Während die UNO und andere Organisationen Marokkos Vorgehen beim Räumen der Zeltstadt scharf kritisieren, hat Marokko die Sahrawi beschuldigt, brutale Angriffe auf die Sicherheitstruppen verübt zu haben.
Westsahara » Seite 4
Während die UNO und andere Organisationen Marokkos Vorgehen beim Räumen der Zeltstadt scharf kritisieren, hat Marokko die Sahrawi beschuldigt, brutale Angriffe auf die Sicherheitstruppen verübt zu haben.
Die Polisario hat nach Gesprächen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan einen Vorschlag, mit Marokko Verhandlungen über einen Autonomiestatus für die Westsahara zu beginnen, abgelehnt.
Auch nach 35 Jahren Streit zwischen Marokko und der Befreiungsgruppe Polisario gibt es wahrscheinlich wieder nur eine Verlängerung des UNO Mandats, weil die 1991 ausgehandelte Volksabstimmung immer noch nicht stattgefunden hat. Von den etwa 400,000 Bewohnern des Gebiets leben 160,000 in Flüchtlingslagern in Algerien. Marokko ist nicht gewillt, die wirtschaftlich vielversprechende Region aufzugeben.
Unter Vermittlung der UNO fand in Mahasset, in der Nähe von New York, eine dritte Runde von Verhandlungen zwischen der Polisario und der marokkanischen Regierung statt. Da sich keine gemeinsame Linie abzeichnete, wurden die Verhandlungen auf März vertagt.
Die Regierung der Westsahara hat das Angebot des marokkanischen Königs Mohamed VI, der Westsahara den Status eines autonomen Gebiets zu gewähren, abgelehnt. Sie bezeichnete den fünf-tägigen Besuch des Königs im Territorium der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS) als kolonial und als eine Missachtung des internationalen Rechts.
Khali Henna Ould Errachid, der Präsident des königlichen Rates, in dem 142 Vertreter der Sahraouis, zusammengeschlossen sind, gab gestern seine Vorschläge für eine Autonomie der Westsahara bekannt. Der Plan steht im Einklang mit den Erwartungen des Königs Mohamed VI ., ist aber eine Absage an jede Unabhängigkeitsperspektive.
Eine kürzlich von Polisario unternommene Umfrage ergab, dass über 85% der jungen Saharawis den jetzigen Waffenstillstand beenden und wieder einen Krieg mit Marokko aufnehmen wollen. Der Friedensprozess zieht sich bereits über 20 Jahre hin ohne nennenswerten Durchbruch. Saharawis verlangen das von der UNO versprochene Referendum, um ihre Zukunft entscheiden zu können. Sie sind sich der verheerenden Folgen eines Krieges bewusst, wollen aber die menschliche Tragödie in den Lagern und die Unterdrückung durch marokkanische Kräfte nicht länger ertragen.
Gerade vor Beginn der neuen Verhandlungsrunde in New York haben Sicherheitskräfte eines der Protestlager mit 20,000 Menschen gewaltsam geräumt. Dreizehn Menschen starben; Hunderte wurden verletzt. Die Gewalt sei auf die nahe gelegene Hauptstadt El Aaiún übergesprungen, wo Häuser in Flammen aufgingen. Die sahrauischen Demonstranten fordern von Marokko ein Ende aller Diskriminierung.
Vor seiner sechstägigen Reise in die Westsahara hat König Mohammed VI. einen Konsultativrat für die Westsahara eingesetzt. Die 140 Mitglieder sollen dem König die Anliegen der Bevölkerung vortragen und zur Ausarbeitung einer Autonomielösung beitragen. Morokko hat in der Westsahara 200.000 Soldaten stationiert.
Der Weltsicherheitsrat drängt auf Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen Marokko und der Polisario Unabhängigkeitsbewegung. Um Kontaktmöglichkeiten auszuloten, schlägt der neue UN Sonderbeauftragte informelle Gesprächsrunden zwischen den Konfliktparteien vor. Das Mandat der UN Mission für ein Referendum in der Westsahara wurde bis 2010 verlängert.