Schlagwort: Westsahara

Khali Henna Ould Errachid, der Präsident des königlichen Rates, in dem 142 Vertreter der Sahraouis, zusammengeschlossen sind, gab gestern seine Vorschläge für eine Autonomie der Westsahara bekannt. Der Plan steht im Einklang mit den Erwartungen des Königs Mohamed VI ., ist aber eine Absage an jede Unabhängigkeitsperspektive.

Eine kürzlich von Polisario unternommene Umfrage ergab, dass über 85% der jungen Saharawis den jetzigen Waffenstillstand beenden und wieder einen Krieg mit Marokko aufnehmen wollen. Der Friedensprozess zieht sich bereits über 20 Jahre hin ohne nennenswerten Durchbruch. Saharawis verlangen das von der UNO versprochene Referendum, um ihre Zukunft entscheiden zu können. Sie sind sich der verheerenden Folgen eines Krieges bewusst, wollen aber die menschliche Tragödie in den Lagern und die Unterdrückung durch marokkanische Kräfte nicht länger ertragen.

Gerade vor Beginn der neuen Verhandlungsrunde in New York haben Sicherheitskräfte eines der Protestlager mit 20,000 Menschen gewaltsam geräumt. Dreizehn Menschen starben; Hunderte wurden verletzt. Die Gewalt sei auf die nahe gelegene Hauptstadt El Aaiún übergesprungen, wo Häuser in Flammen aufgingen. Die sahrauischen Demonstranten fordern von Marokko ein Ende aller Diskriminierung.

Vor seiner sechstägigen Reise in die Westsahara hat König Mohammed VI. einen Konsultativrat für die Westsahara eingesetzt. Die 140 Mitglieder sollen dem König die Anliegen der Bevölkerung vortragen und zur Ausarbeitung einer Autonomielösung beitragen. Morokko hat in der Westsahara 200.000 Soldaten stationiert.

Der Weltsicherheitsrat drängt auf Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen Marokko und der Polisario Unabhängigkeitsbewegung. Um Kontaktmöglichkeiten auszuloten, schlägt der neue UN Sonderbeauftragte informelle Gesprächsrunden zwischen den Konfliktparteien vor. Das Mandat der UN Mission für ein Referendum in der Westsahara wurde bis 2010 verlängert.

Ein spanischer Richter hat eine Untersuchung wegen vermutlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Folter und Völkermord in den von Marokko annektierten Gebieten der Westsahara angeordnet.

Der angolanischen Vizepräsident, Fernando da Piedade Dias Dos Santos, kam in Luanda mit dem Außenminister der Demokratischen Arabischen Republik Sahara, Mohamed Salem Salek, zusammen Die Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten wurde besprochen. 1976 rief die die Befreiungsfront – Polisario, von Algerien unterstützt, die Demokratische Arabische Republik Sahara aus. Nach dem Abzug der Spanier hatten sich Marokko und Mauretanien die Westsahara untereiander aufgeteilt. Das Volk wartet auf den UN -Aufruf ein Referendum zur Selbstbestimmung durchzuführen.

In algerischen Flüchtlingslagern und in der von Marokko besetzten Region Westsahara beobachten sie die Revolution im Norden Afrikas mit Jubel und Unbehagen, nicht wissend, ob sie mitkämpfen oder sich besser still verhalten sollen. Algerien, das die Saharawis unterstützt und beherbergt, schlägt Proteste nieder; der Besetzer Marokko will nächste Woche auch demonstrieren.

Der Polisario Generalsekretär Mohamed Abdeazis hat in einem Gespräch mit Ban Ki Moon an die UNO appelliert, dem geplagten Wüstenland mehr Interesse und Aufmerksamkeit zu widmen. Auch ist er frustriert über die USA, die wegen dem Widerstand von Marokko und Frankreich die geplante Friedensmission nicht unterstützt. Es gibt Befürchtungen, dass die riesigen Sahraoui-Flüchtlingslager Brutstätten für islamistische Terroristen werden könnten. Junge Sahraouis sprechen immer öfter von einem neuen bewaffneten Kampf.

Der UNO-Sicherheitsrat hat die Mission MINURSO für Westsahara bis 2013 verlängert und drängt auf sofortige Verbesserung der Menschenrechte und eine Lösung des Problems durch ein Selbstbestimmungs-Referendum. Als nach der Unabhängigkeit von Spanien in 1975 Marokko große Teile des Landes völkerrechtswidrig besetzte, flohen viele Saharauis in die algerische Wüste, von wo auch POLISARIO lange kämpfte. Zwischen 1980 und 1987 baute Marokko einen 2,700 km langen Sandwall; er ist der längste Minengürtel der Welt. Am 14. April fanden gleichzeitig in europäischen Hauptstädten und in den Flüchtlingslagern Aktionen statt, um einen Schutzauftrag für die UNO Truppen zu erreichen.

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