Volksabstimmung über Ausweitung der Präsidentenbefugnisse

Im vom Militär regierten Guinea-Bissau werden die Stimmen des Referendums über den Entwurf für eine neue Verfassung ausgezählt. Die Befugnisse des Präsidenten im Vorfeld der für Dezember angesetzten Parlamentswahlen würde erheblich gestärkt werden. Die Reformen würden das parlamentarische System durch ein Präsidialsystem ersetzen, wodurch das Staatsoberhaupt befugt wäre, den Ministerpräsidenten und die Regierung zu ernennen und zu entlassen sowie das Parlament aufzulösen. Die Junta erklärt, die Änderungen seien notwendig, um die Institutionen des Landes zu stabilisieren, bevor die zivile Herrschaft wiederhergestellt wird, doch die Opposition hat die Wähler unter Verweis auf Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten dazu aufgerufen, das Referendum zu boykottieren. Die Abstimmung findet weniger als ein Jahr nach der Machtübernahme durch das Militär im Anschluss an eine Präsidentschaftswahl statt und reiht sich damit in die lange Geschichte von Staatsstreichen und politischer Instabilität in Guinea-Bissau ein.