Segen und Fluch: Tabakanbau

Die Tabakernte wird voraussichtlich die Rekordmarke von 360.000 Tonnen (360 Millionen Kilogramm) überschreiten. Rund 95% der mehr als 127.000 registrierten Tabakbauern in Simbabwe sind vertraglich gebundene Kleinbauern, auf die 85 % der gesamten Produktion entfallen. Da Kleinbauern keine traditionellen Landtitel besitzen, um sich normale Bankkredite zu sichern, springen von China unterstützte Firmen ein. Sie stellen Saatgut, Dünger und Betriebsmittel auf Kredit zur Verfügung und erhalten im Gegenzug das Recht, die Ernte aufzukaufen.  Verträge mit chinesischen Unternehmen sind eine zweideutige Angelegenheit: sie bringen Einnahmen und führen zu Abhängigkeiten. Viele Kleinbauern berichten, dass hohe Unternehmensgebühren, unvorhersehbares Wetter und streng kontrollierte Unternehmenspreise sie dauerhaft in Schulden stürzen. Kritiker sagen, dass Tabakunternehmen den Anbau nach Afrika verlagern, Ackerland der Nahrungsmittelproduktion entziehen und zur Entwaldung beitragen. Landwirte geben bewusst traditionelle Grundnahrungsmittel wie Mais und Sonnenblumen zugunsten von Tabak auf.