Schlagwort: Somalia

Einen Tag nach der überstürzten Entlassung seines allgemein populären Premiers muss Präsident Abdullahi Yusuf sich vor dem Parlament verantworten. Man wirft ihm vor, ein Hindernis auf dem Weg zum Frieden zu sein. Er benehme sich wie ein Diktator, und habe nach vier Jahren Amtszeit nichts zum Frieden beigetragen. Somalia hat seit dem Sturz von Präsident Siad Barre in 1991 keine funktionierende Zentralregierung. Etwa eine Million Somalis haben während der erbitterten Kämpfe ihre Heimat verlassen.

Die al-Shabaab Rebellengruppe bot Kindern, die in dem von ihrem Radio durchgeführten Koran Vortragswettbewerb gewonnen hatten, Gewehre, Bomben und religiöse Bücher an.

Drei Trockenjahre haben die Ernten und Herden dezimiert. 14,5 Millionen sind wieder auf Hilfe angewiesen. Die humanitäre Krise wird durch den Kriegszustand verschlimmert, weil Hilfsgüter nur unter großer Gefahr vom Hafen in Mogadischu ins Land gebracht werden können.

Auf einer Straße Mogadischus, die von Truppen Äthiopiens und der Afrikanischen Union befahren wird, explodierte eine Bombe und riss 20 Menschen in den Tod.

Nach einem kurzen Feuergefecht hat die indische Marine 61 Piraten von einem gekaperten Schiff im Arabischen Meer gefangen genommen. Indien hat schon mehrere erfolgreiche Rettungsaktionen durchgeführt. In den vergangenen Monaten haben Gewalt und Lösegeldforderungen zugenommen. Im Februar befanden sich 30 Schiffe und etwa 660 Geiseln in Piratenhand.

Bei erneuten Kämpfen zwischen islamistischen Widerstandskämpfern und äthiopischen und Regierungstruppen sind in den letzten fünf Tagen mindestens 210 Menschen umgekommen, die meisten Zivilisten. Nach UN-Angaben sind seit Februar 320.000 Einwohner aus der Stadt geflohen.

Britische und US Streitkräfte konnten den von Piraten 1000km vor der somalischen Küste gekaperten italienischen Frachter Montecristo zügig befreien, weil die Crew per Flaschenpost eine Nachricht ausschickte, dass alle 23 Mann im gepanzerten Raum sicher seien. So konnte das Schiff gestürmt und die elf Piraten gefesselt werden. Nicht alle Rettungsversuche enden so erfolgreich. Zurzeit haben die Piraten noch 10 Schiffe und 251 Geiseln in ihrer Gewalt.

Bei der Ausbildung von Truppen für Somalia arbeiten die USA und die EU zusammen. Africom bildet ugandische Soldaten für einen Einsatz in Somalia aus, die EU trainiert Einheiten der somalischen Armee. Auch 30 deutsche Ausbilder sind daran beteiligt.

Nach der Eroberung Mogadischus stoßen die islamistischen Milizen ohne großen Widerstand in andere Teile des Landes vor. Den Anführern werden Verbindungen zu Al-Kaida nachgesagt, weshalb die USA die gegnerische Allianz der Warlords unterstützte.

Der UN Sicherheitsrat hat einstimmig zugesagt, dass Länder, die ein Abkommen mit der sudanesischen Interim-Regierung haben, gegen die wachsende Piraterie ankämpfen dürfen, da die Regierung ihre eigene Küstenlinie nicht effektiv überwachen kann. Die in Djibuti stattfindenden Gespräche sollen auch erste direkte Kontakte zwischen den Rebellengruppen vermitteln.

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