Quereinsteiger im Präsidentenamt

Tunesien – In der Stichwahl am Sonntag erhielt der pensionierte Juraprofessor Kais Saied über 70% der Stimmen. Der parteilose Akademiker ist ein Neuling in der Politik und wird als erzkonservativ bezeichnet. Unterstützung erhielt er besonders von Intellektuellen und jungen Tunesiern: Rund 90% der 18-25 Jährigen hätten für ihn gestimmt. Saied ist, nach dem Tod von Essebsi, der zweite gewählte Präsident nach dem „Arabischen Frühling“. Der große Zuspruch sollte ihn stärken, gegen die Korruption anzugehen und, nach den demokratischen Reformen, dem Land zu einem wirtschaftlichen Aufschwung zu verhelfen.