Schlagwort: Somalia

Es sind meist Flüchtlinge, die von den bekämpften Landesteilen in die Hauptstadt Mogadischu geflohen sind und jetzt unter der alarmierenden Nahrungsknappheit leiden. Hilfsorganisationen können die Flüchtlinge nicht genügend versorgen, weil das Geld fehlt, weil eine akute Trockenheit herrscht und der tobende Konflikt die Hilfsgüter nicht durchlässt. Die Lage ähnelt, laut Regierungssprechern, der von 2010 und 2011, als 260,000 Menschen an Hunger starben, weil die Alarmsignale übersehen wurden. OCHA befürchtet eine Verschlechterung, da nur ein Drittel der notwendigen 933 Mio. Dollar eingegangen sind.

Nach dem seit einigen Monaten die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und islamischen Aufständischen wieder aufgeflammt sind, ist die Zahl der Flüchtlinge nach Schätzungen der UNO auf landesweit eine Million gestiegen. Selbst in der Hauptstadt können die vielen Verletzten nicht mehr medizinisch versorgt werden.

Alliierte Seestreitkräfte beginnen die Bedrohung der zivilen Schifffahrt durch somalische Piraten auf einem der wichtigsten Seeweg der Welt ernster zu nehmen, denn trotz des Sicherheitskorridor für Handelsschiffe nehmen die Übergriffe zu. In diesem Jahr hat es schon 59 registrierte Piratenangriffe im Golf von Aden und im Indischen Ozean östlich des somalischen Festlands gegeben. Die Lösegeldforderungen werden immer höher. Seeräuberei und illegaler Waffenhandel scheinen auch zusammenzuhängen.

Äthiopische Truppen haben am Sonntag mit gepanzerten Fahrzeugen die Grenze zu Somalia überschritten. Die Bewohner der zwei Grenzdörfer wurden aufgefordert, sich aus Sicherheitsgründen auf die äthiopische Seite der Grenze zu begeben. Äthiopien hat wiederholt bestritten, Soldaten in Somalia stationiert zu haben. Journalisten und Augenzeugen berichteten jedoch mehrfach, die Truppen gesehen zu haben.

Nachdem die Geschosseder Rebellen das Flugzeug des gemäßigten Präsidenten verfehlten, gingen blutige Kämpfe in der Nähe des Flughafens von Mogadischu weiter. Etwa 30 Menschen starben im Kugelhagel. Die der Terrororganisation „El Kaida“ nahestehenden Milizengruppen „Al Shabab“ und „Hizbul Islam“ kämpfen um die Macht. Auch mit Hilfe der UNO und AU hat die somalische Armee nur einen kleinen Teil des Landes unter ihre Kontrolle.

97 Somalis und Äthiopier, die in mehreren Boot von Bossaso in Puntland nach Jemen übersetzen wollten, sind in Golf von Aden ums Leben gekommen. Letzte Woche ertranken 18 Immigranten, die von der Schiffsbesatzung vor der Küste ausgesetzt wurden.

Kurz nach Freilassung des medizinischen Personals im Sudan wurden in Somalia vier Mitglieder der UNO Hilfsgruppe entführt, drei davon Ausländer. Täter und Motiv sind nicht bekannt. In 2008 wurden in Somalia 35 Helfer ermordet und 26 entführt.

Die Al-Shabaab Milizen bezeichnen ihr Verlassen der Hauptstadt als ’strategischen Rückzug‘. Die Übergangsregierung hat desertierenden Milizionären eine Amnestie zugesagt. Der Rückzug ermöglicht eine bessere humanitäre Versorgung der Einwohner Mogadischus. Der Versorgungslage der Bevölkerung im Süden Somalias wird immer dramatischer. Tansania hat 300 Tonnen Mais für Hungeropfer in Somalia gespendet.

Al-Shabaab hat am Samstag in Afgoye, etwa 30 km von Mogadischu entfernt, 200 Teenager entführt. Sie sollen im Kampf gegen die somalischen Regierungstruppen eingesetzt werden. Zuvor hatten die Al-Shabaab Anführer die Bewohner zusammen getrieben und sie zum Krieg aufgerufen.

Südlich von Jemen haben Piraten einen weiteren deutschen Frachter, die MV Victoria, gekapert, obwohl er im Schutzkonvoi fuhr. Trotz der Präsenz einer internationalen Flotte, hat sich die Piraterie intensiviert. Inzwischen befinden sich 19 Schiffe in der Hand der Piraten, drei davon deutsche.

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