Nachrichten aus Afrika
Kein wiederholter Asylantrag
Südafrikas Oberstes Gericht hat entschieden, dass Ausländer keinen erneuten Asylantrag stellen dürfen, sobald ihr Antrag abgelehnt wurde, da dies Abschiebungen verhindern und zu einem administrativen Chaos führen würde. Das Urteil beendet einen langjährigen Rechtsstreit, den zwei Staatsangehörige aus Burundi angestrengt hatten, die 2018 erneut Asyl beantragt hatten, nachdem ihre Anträge 2014 abgelehnt worden waren. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) beherbergte Südafrika im Jahr 2025 mehr als 167.000 Flüchtlinge und Asylsuchende, vor allem aus Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, Somalia, dem Südsudan, Ruanda und Simbabwe. In Südafrika leben laut offiziellen Zahlen etwa 2,4 Millionen Migranten, was knapp 4 % der Bevölkerung entspricht, obwohl davon ausgegangen wird, dass sich noch weitaus mehr Menschen inoffiziell im Land aufhalten.
Präsident für seine siebte Amtszeit vereidigt
Die Regierung hat den 12. Mai zum Feiertag erklärt, da der 81-jährige Yoweri Museveni auf dem Kololo Independence Grounds in Kampala für seine siebte Amtszeit in Folge vereidigt wurde. Im Vorfeld der Amtseinführung wurden in der Hauptstadt umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen, darunter auch der Einsatz von gepanzerten Fahrzeugen. Zahlreiche afrikanische Staats- und Regierungschefs nahmen an der Zeremonie teil, darunter die Präsidenten von Tansania, Kenia, Ruanda, Südsudan, Somalia und der Demokratischen Republik Kongo. Museveni kam 1986 als Rebellenführer an die Macht und hat seitdem sieben Wahlen gewonnen.
„Umweltgenozid“ wegen Ölverschmutzung
Aus abgelegenen Dörfern im Marsabit County im Norden Kenias verklagen 298 Bewohner BP und die kenianische Regierung. Ihrer Meinung nach haben Explorationsbohrungen in der Chalbi-Wüste Krebserkrankungen verursacht. Die Gemeinden werfen dem Unternehmen vor, giftige Stoffe unsachgemäß entsorgt und es versäumt zu haben, die leeren Explorationsbohrlöcher sicher zu verschließen. Zwischen 1986 und 1989 bohrte der amerikanische Ölkonzern Amoco. Da keine kommerziell nutzbaren Ölvorkommen gefunden wurden, wurden die Bohrlöcher aufgegeben. 1998 übernahm BP Amoco. Unabhängige Untersuchungen ergaben hohe Konzentrationen gefährlicher Schwermetalle, darunter Arsen, Blei und Nitrate, in den örtlichen Wasserquellen. Die Zahl der Krebsfälle und Todesfälle ist stetig gestiegen; mehr als 500 Menschen sollen an Krebserkrankungen des Verdauungstrakts, insbesondere der Speiseröhre und des Magens, gestorben sein.
Vorbildlicher Präsident verstorben
Der ehemalige Präsident Festus Mogae, ist am 8.Mai im Alter von 86 Jahren verstorben. Mogae regierte von 1998 bis 2008 das Land. Er kämpfte offen gegen HIV/Aids und führte eines der fortschrittlichsten Anti-Retroviral-Therapieprogramme Afrikas ein. Er war Botswanas dritter Präsident und übergab die Macht in einem reibungslosen Machtwechsel an Vizepräsident Ian Khama. Nach seiner Amtszeit engagierte er sich als UN-Sondergesandter für den Klimawandel und leitete die Überwachungskommission für den Friedensprozess im Südsudan. 2008 erhielt er den renommierten Ibrahim-Preis für gute Regierungsführung und die Wahrung demokratischer Amtszeitbeschränkungen. Es wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.
9 französische Medienunternehmen suspendiert
Die Regierung hat folgende Medien suspendiert: France 24, RFI (Radio France Internationale), France Afrique Media, LSI Africa, AFP (Agence France-Presse), TV5 Monde, TF1 Info, Jeune Afrique und Mediapart. Die Entscheidung tritt „sofort“ in Kraft und betrifft „Satellitenpakete, Kabelnetze, digitale Plattformen, Websites und mobile Anwendungen“. Als Grund wurde, angegeben: „wiederholte Verbreitung von Inhalten, die die öffentliche Ordnung, die nationale Einheit, den sozialen Zusammenhalt und die Stabilität der Institutionen der Republik ernsthaft gefährden könnten“. Das Militär von Niger hatte im Juli 2023 die Macht übernommen, die demokratisch gewählte Regierung von Präsident Mohamed Bazoum gestürzt und ihn festgenommen. Zusammen mit Mali und Burkina Faso bildet Niger die Allianz der Sahelstaaten in denen ebenfalls westliche Medien blockiert werden.
