Schlagwort: Somalia

Nach einigen ruhigen Wochen sind wieder heftige Kämpfe nahe der Milizen Basis Jowher aufgeflammt. Die drei Minister im Konvoi blieben unversehrt, als eine Landmine unter ihrem Wagen explodierte. Jowhar, etwa 90 km nördlich der Hauptstadt, ist nach ihrem erzwungenen Rückzug die größte von al-Shabaab kontrollierte Stadt.

Das erste Kontingent ugandischer Truppen hat die Hauptstadt erreicht. Kurz nach ihrer Ankunft wurde der Flughafen von mehreren Granaten getroffen. Auch Burundi, Nigeria, Malawi und Ghana sind bereit, die 8.000 Mann starke Friedenstruppe zu unterstützen.

Streit in der Übergangsregierung hat zur Entlassung des Regierungschefs Nur Hassan Hussein durch den Präsidenten Abdullahi Yusuf geführt. Die meisten Somalis sowie die umliegenden Staaten sind besorgt, dass diese Handlung den schon fragilen Friedensprozess zum Scheitern bringen könnte. Was die Menschen brauchen ist Frieden, Stabilität und Versöhnung.

Während somalische Streitkräfte, unterstützt von einem AMISIN Kontingent auf die Hafenstadt Kismayo marschieren, um die al-Shabaab Miliz aus ihrer letzten Hochburg zu vertreiben, wurden bei einem Doppelanschlag in der Hauptstadt Mogadischu mindesten 14 Menschen getötet und viele verletzt. Es ist noch viel Wut im Land; nicht alle Somalier sind mit der ausländischen Intervention und dem Stabilisierungsprozess einverstanden.

Eine Autobombe explodierte heute nahe der türkischen Botschaft in Mogadischu. Einzelheiten über Verluste, Täter und Motive sind noch nicht klar.

Nach einer Abstimmung über die Präsenz ostafrikanischer Truppen in Somalia, die von der Regionalorganisation IGAD zur Sicherheit der neuen Regierung vorgeschlagen wurde, kam es im Parlament zu Schlägereien zwischen den Abgeordneten, als die Mehrheit den Antrag ablehnte. Umstritten ist vor allem die Beteiligung äthiopischer Soldaten.

Das somalische Exil-Parlament hat den zweiten Kabinettsvorschlag von Premierminister Ghedi angenommen. Dem neuen Kabinett gehören die Kriegsherren der bedeutenden Clan-Milizen an.

Obwohl es in Somalia wegen jahrzehntelanger Anarchie kein Bildungssystem gibt, gehen 40% der Kinder in Schulen, die von Eltern nach der Zerstörung im Bürgerkrieg teilweise wiederhergestellt und betrieben werden. Die seit einem Jahr bestehende Regierung hat sich noch nicht um die Trägerschaft bemüht; so entscheiden und zahlen die Eltern weiter. Viele von ihnen sind auf Unterstützung ihrer im Ausland lebenden Verwandten angewiesen. Einen einheitlichen Lehrplan gibt es noch nicht, aber man hofft, dass die Regierung bald die Verantwortung übernimmt.

Kurz nachdem der Taifun Haiyan Tod und Zerstörung zu den Philippinen brachte, wurde auch der Nordosten Somalias, die semi-autonome Region Puntland, heimgesucht. 100 Menschen sollen in dem Wirbelsturm umgekommen sein; weitere Hunderte werden noch vermisst.

Die USA suchen festere Bindung an die eigenständigen Provinzen von Somaliland und Puntland in der Hoffnung, dass die Stärkung der beiden stabilen Bezirke im Norden die ständig wachsende Bedrohung durch islamistische Gruppen im Süden unterhöhlen könnte. Die beiden Provinzen begrüßen die Initiative und sind zur Zusammenarbeit bereit.

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