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Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat die Zahl der Flüchtlinge weltweit erstmals auf über 100 Millionen ansteigen lassen. Die UN warnt, dass die daraus resultierende Ernährungskrise noch mehr Menschen zum Verlassen ihrer Heimat zwingen könnte. Ende 2021 gab es weltweit 89,3 Millionen Menschen, die aufgrund von Verfolgung, Konflikten, Missbrauch und Gewalt ihr Land verlassen hatten. Doch seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar sind bis zu 14 Millionen Menschen hinzugekommen, und es ist zu erwarten, dass die steigenden Preise aufgrund der blockierten Getreideexporte und der unterbrochenen Ernten zu weiteren Vertreibungen führen werden.

In Johannesburgs benachteiligter Township Alexandra entstand das erste Zentrum Judo for Peace, wo Schülerinnen und Schüler das Zusammenleben lernen. Die Kinder leben, lernen und arbeiten gemeinsam.  Ziel des Programms ist es, Judo als Möglichkeit für Flüchtlinge, Migranten und Südafrikaner zu nutzen, um sich kennenzulernen und den „Moralkodex dieser Kampfkunst“ zu erlernen. Der kongolesische Trainer hilft zu dem Verständnis, dass Flüchtlinge auch Fähigkeiten in das Land bringen. In jüngster Zeit sind fremdenfeindliche Angriffe in Alexandra zurückgekehrt. Der 20. Juni wird als Weltflüchtlingstag begangen.

Um Diskriminierung und Stigmatisierung vorzubeugen, ist die Weltgesundheitsorganisation WHO dabei, die Bezeichnung „Affenpocken“ zu ändern. Bis Mai waren das Virus und die Krankheit aus Afrika bekannt, aber das Virus wurde 1958 erstmals bei Affen in einer Versuchsanstalt in Dänemark nachgewiesen. In dem momentanen Ausbruch gibt es etwa 780 Infektionen aus überwiegend 27 westlichen und osteuropäischen Ländern. Seit längerem gibt es Bestrebungen der WHO, Krankheiten nicht mehr nach Tieren oder Regionen zu benennen.  Die WHO handelte schnell, als das Coronavirus auftauchte. Statt es „Wuhan-Virus“ - nach der chinesischen Stadt des ersten Auftretens -  zu nennen, wurde das Virus Sars-Cov-2  und die Krankheit Covid-19 genannt.

Nach 18 Monaten Krieg mit der äthiopischen Regierung sind die tigrayanischen Streitkräfte bereit, eine hochrangige Delegation zu von Kenia vermittelten Gesprächen zu schicken. Der vom Vorsitzenden der  „Tigray People‘s Liberation Front“ unterschriebene Brief enthielt zum ersten Mal keine Vorbedingungen. Auch der äthiopische Premier Abiy Ahmed erklärte, dass Friedensgespräche der beste Weg zur Beendigung des Krieges seien. Jetzt besteht die Hoffnung, dass der Konflikt, der durch Massaker, Vergewaltigungen, Hunger und Krankheit gezeichnet war, 2 Mio. Menschen vertrieben und bis zu 50 Tausend getötet hat, durch Dialog beendet werden kann.

Im Bundesstaat Anambra hat die Polizei 35 14 - 17 jährige Mädchen aus einem Hotel befreit, die -  entweder gelockt oder entführt -  dort festgehalten wurden, um Babys zum Verkauf auf die Welt zu bringen. Vier von ihnen  waren schon schwanger.  3 Verdächtige wurden festgenommen, beschuldigt, in die Entführung der Teenager, in sexuelle Sklaverei und Prostitution und in den Betrieb der „Babyfabrik“ verwickelt zu sein. Auch Schusswaffen und Bargeld wurden sichergestellt. Der Hotelbesitzer ist geflohen. Es sind gewöhnlich die Menschenhändlerbanden, die diese Einrichtungen kontrollieren. Manche von denen sind als Entbindungskliniken oder als Hotels getarnt. Obwohl sich die Behörden schon jahrelang bemühen, diese Häuser zu schließen, existieren viele im Geheimen weiter. Menschenhandel, mit  Zwangsprostitution und Verkauf von Kindern, ist laut UNO Angaben nach Korruption und Drogenhandel das dritthäufigste Verbrechen in Nigeria.

