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Ein holländischer Rechtsanwalt hat im Namen von 1.000 Opfern der toxischen Müllverseuchung in Abidjan die Firma Trafigura auf Schadenersatz von 12.5 Millionen Dollar verklagt. Trafigura schiebt die Verantwortung auf ein lokales Unternehmen, das mit der Entladung beauftragt wurde.  
Papst Benedikt XVI. hat die neue Diözese von Agboville errichtet und den Priester Alexis Touably Youlo zum ersten Bischof ernannt. Die Diözese gehört zur Erzdiözese von Abidjan.  
Der Sicherheitsrat der Afrikanischen Union (AU) hat beschlossen, die Übergangsperiode noch einmal für ein Jahr zu verlängern, nachdem die Entwaffnung der Milizen und die Vorbereitung für eine Wahl fehlgeschlagen waren. Präsident Laurent Ggagbo bleibt im Amt, soll aber einen Teil seiner Vollmachten an Premierminister Konan Banny abtreten.  
Nach 10-stündigen Verhandlungen haben die Staatschefs der ECOWAS Länder ihre Beschlüsse nicht veröffentlicht, um gewalttätige Reaktionen der Konfliktparteien zu vermeiden. Die Präsidenten Ghanas und Südafrikas kamen nicht zum Gipfeltreffen. Ende Oktober läuft das Mandat der Übergangsregierung aus. Die vorgesehenen Wahlen konnten gegen Widerstand von Präsident Laurent Ggagbo und der Rebellen im Norden nicht organisiert werden.  
Westafrikanische Staatschef treffen sich in Nigeria, um eine Lösung für den politischen Engpass zu finden, nachdem die für Oktober geplanten Wahlen abgesagt wurden. Eine Schlüsselfrage ist, ob Präsident Laurent Ggagbos Amtszeit noch einmal verlängert wird.  
Kurz vor der Ankunft des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki hat die Regierung den Abzug der 4.000 französischen Truppen, die die Demarkationslinie bewachen, gefordert und ihr Misstrauen gegen die Internationale Arbeitsgruppe der UNO ausgesprochen. Die Rebellen halten Mbeki für parteiisch und lehnen ihn als Mediator ab.  
Zwei französische Direktoren der holländischen Firma Trafigura und acht ivorische Bürger wurden in Abidjan verhaftet und wegen Verantwortung für den Giftmüllskandal angeklagt. Die Firma behauptet, sie habe ihre ivorischen Partner korrekt beauftragt und bezahlt.  
Die Zahl der Todesfälle, die auf die Entsorgung von hochgiftigem Raffinieriemüll aus Holland auf Mülldeponien in Abidjan zurückzuführen sind, ist auf sechs gestiegen. Über 10.000 Menschen mussten sich ärztlich behandeln lassen. Die UN und die Schweiz schickten Experten, um bei der Beseitung der toxischen Abfälle zu helfen, die auch in Meereslagune geflossen sind. Die holländische Firma Trafiguras lehnt jede Verantwortung ab, will aber Hilfe leisten.  
Die Übergangsregierung der Elfenbeinküste ist am Mittwoch wegen eines Giftmüllskandals zurückgetreten. Präsident Laurent Gbagbo akzeptierte den Rücktritt des amtierenden Ministerpräsidenten Charles Konan Banny. Gbagbo bat die Regierung aber, bis zur Bildung eines neuen Kabinetts im Amt zu bleiben. Der Giftmüll war in der Nacht vom 19. auf den 20. August auf mindestens neun Deponien um die Hauptstadt Abidjan abgeladen worden. Nach Regierungsangaben starben daran 3 Personen, rund 1500 Einwohner der Stadt erkrankten.
Der Versuch des Premierministers Charles Konan Banny, die politischen Kräfte im Norden und Süden, die sich seit vier Jahren bekämpfen, zu einer Einigung zu bewegen, ist fehlgeschlagen. Nach wenigen Stunden wurden die Verhandlungen abgebrochen.  

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

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