dass die Regierung derzeit über keine Devisen verfügt, um Kraftstoff zu importieren. Die internationalen Lieferanten verlangen nun Barzahlungen im Voraus, anstatt Kraftstoff auf Kredit anzubieten. Zusätzlich kämpft das Land mit den langfristigen Folgen extremer Wetterereignisse, wie dem Zyklon Freddy, und anhaltenden Dürreperioden.
Befreiung aus der Hand von ADF
Ugandische und kongolesische Soldaten haben bei einem Überfall auf ein Lager islamistischer Militanten im Osten der Demokratischen Republik Kongo mindestens 200 Zivilisten befreit. Die Gefangenen waren von den Allied Democratic Forces (ADF) festgehalten worden, einer ugandischen Gruppe, die im Osten des Kongo operiert und vor einem Jahrzehnt dem Islamischen Staat die Treue geschworen hatte. Die ADF hat Tausende von Zivilisten im Osten des Kongo getötet. Die Gruppe ist für eine große Anzahl von Entführungen verantwortlich und zwingt junge weibliche Gefangene zur Heirat mit den Kämpfern.
Truppenhilfe bei Bandenbekämpfung
Der Tschad entsendet insgesamt 1.500 Sicherheitskräfte nach Haiti, um den Kampf gegen die dortige Bandengewalt zu unterstützen. Haitis Hauptstadt Port-au-Prince wird fast vollständig von kriminellen Banden kontrolliert. Der UN-Sicherheitsrat hatte im Oktober 2023 die multinationale Sicherheitstruppe (Gang Suppression Force, GSF) beschlossen, um die haitianische Polizei bei der Bekämpfung von Banden zu unterstützen. Die tschadischen Truppen, die überwiegend Französisch sprechen, gelten aufgrund ihrer Erfahrung in internationalen Friedensmissionen als besonders geeignet für diesen Einsatz. Der Einsatz ist auf 12 Monaten begrenzt.
„Grüner Nobelpreis“ - Fledermausschutz
Die Ökologin Dr. Iroro Tanshi wurde mit dem renommierten Goldman Environmental Prize 2026 (Grüner Nobelpreis) ausgezeichnet. Im Afi-Mountain-Wildreservat wiederentdeckte sie die Fledermausart Kurzschwanz-Rundblattnase (Hipposideros curtus). In einem Land, in dem Fledermäuse oft mit Hexerei in Verbindung gebracht werden, hat Tanshi erfolgreich eine Kampagne ins Leben gerufen, um die Tiere zu schützen, indem Waldbrände in den Gebieten, in denen sie leben, verhindert werden. Sie gründete die Small Mammal Conservation Organization (SMACON) um Buschbrände zu verhindern.
Protest gegen neues israelisches Gesetz
Tausende demonstrierten in Rabat und verurteilten das neue israelisches Gesetz. Sie versammelten sich entlang der Mohammed-V.-Allee im Zentrum von Rabat, schwenkten palästinensische und marokkanische Flaggen und skandierten Parolen gegen die Todesstrafe und Israels Militäraktionen im Gazastreifen. Das israelische Gesetz sieht vor, die Todesstrafe als Regelsatz für Palästinenser im besetzten Westjordanland einzuführen, die von Militärgerichten wegen tödlicher Anschläge (als „Terrorismus“ eingestuft) verurteilt werden. Kritiker und Menschenrechtsorganisationen bemängeln, dass das Gesetz faktisch ein duales Rechtssystem schafft, da es nicht gleichermaßen auf israelische Siedler angewendet werden soll.
Brückenbauer zwischen Sahelzone und internationalen Gemeinschaft
Auf dem Gipfeltreffen, an dem Vertreter sowohl der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) als auch der Allianz der Sahelstaaten (AES) sowie internationale Gesandte, unter anderem aus Frankreich und der Europäischen Union, teilnahmen, stellte Togo seine neue geopolitische und sicherheitspolitische Strategie für den Sahel vor. Die Initiative zielte darauf ab, den Dialog mit den Regierungen von Mali, Niger und Burkina Faso zu fördern, die sich in den letzten Jahren zugunsten Russlands von der ECOWAS und ihren westlichen Partnern distanziert haben. Togos Sahel-Strategie für 2026–2028 stützt sich auf fünf Säulen: der politische Dialog mit der AES, regionale und internationale Zusammenarbeit, die Bekämpfung des Terrorismus und die Stärkung der regionalen wirtschaftlichen Integration. Die Länder der Allianz der Sahelstaaten sind mit dschihadistischer Gewalt durch Gruppen konfrontiert, die mit Al-Qaida und dem Islamischen Staat in Verbindung stehen und in weiten Teilen ihres Territoriums Tausende von Menschenleben gefordert haben. Diese Gruppen dehnen ihren Einfluss auf Küstenstaaten wie Togo und Benin aus.

