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Vom 7. bis 13. Juni besucht Belgiens König Philippe mit Königin Mathilde, auf Einladung von Präsident Felix Tshisekedi, das afrikanische Land. Belgische Minister begleiten den ersten Besuch Philippes seit seiner Thronbesteigung in 2013. Zu besuchende Städte sind: Kinshasa, Lubumbashi und Bukavu. Schon im Juni 2020 hatte Philippe als erster belgischer König gegenüber der DR Kongo sein „tiefstes Bedauern“ für die Missbräuche und Grausamkeiten seines Landes während der langen Kolonialherrschaft ausgedrückt. Der Besuch und die Rückgabe der sterblichen Überreste des ersten Präsidenten Patrice Lumumba könnten ein frischer Start für verbesserte Beziehungen sein. Es soll keine Forderung nach Entschädigung geben sondern normale Beziehungen zwischen Führungspersönlichkeiten,  die die Vergangenheit hinter sich gelassen haben.  

Malis Militärjunta will sich Zeit nehmen, um nach einem Putsch im August 2020 die Zivilregierung wiederherzustellen, Ende 2024 sollen Wahlen abgehalten werden. Die westafrikanischen Staatsoberhäupter trafen sich am Wochenende in Accra und kamen überein, die Sanktionen, zu denen auch Grenzschließungen und Beschränkungen für Finanztransaktionen gehören, nicht aufzuheben, es sei denn, die Übergangsregierung schlägt einen kürzeren Übergang vor.

Im Vorfeld des Tages des afrikanischen Kindes, am 16. Juni forderte die Ministerin für Gemeinschaftsentwicklung, Dorothy Gwajima, die Kinder auf, Missbrauchsfälle unter der gebührenfreien Telefonnummer 116 zu melden. Die Ministerin versicherte, dass die Fälle ohne Offenlegung der Quelle bearbeitet würden. Die Polizeistationen wurden landesweit mit Gender- und Kinderschreibtischen ausgestattet, die dazu beitragen, Fälle von Kindesmissbrauch schneller zu bearbeiten und die Täter anzuklagen. Die Zahl der Jugendgerichte wurde von 3 im Jahr 2015 auf 141 im Januar 2022 erhöht. Kindesmissbrauch kommt zu 60% in der Familie vor.

Kämpfer, die vermutlich zu den Alliierten Demokratischen Kräften (ADF) gehören, töteten Bewohner und brannten Häuser in dem Dorf Otomabere im Gebiet Irumu in der Provinz Ituri nieder; mindestens 18 Menschen wurden getötet. Die ADF wurde 1995 in Uganda gegründet, bevor sie in den Osten der DRK zog. Die Gruppe verübt häufig Anschläge und hat laut einem Bericht der Vereinten Nationen zwischen Januar 2021 und Januar 2022 mehr als 1.300 Menschen getötet. Uganda hat mindestens 1.700 Soldaten in sein Nachbarland DRK entsandt, um die ADF zu bekämpfen; letzte Woche haben beide Länder ihre Ende letzten Jahres begonnenen gemeinsamen Operationen ausgeweitet.

 Die Ruanderin Salima Mukansanga ist die erste afrikanische Schiedsrichterin, die bei einer Weltmeisterschaft pfeift, der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022 vom 21. November bis 18. Dezember in Katar. Sie ist neben Yamashita Yoshimi aus Japan und Stephanie Frappart aus Frankreich eine von 3 Schiedsrichterinnen, die zum ersten Mal für eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft der Männer ausgewählt wurden.  Das Trio steht auf der endgültigen Liste der 36 Schiedsrichter, die der Weltfußballverband (FIFA) bekannt gegeben hat. Auch wurden die Brasilianerin Neuza Back, die Mexikanerin Karen Diaz Medina und die Amerikanerin Kathryn Nesbitt in die Liste der 69 Schiedsrichterassistenten aufgenommen.

