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An der Amtseinführung nahmen mehrere Staats- und Regierungschefs aus anderen Ländern teil, darunter die Präsidenten von Gabun und der Demokratischen Republik Kongo sowie die Ministerpräsidenten von Portugal und Mosambik. Carlos Vila Nova wurde 2021 mit Unterstützung der Mitte-Rechts-Partei „Unabhängige Demokratische Aktion“ erstmals Präsident. Im Juli 2026 wurde er mit über 55 % der Stimmen wiedergewählt. Er setzte sich damit gegen seinen Hauptkonkurrenten Nito Abreu, ein Mitglied des Parlaments, durch, der vom ehemaligen Ministerpräsidenten Patrice Trovoada unterstützt wurde. Die Wahlenthaltung lag bei 59 %, was eine historisch niedrige Wahlbeteiligung darstellt. Der Präsident von São Tomé und Príncipe hat eine weitgehend repräsentative Rolle, während die meisten Exekutivbefugnisse beim Ministerpräsidenten liegen.

Unter dem Titel: „Die Roças von São Tomé und Príncipe: Koloniales Agrarsystem und Zwangsmigration“ wurden sie in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. Die Roças von Agostinho Neto und São João dos Angolares sind Teil eines umfassenderen Netzwerks kolonialer Landgüter, die durch den Kaffee- und Kakaoanbau die Wirtschaft der Inseln prägten, aber auch eine schmerzvolle Geschichte von Zwangsarbeit und Migration widerspiegelten. Hinter den Kakaobäumen befanden sich Werkstätten, Krankenhäuser, Schulen, Trockenterassen, Eisenbahnstrecken, Lagerhäuser, Kapellen, Arbeiterunterkünfte und elegante Plantagenhäuser. Es handelte sich um in sich geschlossene Siedlungen, in denen Architektur, Landwirtschaft und Alltag zu einer Kulturlandschaft verwoben waren, wie es sie sonst nirgendwo auf der Welt gab. Zum Weltkulturerbe gehören sechs große Plantagen: Monte Café, Água Izé, Diogo Vaz, São João, (auf São Tomé) und Sundy und Belo Monte (auf Príncipe).

Der abgesetzte Premierminister von São Tomé und Príncipe, Patrice Trovoada, reagiert auf die Entscheidung von Präsident Carlos Vila Nova, seine Amtszeit zu beenden. Er bezeichnete die Entscheidung als „illegal“ und „verfassungswidrig“. Als Reaktion auf diese politische Krise verspricht Trovoada, alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel zu nutzen, um die Verfassung und seine Regierung zu verteidigen.

Am 13. Dezember verlässt São Tomé und Príncipe die von der Generalversammlung der Vereinten Nationen festgelegte Kategorie der am wenigsten entwickelten Länder (LDC). Der kleine Inselstaat vor der Küste Zentralafrikas, in dem rund 230 000 Menschen leben, hat sich zu einer stabileren und lebensfähigen Wirtschaft entwickelt und Fortschritte in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Pro-Kopf-Einkommen erzielt. São Tomé und Príncipe ist nach Botsuana (1994), Cabo Verde (2007), den Malediven (2011), Samoa (2014), Äquatorialguinea (2017), Vanuatu (2020) und Bhutan (2023) das achte Land, das den Status gewechselt hat oder „graduiert“ wurde.

Sao Tome erklärte, dass es von Portugal eine Entschädigung für die durch den Kolonialismus verursachten Schäden fordern werde. Portugals Präsident Marcelo Nuno Duarte Rebelo de Sousa hat am 23. April erklärt, dass sein Land für Verbrechen verantwortlich sei, die während des transatlantischen Sklavenhandels und der Kolonialzeit begangen wurden, und auf die Notwendigkeit von Reparationen hingewiesen. Portugals koloniales Erbe in Afrika, einschließlich Angola, Kap Verde, Guinea-Bissau und Mosambik, war von Gewalt, Enteignung und kultureller Zerstörung geprägt. Dieser Schritt spiegelt einen allgemeinen Trend wider, dass sich afrikanische Staaten gegen ihre ehemaligen Kolonialherren behaupten. Im Jahr 2021 erklärte sich Deutschland bereit, Namibia 1,1 Milliarden Euro für den Völkermord zu zahlen, den es dort begangen hat. In ähnlicher Weise werden in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) Forderungen nach Reparationen von Belgien für koloniale Gräueltaten laut.

In wenigen Tagen wird auf São Tomé und Príncipe eine Stichwahl bei den Präsidentschaftswahlen stattfinden. Kürzlich veröffentlichte Forschungsergebnisse der Freedom House Organisation zeigen, dass kleine Inseln wie São Tomé und Príncipe, wenn man den gesamten afrikanischen Kontinent betrachtet, demokratischer sind und die Menschen mehr Freiheiten haben. Der ehemalige Premierminister von São Tomé und Príncipe, Joaquim Rafael Branco, ist der Meinung, dass die Politiker in den Inselstaaten mehr Verantwortung tragen, weil sie die Menschen kennen, die mit den Folgen ihrer Entscheidungen leben müssen.

Die amerikanische Fregatte ‘USS Kauffman’ mit etwa 200 Marines wird mit lokalen Truppen vier-tägige Manoeuvres im Golf von Guinea abhalten. Im Golf lagern die größten Erdölreserven Afrikas.

Als 22. HPIC Land hat der Inselstaat den sogenannten Completion Point passiert, was eine baldige Entschuldung durch die internationalen Finanzinstitutionen bedeutet.

Nach vorläufigen Angaben der Wahlkommission hat der amtierende Präsident, Fradique de Menezes, bei den Präsidentschafatswahlen 60% der Stimmen gewonnen. Patrice Trovoada, Sohn des früheren Präsidenten Miguel Trovoada, kam auf etwa 38% und Nilo Guimaraes auf 0,59%. Die Wahlbeteiligung lag bei 63%.

Der amerikanische Erdölkonzern Chevron hat in den Gewässern vor der Küste von Soa Tomé und Nigeria mit Bohrungen begonnen. Mit der Produktion wird für 2010 gerechnet. Die Einnahmen wollen sich beide Länder teilen, Nigeria soll 60%, Sao Tomé und Principe 40% erhalten.

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