Schlagwort: Somalia

In Mogadischu wurde ein mit Sprengstoff gefülltes Auto durch einen Selbstmordattentäter vor dem Wohnsitz des Premiers Ali Mohamed Ghedi zur Explosion gebracht. Dabei starben sechs Leute und 10 wurden verletzt, meist Leibwächter. Der Premierminister kam mit dem Schock davon.

Amal Abdi Ibrahim, die in Finnland lebt, und Asha Ahmed Abdalla wollen als Kandidaten für die nächsten Präsidentschaftswahlen antreten. Der Verfassungsenwurf sieht eine Frauenquote von 30% im Parlament vor.

Führer von Clan-Milizen in Mogadischu, die gegen die Präsenz äthiopischer Truppen in einer geplanten Friedenstruppe sind, haben beschlossen, ihre Kämpfer zu einer gemeinsamen neuen Sicherheitstruppe zusammenzulegen. Eine Gruppe somalischer Abgeordneter beschuldigt Äthiopien, Waffen und Truppen nach Somalia einzuschleusen.

Abdullah Farmajo folgte dem Drängen seines Präsidenten, der nur so weitere Unterstützung der UNO Truppen behalten kann. Das Land sinkt tiefer ins Chaos. Zum ersten Mal wurden nun sechs Ausländer zu langen Haftstrafen verurteilt, weil sie mit Millionen von Dollar Lösegeld für Piraten geschnappt wurden.

Ein UN-Bericht schätzt, dass etwa 27.000 somalische Kinder in den letzten drei Monaten verhungert sind. Die Menschen, die vor der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren geflohen waren, leiden seit Tagen unter extrem starken Regenfällen, befolgen aber trotz Hunger das Ramadan-Fasten. Kämpfe zwischen Shabaab-Milizen und Regierungs- und UN-Truppen in Mogadischu behindern die Arbeit der Hilfsorganisationen. Die Bundesmarine hat eine zweite Fregatte in die Region entsandt, die Hilfslieferungen schützen soll. Ein von der Afrikanischen Union für den 9. August einberufenes Gebertreffen ist um zwei Wochen verschoben worden.

Das UN-Flüchtlngsprogramm OCHA ist besorgt um 400.000 Flüchtinge im Afgoye Korridor in der Nähe von Mogadischu. Einheiten der AU-Friedenstruppe AMICOM sind im Anmarsch auf die Hochburg der Al Shabab Rebellen, die immer noch große Teile des Landes kontrollieren und sich dem Al Kaida Netzwerk angeschlossen haben.

Der Sprengstoff soll nahe dem Außenministerium explodiert sein, wo sich Verteidigungs- und Außenminister von Kenia und Somalia trafen, nachdem kenianische Truppen mit Panzern und Hubschraubern gegen die al-Shabaab Milizen vorgerückt waren.

Die unbemannten Flugkörper, die die USA in Dschibuti, Äthiopien und auf den Seychellen stationiert hat, sollen nicht gegen die Piraten, sondern gegen al-Qaida und assoziierte Terrornetzwerke eingesetzt werden. Inzwischen sind drei al-Shabab Ziele in der südsomalischen Hafenstadt Kismayo von Drohnen angegriffen worden. Eine Drohne soll abgestürzt sein. Bewohner berichten von den Bemühungen der Milizen, die Kontrolle über die für sie so wichtige Versorgungsquelle zu behalten.

Nachdem die Al-Shabab islamistische Gruppe, die einen Großteil des Landes beherrscht, Musik und Sportsendungen verboten hatte, soll jetzt der Handy – Transfer von Geld als „unislamistisch“ abgeschafft werden. Das mobile Netz floriert in Somalia, und Handy-Banking war sehr beliebt. Alle drei Mobil Unternehmen hatten den Service angeboten. Nun fürchtet Al-Shabab, Somalia könnte Störungen von feindlichen westlichen Ländern ausgesetzt seien. Am ärgsten betroffen von dem Verbot sind Familien, die für ihr Überleben auf die Rücküberweisungen eines im Ausland arbeitenden Mitglieds angewiesen sind.

Ende 2006 war Äthiopiens Armee in Somalia einmarschiert um den somalischen Ministerpräsidenten gegen die Union der Islamistischen Gerichte (UIC) zu stützen. Den Kämpfen zwischen Besatzungstruppen und islamistischen Rebellen kosteten ca. 16.000 Menschen das Leben und über 1 Million Somalier flüchteten. Nun zogen sich die äthiopischer Truppen zurück.

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