Am 24. Mai 2022 gab der Schweizer multinationale Ölhandelsriese vor einem US-Gericht zu, dass er fast 100 Millionen Dollar an Bestechungsgeldern an Beamte und öffentliche Bedienstete in 8 Ländern weltweit gezahlt hat. In Afrika ging es darum, Verträge mit öffentlichen und staatlich kontrollierten Stellen in den westafrikanischen Ländern Nigeria, Kamerun, Côte d'Ivoire und Äquatorialguinea zu erhalten und zu behalten. In einigen Ländern sorgen diese Eingeständnisse für Aufsehen, nicht so jedoch in der Côte d'Ivoire, wo Glencore zugibt, zwischen 2007 und 2010, also während der Präsidentschaft von Laurent Gbagbo, Beamte des Ölsektors mit bis zu 4 Millionen US-Dollar bestochen zu haben. Nach Angaben des Schweizer Händlers machte Glencore mit dem Kauf von Öllieferungen Gewinne in Höhe von 30 Millionen US-Dollar. Helen Clark, die Präsidentin der Initiative für Transparenz in der Rohstoffwirtschaft (ITIE), fordert Côte d'Ivoire, Kamerun, die DR Kongo und Nigeria auf, diese Fälle zu untersuchen und schnell einzugreifen.

Den beiden in Indien geborenen Geschäftsleuten wird vorgeworfen, im Zentrum eines massiven Netzes staatlicher Korruption in Südafrika zu stehen. Rajesh Gupta und Atul Gupta werden in Südafrika beschuldigt, ihre Beziehung zu Jacob Zuma ausgenutzt zu haben, um finanziell zu profitieren und Einfluss auf die Besetzung von Führungspositionen zu nehmen. Sie streiten jegliches Fehlverhalten ab. Sie verließen Südafrika, nachdem Zuma 2018 abgesetzt worden war. Interpol hatte im Juli 2021 einen roten Haftbefehl gegen die Brüder ausgestellt. Die Organisation erklärte, dass die Gupta-Brüder wegen Betrugs und Geldwäsche im Zusammenhang mit einem Auftrag in Höhe von 25 Mio. Rand (1,5 Mio. €) an ein mit den Guptas verbundenes Unternehmen gesucht werden.

Der David- und Goliath-Kampf der Klimaaktivisten gegen die Pläne von Shell ist wieder im Gange. 3 Richter am Obersten Gerichtshof in Gqeberha entscheiden über die Frage, ob eine Entscheidung des Ministeriums für Bodenschätze und Energie, dem Erdölriesen ein seismisches Explorationsrecht zu erteilen, überprüft und aufgehoben werden soll. Im Februar 2022 wies der Oberste Gerichtshof in Makhanda den Antrag des Ölgiganten und des Ministers für Mineralressourcen und Energie, Gwede Mantashe, auf Zulassung einer Berufung gegen ein Urteil ab, mit dem eine seismische Untersuchung vor der Wild Coast in der Provinz Ostkap vorübergehend gestoppt wurde.

Der Bischof von Fort Portal, Robert Kisaija Muhiirwa, ermutigte die Gläubigen, auch angesichts aktueller Probleme, wie dem zunehmenden Mangel an Grundnahrungsmitteln und wachsender Not infolge auch von Kriegen und Konflikten, auf Gott zu vertrauen und die Herausforderungen anzunehmen. Präsident Yoweri Museveni forderte alle Ugander dazu auf, den Grundsätzen der Gerechtigkeit zu folgen und ermutigte sie, nach den Grundsätzen ihrer Religionen zu leben. Namugongo ist Wallfahrtsort für Christen verschiedener Denominationen. Karl Lwanga und 21 Gefährten erlitten Ende des 19. Jahrhunderts am damaligen Hof des Königs von Buganda das Martyrium. Unter den Tausenden Pilgern aus ganz Uganda waren auch Christen aus dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, und Tansania.

Der verheerende Anschlag auf die St.-Franz-Xaver-Kirche in Owo im Bundesstaat Ondo hat 50 Menschenleben gefordert. Als Motiv für den Anschlag werden die schon länger bestehenden Konflikte zwischen christlichen Bauern und nomadisch lebenden, muslimischen Fulani-Hirten vermutet. Der Überfall ereignete sich genau 1 Woche, nachdem das Oberhaupt der Methodistenkirche in Nigeria zusammen mit zwei anderen Geistlichen im Südosten des Landes entführt und nach Zahlung von 240.000 190.000 Pfund freigelassen worden war. Vor 2 Wochen wurden zwei katholische Priester in Katsina, dem Heimatstaat von Präsident Buhari im Norden des Landes, entführt. Sie wurden bisher nicht freigelassen. Unter Präsident Muhammadu Buhari haben sich die Sicherheitsprobleme des Landes verschlimmert.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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