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Präsident Mursi hat die Gefangenen begnadigt, die während und nach den Unruhen, die zum Sturz Mubaraks führten, inhaftiert wurden. Etwa 1,000 Demonstranten könnten davon profitieren. Mörder jedoch sind von der Amnestie ausgenommen. Die Geste wird als „einer der wichtigsten Siege der Revolution“ bezeichnet.
Präsident Mursi hat drei Kopten, darunter zwei Frauen, in den Kreis seiner engsten Ratgeber ernannt. Er erfüllt damit ein Wahlversprechen und will die Ängste der koptischen Christen vor einer islamisch geprägten Regierung besänftigen.  
Präsident Muhammed Mursi hat zwei hochrangige Militärs, Feldmarschall Mohamad Hussein Tantawi und Stabschef Sami Annan, aus ihrem Amt entlassen und die Posten mit eigenen Kandidaten besetzt. Auch hob er die im Juni vom Militärrat verabschiedeten Verfassungsveränderungen auf. Politische Beobachter sehen darin einen entscheidenden Schritt im Machtkampf zwischen der Armee und den regierenden Muslimbrüdern.  
Zwölf schwer bewaffnete Terroristen töteten bei einem Angriff auf einen Grenzposten 16 ägyptische Soldaten und erbeuteten ein Panzerfahrzeug, mit dem sie auf israelisches Territorium vordrangen, bevor das israelische Militär sie stoppte. Ägypten startete eine Offensive gegen terroristische Gruppen, die auf der Sinai Halbinsel operieren, und begann, die unterirdischen Schmuggeltunnel zum Gazastreifen zu zerstören.  
Gewaltsame Zusammenstöße zwischen Christen und Muslimen in Dahshur, einem Dorf 40 km südlich von Kairo, eskalierten, als Muslime die koptische Kirche angriffen. Als die Polizei eingriff, setzte der Mob die Häuser und Geschäfte der koptischen Christen in Brand. Nach Angaben des Erzbischofs von Giza mussten alle Christen fliehen.  
Präsident Mohammed Mursi vereidigte das von Ministerpräsident Hisham Quandil gebildete Kabinett. Das Militär kontrolliert weiterhin die Schlüsselministerien: Verteidigung, Außenpolitik und Finanzen. Die meisten Ressorts werden von Fachleuten geleitet. Die Muslimbrüder stellen nur vier Minister und konzentrieren sich auf Erziehung und Jugend. Eine Koptin übernimmt das Wissenschaftsministerium. Die Salafisten sind nicht an der Regierung beteiligt.  
Präsident Mursi hat den patriotischen, unabhängigen bisherigen Minister für Wasserangelegenheiten, Hisham Qandil, beauftragt, eine neue Regierung zu bilden. Es wird erwartet, dass dieser das aktuelle Szenario meistern kann und mit Technokraten, Christen und Frauen ein funktionsfähiges Kabinett zusammenstellt, um Mursis „Programm der Renaissance“ umzusetzen.
Die US-Außenministerin hat den Unmut der Ägypter zu spüren bekommen, als verärgerte Gruppen ihren Konvoi mit Schuhen, Tomaten und Wasserflaschen bewarfen. Sie sei nicht beleidigt, sagte Clinton, denn sie sehe darin die Nervosität der Bürger über die unsichere Zukunft, aber auch ein Stück neugewonnene Freiheit. Die verschwendeten Nahrungsmittel täten ihr leid. Es gäbe noch viel Arbeit, bis der Konflikt zwischen Militärrat, Präsidenten und Verfassungsgericht gelöst sei.
Eine Woche nach Amtsübernahme hat Präsident Mursi das im vorigen Monat vom Militärrat aufgelöste Parlament wieder eingesetzt. Der verärgerte Militärrat kam sofort zu einer Krisensitzung zusammen. Nun muss das Verfassungsgericht die Gültigkeit von Mursis Dekret prüfen. Wer in Ägypten hat die Macht?
Nach einer langen Geschichte von Pharaonen, Königen, fremden Statthaltern und Generälen hat Ägypten in Mohammed Mursi den ersten zivilen Politiker an der Spitze des Staates. Er wolle der Präsident „aller Ägypter“ sein, für nationale Einheit arbeiten und internationale Verträge einhalten. Den Vorwurf, Beziehungen zu Iran und Israel ändern zu wollen, dementierte er vehement. Man wirft ihm „Mangel an Charisma“ vor und verpasste ihm den Spitznamen „Ersatzreifen“, doch die Ägypter erwarten viel von ihm, obwohl seine Kompetenzen durch den Militärrat massiv beschnitten sind. Inzwischen stellt Mursi sein Kabinett zusammen, in dem auch Christen und Frauen vertreten sein sollen. Die Amtseinführung ist für Samstag geplant.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

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