Schlagwort: Komoren

Am 6. Juli 1975 erklärte das Parlament der Komoren in einer einseitigen Resolution die Unabhängigkeit der Inseln, deren erster Präsident Ahmed Abdallah wurde. Die Komoren liegen im Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas und bestehen aus drei Inseln – Grande Comore, Anjouan und Moheli. Die Franzosen wiesen diesen Anspruch zurück, und Mayotte wurde eine Überseeregion Frankreichs. Dennoch wird dieser historische Tag von der Bevölkerung der Komoren als Tag der Freiheit begangen, mit einer Ansprache des Präsidenten und Feierlichkeiten zu Ehren ihrer Kultur, bei denen traditionelle Tänze, Speisen und Musik präsentiert werden.

Komoren – Geologen verfolgen schon seit Monaten das Rumoren um die Inselgruppe im Indischen Ozean. Vor Mayotte ist durch ein riesiges Magmareservoir ein submariner Vulkan entstanden. Da der Meeresboden etwa 3 Kilometer unter der Wasseroberfläche liegt, hat fast niemand etwas von dem Ausbruch bemerkt, aber sollte die Erdkruste über dem tief liegenden Reservoir einbrechen, sagen die Seismologen, bestehen ernste Gefahren für die beliebte Ferieninsel Mayotte.

Komoren – Seit dem Referendum im Juli ist die Lage in dem zwischen Mosambik und Madagaskar liegenden Inselstaat angespannt. Präsident Assoumani hatte nämlich die Rotation des Amtes zwischen den drei Hauptinseln Anjouan, Grande Comore und Moheli abgeschafft, sehr zum Ärger von Anjouan, die den nächsten Präsidenten stellen sollte. Die Rebellion eskalierte in den letzten Tagen, wurde aber von der Armee zerschlagen. Armut und Aufruhr sind endemisch. Seit der Unabhängigkeit von Frankreich in 1975 gab es 20 Putsche oder Putschversuche. Die vierte Insel, Mayotte, entschied sich, französisch zu bleiben.

Komoren – Unter den Komoreninseln zwischen Mosambik und Madagaskar hat Mayotte mit besseren Schulen, Krankenhäusern und Lebensbedingungen eine magische Anziehungskraft. Geographisch gehört Mayotte zu den Komoren, politisch jedoch zu Frankreich, weil die Bewohner so abstimmten. Fast täglich versuchen Flüchtlinge der anderen ärmeren Komoreninseln Anjouan, Moheli und Grande Comore nach Mayotte zu gelangen, in kleinen, oft überladenen Booten und meist bei Nacht, um der Küstenwache zu entgehen. Keiner hat die Ertrunkenen im Indischen Ozean gezählt; Schätzungen reichen von 10,000 bis 50,000.

Komoren – Zehntausende staatenlose Menschen in Kuwait, „Bidun“ genannt, könnten demnächst auf den Komoren, der Inselgruppe zwischen Mosambik und Madagaskar, eine Staatsbürgerschaft erhalten. Kuwait würde nur 34,000 anerkennen; die andern seien am Anfang des Öl- Booms zugewandert oder deren Nachkommen. Die Komoren selbst sind ein unruhiges Land, geplagt von Coups und Sezessionsbestrebungen. Die etwa 614,000 Einwohner sind meist arm. Sie leben von Jagd, Fischfang und Landwirtschaft. Die Nelken -, Vanille-, Pfeffer – und Kakaoplantagen gehören Ausländern.

Ab heute ist die Komoreninsel Mayotte zwischen Mosambik und Madagaskar das 101. Département Frankreichs und so Teil der EU. Die etwa 190,000 Bürger werden demnächst mit Euro zahlen und unter französisches Recht kommen. Wegen den besseren Bedingungen im Bildungs- und Gesundheitswesen ist die illegale Zuwanderung von den ärmeren Nachbarinseln das Hauptproblem. Auch wird die herrliche Tropeninsel mit ihrem Korallengürtel und Vanilleduft etwas von ihrem Traumcharakter verlieren, wenn bald ein neuer Flughafen, große Hotels und Direktflüge aus Paris hinzukommen.

Die Afrikanische Union hat gegen die Autoritäten der Insel Anjouan Sanktionen wie Reiseverbote und das Einfrieren von Konten verhängt. Wegen Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen vor vier Monaten hatte die AU Neuwahlen auf der Insel verlangt.

Die Insel Mayotte mit 187.000 Einwohnern und seit 1841 eine französische Gebietskörperschaft, hat sich nun in einem Referendum mit 95,2% für eine Zugehörigkeit zu Frankreich entschieden, und wird somit das 101. Départment und von 2011 an Teil der EU, mit Anspruch auf Sozialleistungen und Regionalhilfen. Die Menschen erhoffen sich verbesserte Lebensbedingungen. Die unabhängigen Komoreninseln jedoch erheben Anspruch auf Mayotte.

Auf der Fahrt von Grande Comore nach Anjouan sank eine Fähre und riss mindestens 30 Menschen in den Tod.

Mit Unterstützung durch Einheiten der Afrikanischen Union haben etwa 600 Soldaten der Zentralregierung ohne großen Widerstand die Hauptstadt und den Flughafen der Insel Anjouan eingenommen. Wo sich Col Mohammed Bacar, dessen Wahl zum Präsidenten der Insel letztes Jahr als illegal erklärt wurde, aufhält, ist unbekannt.

Länder