Mehr als 1.000 ehemalige namibische Fischereiarbeiter haben die isländische Staatsanwaltschaft gebeten, sie als Opfer in Strafverfahren im Zusammenhang mit dem „Fishrot“-Korruptionsskandal anzuerkennen, in den das isländische Fischereiunternehmen Samherji verwickelt ist. Die Arbeiter argumentierten, dass die mutmaßliche Korruption sie ihre Arbeitsplätze gekostet und zu finanziellen Notlagen, Unsicherheit in Bezug auf Ernährung und Wohnraum, Verschuldung sowie psychischen Belastungen geführt habe. Sollten die Anträge angenommen werden, könnten sie einen rechtlichen Präzedenzfall schaffen, indem sie ausländischen Opfern mutmaßlicher Korruption die Teilnahme an isländischen Strafverfahren ermöglichen und ihnen die formelle Anerkennung sowie eine Entschädigung für den erlittenen Schaden verschaffen. Im „Fishrot“-Skandal werden prominente Politiker und Geschäftsleute beschuldigt, Machenschaften betrieben zu haben, um die Kontrolle über wertvolle Fangquoten zu erlangen. Es wird vermutet, dass sie diese anschließend gegen Schmiergeldzahlungen an das isländische Fischereiunternehmen Samherji weitergeleitet haben.