Nachrichten aus Afrika
Türkei entsendet Tiefsee-Bohrschiff
Die Türkei hat ihr Tiefsee-Bohrschiff Cagri Bey nach Somalia entsandt, um im Curad-1-Bohrloch vor der somalischen Küste nach Öl und Gas suchen. Es ist die erste Offshore-Explorationsmission Ankaras außerhalb seiner Seegebiete. Die türkische Marine eskortiert die Cagri Bey und soll während den Bohrungen Schutz bieten. Im Jahr 2024 wurde ein Energieabkommen zwischen Ankara und Mogadischu abgeschlossen.
Afrikanische Union: historische Resolution – 30. November Gedenktag
Die Staats- und Regierungschefs der AU haben auf dem zweitägigen Gipfeltreffen in Addis Abeba eine Resolution verabschiedet, in der Sklaverei, Deportation und Kolonialismus als Völkermord und Verbrechen gegen die Bevölkerung Afrikas bezeichnet werden. Die Mitgliedstaaten einigten sich darauf, den 30. November zum „Afrikanischen Tag zu Ehren der afrikanischen Märtyrer und Opfer des transatlantischen Sklavenhandels, der Kolonialisierung und der Apartheid“ zu erklären. Außerdem forderte der Vorsitzende Mahmoud Ali Youssouf ein Ende der von ihm so bezeichneten Ausrottung des palästinensischen Volkes. Die Konferenz bekundet ihre Solidarität mit Palästina und dem palästinensischen Volk.
China schafft Zölle ab
Während des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union in Addis Abeba kündigte Präsident Xi Jinping an, dass es ab dem 1. Mai 2026 die Zölle für Importe aus 53 afrikanischen Ländern abschaffen werde. Eswatini ist das einzige Land, das nicht auf der Liste steht, da es diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält.
Nigerianer kämpfen für Russland
Der ukrainische Militärgeheimdienst hat bekannt gegeben, dass zwei Nigerianer identifiziert wurden, die im laufenden Konflikt für Russland gekämpft haben und dabei ums Leben gekommen sind. In ihrer Mitteilung an die nigerianischen Behörden legten ukrainische Beamte Bilder der Personen in Tarnuniformen sowie Dokumente vor, die angeblich ihre Vertragsdetails enthalten. Der russische Botschafter in Nigeria, Andrey Podyolyshev, hat diese Behauptungen zurückgewiesen und erklärt, dass es keine von der Regierung unterstützten Programme zur Rekrutierung von Nigerianern für den Krieg gebe. Ein Bericht der Investigativgruppe All Eyes on Wagner vom Februar 2026 schätzt, dass mindestens 36 Nigerianer für den Krieg rekrutiert wurden, von denen bisher fünf als getötet bestätigt sind. Insgesamt sollen über 1.400 Afrikaner aus 35 Ländern in russischen Diensten stehen.
Motorradbanden überfallen Dörfer
Bewaffnete Männer auf Motorrädern haben bei Überfällen in drei Dörfern (Tunga-Makeri, Konkoso und Pissa) im Nordwesten Nigerias Dutzende Menschen getötet. Die bewaffneten Männer erschossen Einheimische, zündeten Häuser an und entführten eine unbekannte Anzahl von Menschen im Bundesstaat Niger.
39. Gipfel der Afrikanischen Union (AU)
Die Staatschefs Afrika treffen sich in Addis Abeba zum Gipfeltreffen der Afrikanischen Union 2026. Schwerpunktthemen sind: Wasserversorgung im Zusammenhang mit dem Klimawandel und als wichtiger Faktor für wirtschaftliche Entwicklung; Konflikte im Sudan, Südsudan, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Sahelzone; Israels Anerkennung von Somaliland, das den Druck auf die Grenzen erhöht; Afrikas Rolle in der veränderten globalen Lage und Finanzwelt. Der burundische Präsident Évariste Ndayishimiye übernimmt turnusgemäß den Vorsitz der Union für das Jahr 2026.
Wiedereröffnung der Grenze nach 15 Jahren
Die Grenze Kenias zu Somalia wird im April wieder geöffnet, fast 15 Jahre nachdem sie aufgrund von Angriffen der islamistischen Miliz al-Shabab geschlossen wurde. Die in Somalia ansässige Gruppe hat eine Reihe tödlicher Anschläge in Kenia verübt. Darunter 2013 einen Anschlag auf ein Einkaufszentrum Nairobi, bei dem 67 Menschen ums Leben kamen, und einen auf eine Universität in Garissa zwei Jahre später, bei dem 148 Menschen starben. Die Absicht, zwei Grenzübergänge wieder zu öffnen, folgt auf jahrelange Sicherheitsbewertungen. Sicherheitskräfte werden in großer Zahl eingesetzt, um den Grenzübergang zu sichern.
Zyklon Gezani verwüstet Toamasina
Der Zyklon hat mindestens 31 Menschen getötet und schwere Verwüstungen angerichtet. Zyklon „Gezani“, ist mit einer Geschwindigkeit von bis zu 270 km/h. über die Insel gefegt. Die zweitgrößte nordöstliche Hafenstadt Toamasina mit rund einer halben Million Einwohnern wurde verwüstet. 90 % aller Häuser sind beschädigt. Laut offiziellen Angaben sind geschätzt mehr als 250.000 Menschen von dem Unwetter betroffen.
Landesweite Wasserkrise
Die sich verschärfende Wasserkrise in Südafrika hat eine kritische Phase erreicht. Die nationale Regierung hat offiziell mehrere Provinzen zu Katastrophengebieten erklärt. Teile von Johannesburg sind seit mehr als zwei Wochen ohne Wasserversorgung. Schulen und Unternehmen wurden geschlossen. Auch Soweto meldet kritisch niedrige bis leere Stauseen. Melville, westlich von Johannesburg gelegen, geht in die dritte Woche ohne Wasser. Der Ferienort Knysna mit mehr als 100.000 Einwohnern (türkisfarbenes Wasser, Sandstrände und angenehmes Wetter) hat den Katastrophenzustand ausgerufen, es könnte bald trocken sein. Kapstadt hat die Einwohner aufgefordert, ihren Verbrauch zu drosseln, da die Pegelstände der Stauseen weiter sinken. Beamte haben gewarnt, dass die Stadt ohne nachhaltige Einsparungen Bedingungen näherkommen könnte, die an den Day Zero erinnern.
Elektronischen Live-Veröffentlichung von Wahlergebnissen
Die nigerianischen Gesetzgeber haben eine Kehrtwende vollzogen und nach einer Welle öffentlicher Kritik die elektronische Live-Veröffentlichung der Wahlergebnisse genehmigt. Erst letzte Woche hatte der Senat einen Vorschlag abgelehnt, der die Wahllokale dazu verpflichtet hätte, die Ergebnisse in Echtzeit hochzuladen, was landesweit Empörung ausgelöst hatte. Nach einer Dringlichkeitssitzung gab der Senat nun bekannt, dass er einstimmig die elektronische Übermittlung der Ergebnisse genehmigt hat. Nigeria hat etwa 176.000 Wahllokale. Experten argumentieren, dass die sofortige Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer zentralen öffentlichen Plattform dazu beitragen könnte, das Vertrauen in ein System wiederherzustellen, das von umstrittenen Ergebnissen und endlosen Gerichtsverfahren geplagt ist. Das Vertrauen schwindet seit Jahren, nur 27 % haben 2023 gewählt, die niedrigste Wahlbeteiligung seit 1999. Nigeria steuert auf allgemeine Wahlen Anfang 2027 zu.

