Schlagwort: Republik Zentralafrika

Ruanda entsandte 300 Soldaten zur Verstärkung der Friedenstruppen der Vereinten Nationen in die Zentralafrikanische Republik. Nach Angaben der Vereinten Nationen sollen sie eine wichtige Autobahn zur Versorgung der Hauptstadt schützen. Die Entsendung ist Teil einer Resolution des UN-Sicherheitsrats.  Die Truppen werden ein Jahr lang bleiben. Die Zentralafrikanische Republik, eines der ärmsten Länder der Welt, wird seit 2013 von einem Bürgerkrieg heimgesucht, in dem bewaffnete Gruppen um Ressourcen und Macht ringen.

Premierminister Firmin Ngrebada ist zusammen mit dem gesamten Kabinett zurückgetreten. Frankreich stoppte am Montag die Finanzhilfe für das Land, weil einer von Russland gesteuerten Desinformationskampagne gegen Frankreich Folge geleistet wurde. Ngrebada, dem eine zu große Nähe zu Wladimir Putin vorgeworfen wird, war letzte Woche in St. Petersburg, um Russland zu überzeugen, noch mehr in das Land zu investieren. Der Kreml liefert Waffen und schickt Ausbilder, um die Streitkräfte der ZAR zu trainieren. Das Land investierte auch in den Bergbausektor. Das verarmte Land ist reich an Ressourcen, mit großen Reserven an Gold, Diamanten, Kupfer und Uran.

Rebellen bestreiten die Gültigkeit der Wiederwahl von Präsident Faustin Archange Touadéra und wollen ihn stürzen; sie haben die Hauptstadt Bangui umzingelt. Die Stadt wird von Regierungstruppen verteidigt, die von UN-, russischen und ruandischen Truppen unterstützt werden. 2/3 des Landes werden bereits von Rebellen kontrolliert, obwohl mindestens 12.000 UN- Friedenssoldaten im Land sind. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) teilt mit, dass etwa 200.00 Menschen fliehen: 92.000 Flüchtlinge sind in die Demokratische Republik Kongo geflohen und mehr als 13.000 nach Kamerun, Tschad und in die Republik Kongo, der Rest sind Binnenflüchtlinge. Obwohl reich an Ressourcen wie Diamanten und Uran, ist das Land eines der ärmsten und instabilsten in Afrika; die UN schätzt, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen ist.

Der Verfassungsgerichtshof bestätigt die umstrittene Wiederwahl (ca. 53%) von Faustin Touaderas, inmitten von Drohungen bewaffneter Gruppen, die Hauptstadt anzugreifen. Die Wahlen waren durch eine niedrige Wahlbeteiligung (ca. 35%) gekennzeichnet. Seit den Präsidentschaftswahlen eskalierten die Spannungen. Eine bewaffnete Allianz, die gegen die Wiederwahl Touaderas war, versuchte letzte Woche in die Hauptstadt Bangui einzudringen. Sicherheitskräfte, die von Friedenstruppen der Vereinten Nationen unterstützt wurden, schlugen den Angriff schließlich zurück.

Die Lage in Bangui ist angespannt, nachdem bewaffnete Rebellen am Mittwochabend einen koordinierten Angriff am Rande der Stadt gestartet haben, der erste seit den Wahlen am 27. Dezember. Er wurde von der UN-Mission und den Regierungstruppen abgewehrt.

Rebellen der „Koalition der Patrioten für den Wandel“ (CPC) haben die Bangassou unter ihre Kontrolle gebracht. Die zahlenmäßig unterlegenen Regierungstruppen mussten sich in ein Lager der UN-Friedensgruppe MINUSCA retten. Hinter der Gruppe wird der ehemalige Präsident François Bozizé vermutet, der zum zweiten Mal durch einen Militärputsch die Macht ergreifen will.

Im Vorfeld der heiß umstrittenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen hat die Gewalt wieder stark zugenommen. Der amtierende Präsident Faustin-Archange Touadéra ist Favorit, hat aber in Anicet-Georges Dologuélé und dem ehemaligen Premierminister Martin Ziguélé starke Konkurrenz. Ob die Wahlen trotz der Gewalt überhaupt stattfinden würden, war bis zuletzt unklar. Opfer der Gewalt wurden auch drei Mitarbeiter der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“. Die Zählung der Stimmen ist noch nicht abgeschlossen.

Die Rebellengruppen werfen Präsident Touadéra vor, die für Sonntag geplanten Wahlen manipulieren zu wollen. 2013 war der christliche Präsident Bozizé von der überwiegend muslimischen Rebellengruppe der Séléka gestürzt worden. Die Regierung in Bangui bezichtigt den ehemaligen Staatschef François Bozizé, einen Putsch zu planen. Bozizé wies diese Anschuldigung zurück. Russland und Ruanda haben nach Angaben aus Bangui mehrere hundert Soldaten in die Zentralafrikanische Republik entsandt. Auch private russische Sicherheitsfirmen sind im Einsatz, um Präsident Faustin Archange Touadéra zu schützen. Russland hat sich seit 2018 im Land stark engagiert und Gold- und Diamanten- Konzessionen gesichert. Bewaffnete Gruppen kontrollieren 2/3 des Landes; rund ein 1/4 der 4,7 Millionen Einwohner sind auf der Flucht.

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