Die 29-jährige Nzambi Matee ist ausgebildete Maschinenbauingenieuinr und Biochemikerin, heute besser bekannt als Umweltschützerin, die ihre kreativen Möglichkeiten ausschöpft, um Plastikmüll in nachhaltige Materialien umzuwandeln. In dem von ihr gegründeten Start-up-Unternehmen Gjenge Makers produziert sie ein leichtes, kostengünstiges Baumaterial, das aus recyceltem Kunststoff, unter  Hitzezufuhr mit Sand gemischt, Ziegel härter als Beton ergibt. Diese werden in Häusern, Schulen, Straßen und Plätzen angebracht. Weil sie langlebig sind, verringern sie die Wartungskosten. Bis zu 15.000 Ziegel können täglich produziert werden. In 2020 wurde Matee vom  UN Umweltprogramm UNEP zur Gewinnerin des Young Champions of the Earth Afrika ernannt.

Tansania hat ein Rahmenabkommen mit der norwegischen Equinor und der britischen Shell unterzeichnet, das sie dem Baubeginn eines 30-Milliarden-Dollar-Projekts für den Export von Flüssigerdgas (LNG) näherbringt. Dies ist ein wichtiger Schritt in den Bemühungen Tansanias, die Ausfuhr eines Teils der riesigen Gasvorkommen vor seiner Küste, die auf mehr als 57 Billionen Kubikfuß (1.630 Milliarden Kubikmeter) geschätzt werden, in Gang zu bringen. Zusammen mit dem amerikanischen Unternehmen ExxonMobil betreibt Equinor die Ausbeutung eines Blocks etwa 100 Kilometer (60 Meilen) vor der Küste von Lindi, wo es nach eigenen Angaben 20 Billionen Kubikfuß (566 Milliarden Kubikmeter) Erdgas gefunden hat. Shell hat zusammen mit Ophir Energy und Pavilion Energy nach eigenen Angaben 16 Billionen Kubikfuß (453 Milliarden Kubikmeter) Gas in zwei anderen Offshore-Blöcken in demselben Gebiet entdeckt. Energieminister January Makamba sagt: "Die geografische Lage Tansanias macht es einfach, das Erdgas in andere Länder zu transportieren, insbesondere in asiatische Länder, die nach neuen Energiequellen suchen."

Die UN-Generalversammlung hat Mosambik für eine im Januar beginnende 2jährige Amtszeit zum nicht-ständigen Mitglied des UN-Sicherheitsrats gewählt. Weitere gewählte Länder sind Ecuador, Japan, Malta und die Schweiz. Sie ersetzen Indien, Irland, Kenia, Mexiko und Norwegen.

Ein hessisches Startup-Unternehmen hat den bisher größten Auftrag für medizinische Träger erhalten. Wingcopter, zusammen mit Atlantic Trust Holding will in den nächsten 5 Jahren 12.000 Drohnen in Afrika vertreiben. 49 Staaten südlich der Sahara sollen in das Liefernetz eingebaut werden. Die Drohnen sollen vor allem Medikamente, Impfstoffe und im Notfall Lebensmittel in schwer zugängliche Regionen bringen. Der batterie-elektrisch angetriebene Wingcopter 198 ist eine Mischung von Helikopter und Tragflächendrohne, hat eine Reichweite von 110 km, eine Höchstgeschwindigkeit von 145 h/km und kann bis zu 6 Kilo Ladung transportieren. Der Schwenkrotor- Mechanismus lässt ihn senkrecht starten und landen aber auch lange Strecken fliegen wie ein Flugzeug. Millionen Menschenleben können so verbessert und gerettet werden.

Algerien hat einen 20 Jahre alten Kooperationsvertrag mit Spanien ausgesetzt, nachdem Madrid seine neutrale Haltung gegenüber der Westsahara aufgegeben hat. Im März erkannte Spanien öffentlich Marokkos Autonomieplan für das umstrittene Gebiet an. Marokko kontrolliert rund 80 % der Westsahara. Der Rest wird von der von Algerien unterstützten Polisario-Bewegung gehalten, die nach dem Abzug der spanischen Streitkräfte im Jahr 1975 einen 15-jährigen Krieg mit Marokko führte. Die 1976 von der Polisario-Front ausgerufene Demokratische Arabische Republik Sahara (SADR) wird inzwischen von vielen Regierungen anerkannt und ist Vollmitglied der Afrikanischen Union.

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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