Die Wahl, die über Angolas Zukunft entscheiden könnte, ist nicht die für 2027 angesetzte Parlamentswahl. Es könnte vielmehr die interne Wahl der regierenden MPLA auf dem Parteitag im Dezember 2026 sein. Denn der Spitzenkandidat der Partei, die die Parlamentswahl gewinnt, wird Präsident. Die MPLA regiert seit der Unabhängigkeit. Präsident João Lourenço darf laut Verfassung 2027 nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Er strebt jedoch im Dezember 2026 eine Wiederwahl als Parteichef der MPLA an. Wenn Lourenço einen geordneten Machtwechsel will, sollte er den Präsidentschaftskandidaten benennen, eine parteiinterne Debatte zulassen und jede Verfassungsänderung, die ihm zugutekommt, öffentlich ausschließen. Sollte er sich weigern, hat Angola Grund, das Schlimmste zu befürchten. Die Zukunft Angolas darf nicht einem Einzelmann, einer Ein-Parteien-Maschinerie oder stillen Aktivisten gehören.