Schlagwort: Somalia

Interim Präsident Abdullahi Yuzuf ist in Jowhar angekommen, wo er vorläufig seinen Regierungssitz errichten will. Warlord in Mogadischu drohten Jowhar anzugreifen.

Said Tahlil, der Leiter von „Radio HornAfrik“, wurde in Mogadisschu auf offener Straße erschossen. Unter Verdacht steht die islamistische Al-Shabab-Miliz. die für die meisten Morden an Journalisten in den letzten Jahren verantwortlich ist.

Die von der UNO organisierte Luftbrücke stieß beim kenianischen Zoll auf Schwierigkeiten, während Helfer verzweifelt auf energiereiche Nahrung für verhungernde Kinder warteten. Für die nächsten Tage sind mehrere Hilfsflüge von Nairobi nach Somalia und Äthiopien geplant. Neben der Direkthilfe ist es zwingend notwendig, auch über Aufbauhilfen für die Landwirtschaft zu sprechen.

Somalische Milizen haben in Mogadischu einen Friedhof aus der italienischen Kolonialzeit geschändet und auf dem Grundstück mit dem Bau einer Moschee begonnen. Die italienische Regierung bezeichnete die Tat als barbarisch.

Jedes Jahr riskieren Zehntausende von Somalis die gefährliche Überfahrt nach Jemen, um von dort nach Europa zu gelangen. Auf dem Weg zurück transportieren die Schiffe Waffen, um das UN-Embargo zu umgehen. Seit Jahresanfang wurden vor der somalischen Küste über zwei Duzend Schiffe von Piraten gekapert.

Mehrere Menschen starben bei Anschlägen auf einen Reisebus und einem Angriff auf einen Tanklastwagenkonvoi. Die Warlords haben wieder wie früher Straßensperren in der Stadt eingerichtet. Kenia hat 400 somalische Flüchtlinge ausgewiesen. Die USA stellen der Übergangsregierung Hilfsgüter im Wert von 16 Millionen Dollar zur Verfügung.

Bei einem Angriff von Al-Shabab Milizen auf ein prominentes Hotel in der Nähe des Präsidentenpalastes kamen mindestens 32 Menschen ums Leben, sechs davon Abgeordnete der Übergangsregierung. Immer mehr Zivilisten kommen bei Straßenkämpfen um. Al-Shabab sieht die AU-Friedenstruppen als Besatzungsmacht und hat eine neue Offensive angekündigt.

Die Consolata Missionarinnen haben alle Patienten evakuiert, nach dem ihr Krankenhaus mit Raketen beschossen wurde und Soldaten die Einrichtung nach Waffen durchsuchten. Auch die 100 Waisenkinder des Kinderdorfes wurden in Sicherheit gebracht. Mindestens 60 Prozent der einst 1,2 Millionen Einwohner sind bislang aus Mogadischu geflohen.

Mohamed Ibrahim, der am katholischen Newman College im Norden Londons unterrichtete, wurde während der Sommerferien nach Somalia zurückgerufen, als er zum Vize Premier und Außenminister ernannt wurde. Er bringt Erfahrungen mit FAO und anderen Organisationen mit, die ihm in dem durch Bürgerkrieg, Dürre und Hunger zerrütteten Land zugutekommen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete als „historische Errungenschaft“, dass die Verfassungsgebende Versammlung mit 621 Vertreter der somalischen Clans sich auf den Text für ein neues Grundgesetz einigten konnte. Die Verfassung tritt sofort in Kraft, soll aber später durch ein Referendum bestätigt werden. Die Versammlung soll noch in diesem Monat ein neues Staatsoberhaupt, einen Ministerpräsidenten und eine Regierung wählen. Überschattet wurde der Erfolg durch zwei vereitelte Attentate auf die Versammlung und dem Mord an einem bekannten Journalisten.

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