Milken-Motsepe-Preise gehen nach Kamerun und Tansania
Der 1 Million Dollar Milken-Motsepe-Preis für KI und Fertigung ging an das Unternehmen BleagLee. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Edea, einer Stadt in der Küstenregion von Kamerun, wird die Abfallwirtschaft optimiert und nachhaltige Praktiken gefördert. Eine patentierte KI-basierte Software hilft die Müllansammlungen in Gemeinden aufzuspüren und einzusammeln. BleagLee verarbeitet Kunststoff-, Landwirtschafts- und Elektroschrott zu hochwertigen Industrieprodukten wie recycelten Polymeren, Filamenten für den 3D-Druck und biobasierten Kohlenstoffmaterialien. Das in Tansania ansässige Unternehmen Freshpack Technologies wurde für seine KI-gestützte Kühlhauslösung zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung in Afrika, mit dem mit 250.000 Dollar dotierten, zweiten Preis ausgezeichnet. Der im Mai 2025 ins Leben gerufene „AI and Manufacturing“-Preis hat mehr als 2.000 Unternehmer aus 100 Ländern auf fünf Kontinenten dazu bewegt, sich zu bewerben.
„Correct The Map“ - geografische Dekolonisierung
Togo stellt die weltweit am häufigsten verwendete Weltkarte in Frage und fordert eine Abkehr von der Mercator-Projektion. Gerardus Mercator (1569), für die Seefahrt gestaltete Karte, vergrößert Gebiete in Polnähe (wie Europa und Grönland) und verkleinert Regionen am Äquator. Afrika erscheint so groß wie Grönland, obwohl es in der Realität etwa 14-mal größer ist. In Zukunft soll die „Equal Earth-Projektion“, eine flächentreue Karte, verwendet werden. Sie zeigt die relativen Größen der Kontinente korrekt an: Afrika ist demnach flächenmäßig größer als die USA, China, Indien und der Großteil Europas zusammen. Die entsprechende Resolution soll im September vor die UN-Generalversammlung gebracht werden.
Nationaler Katastrophenfall ausgerufen
In 5 der 9 Provinzen des Landes (Nordwest, Freistaat, Ostkap, Nordkap und Mpumalanga) wurde der nationale Katastrophenfall ausgerufen. Sie sind von Überschwemmungen, Gewittern, zerstörerischen Winden und an einigen Orten von Schneefall betroffen. Die Wetterereignisse führten zu massiven Zerstörungen an der Infrastruktur, den Wohngebäuden und beeinträchtigen den Schulbetrieb. Die zunehmende Stärke der Wetterereignisse wird dem Klimawandel zugeschrieben.
11 Abkommen unterzeichnet
Kenia und Frankreich haben nach bilateralen Gesprächen zwischen Präsident William Ruto und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron elf Abkommen unterzeichnet. Zu den wichtigsten Abkommen gehören: die Sanierung und Modernisierung des 12,5 Milliarden KSh teuren Nahverkehrsprojekts in Nairobi (die Nahverkehrsbahnlinie 5 wird Nairobi mit Vororten wie Syokimau, Embakasi, Ruiru und Kikuyu verbinden); ein Abkommen zur Gründung eines Joint Ventures zur Entwicklung und Finanzierung von Logistik- und Hafeninfrastruktur; die Finanzierung des Ausbaus des Masinga-Staudamms; die Modernisierung der kenianischen Klima- und Wetterdienste; die Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff; die Erweiterung des Kipeto-Windenergie-Entwicklungsprojekts. Die Regierung will das französische Fachwissen im Bereich der Nukleartechnologie nutzen, um das Ziel des Landes, 10.000 Megawatt Strom zu erzeugen, zu unterstützen. Präsident Ruto merkte an, dass der Gipfel einen bedeutenden Wandel hin zu einer ausgewogeneren, handlungsorientierten und ergebnisorientierten Partnerschaft zwischen Afrika und Frankreich markiere.
Frankreichs Afrikapolitik
Präsident Emmanuel Macron will bei der Eröffnung des „Africa Forward“ Gipfels in Kenia, der zum ersten Mal in einem englischsprachigen Land stattfindet, Frankreichs neuen Ansatz gegenüber Afrika vorstellen. Schwerpunktmäßig geht es um die Förderung von Innovationen, grüner Energie, digitaler Technologie und die Reform der internationalen Finanzarchitektur. Es werden bis zu 30 Staats- und Regierungschefs sowie rund 4.000 Wirtschaftsvertreter und Innovatoren erwartet.

