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Das Seerechtstribunal der Vereinten Nationen hat das Urteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) und eine Abstimmung in der UN-Generalversammlung bestätigt und Großbritannien aufgefordert, den Chagos- Archipel an Mauritius zurückzugeben. Die Inselgruppe im Indischen Ozean umfasst eine US-Militärbasis. Das Vereinigte Königreich hat gesagt, dass es die Inseln zurückgeben werde, wenn sie nicht mehr für Verteidigungszwecke benötigt werden. Es gibt jedoch einen wachsenden internationalen Konsens, dass Großbritannien den Prozess der Dekolonisierung sofort abschließen sollte.

Der mauritische Premierminister Pravind Jugnauth hat die Briten und Amerikaner wegen ihres Verhaltens gegenüber den Chagos-Inseln als „Heuchler“ und „Verfechter der Doppelzüngigkeit“ bezeichnet. Die Chagos-Inseln liegen zwischen Madagaskar, Sri Lanka und Indonesien und sind bis heute britische Kolonie. Als die Briten Mauritius 1968 in die Unabhängigkeit entließen, spalteten sie zuvor die Chagos-Inseln administrativ ab. Fast 2000 Bewohner wurden umgesiedelt. Auf der Hauptinsel Diego Garcia errichteten sie eine Militärbasis, die bis 2036 an die USA verpachtet ist. 2019 stimmte die UN-Generalversammlung mit überwältigender Mehrheit für die Rückgabe der Chagos-Inseln – 116 Staaten stimmten dafür, 6 dagegen. Das Vereinigte Königreich erklärt jedoch, den Souveränitätsanspruch von Mauritius nicht anzuerkennen.

Das verheerende Schiffsunglück führt nun auch zu einer politischen Krise. In der Hauptstadt Port Louis demonstrieren die Menschen mit folgenden Worten, „Ich bin stolz auf mein Land, aber schäme mich für meine Regierung“. Der Regierung wird Versagen mit dem Umgang der Katastrophe vorgeworfen.

Das Schiff MV Wakashio, das mit 200 Tonnen Diesel und 3.800 Tonnen Schweröl beladen, auf dem Weg von China nach Brasilien war, blieb auf einem Korallenriff vor der Insel stecken. Premierminister Pravind Jugnauth sagte, das Leck stelle „eine Gefahr“ für das Land dar, in dem bereits die Menschen an der Coronavirus-Pandemie leiden. Tausende von Arten rund um die unberührten Lagunen von Blue Bay, Pointe d’Esny und Mahebourg sind in Gefahr, mit schrecklichen Folgen für die Wirtschaft, die Ernährungssicherheit und die Gesundheit der Inselbewohner. Mauritius ist für Ernährung und Tourismus von seinen Meeren abhängig und verfügt über einige der schönsten Korallenriffe der Welt; es ist auch einer der weltweit größten Exporteure von Thunfisch. Wildhüter und Freiwillige haben Dutzende von Babyschildkröten und seltene Pflanzen von der Ile aux Aigrettes, einer Insel in der Nähe der Ölpest, auf das Festland gebracht, um sie zu schützen.

Mauritius – Als Mauritius unabhängig wurde, behielt Großbritannien das Chagos Archipel im nördlichen Indischen Ozean, 2100 km entfernt; „unrechtmäßig“, wie der Internationale Gerichtshof und die UN-Vollversammlung behaupten. Die koloniale Verwaltung verstoße gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Doch die Londoner Regierung hat keine Absicht, sich zurückzuziehen, denn auf dem Diego Garcia-Atoll ist ein großer Militärstützpunkt der USA, den Amerika noch bis 2036 von Großbritannien gepachtet hat, und der bei den Kampfeinsätzen gegen Afghanistan und Irak äußerst wichtig war. In dem aktuellen Konflikt mit dem Iran ist eine Übergabe nicht denkbar.

Mauritius – Das internationale Konsortium Investigativer Journisten analysiert in einem Bericht, wie die Gesetzgebung in Mauritius internationalen Unternehmen in Afrika hilft, Steuern zu vermeiden. Durch ein komplexes und legales System von Steuerabkommen und Briefkastenfirmen verlieren Entwicklungsländer jährlich Milliarden Dollar an Steuereinnahmen.

Mauritius – Mauritius hat Grund zur Partystimmung. Die Insel vor der afrikanischen Küste ist politisch stabil, wirtschaftlich erfolgreich und weitgehend friedlich. Kurz: eine afrikanische Erfolgsgeschichte. Ein Wermutstropfen: Das Staatsoberhaupt, die einzige Frau an der Spitze in ganz Afrika, soll öffentliche Gelder veruntreut haben. Am Ende der Jubiläumswoche soll sie zurücktreten.

Mauritius – Der Zyklon „Berguitta“ im südlichen Indischen Ozean gewinnt an Kraft je näher er den Inseln Mauritius und Réunion kommt. Eine Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern und sieben Meter hohe Wellen wurden beobachtet. Die Bewohner bereiten sich auf den schlimmsten Sturm seit 16 Jahren vor; sie befürchten heftige Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche. Der Flughafen Port Louis ist bereits geschlossen. Gerade im nördlichen Winter sind Hotels auf den Ferien Inseln voll ausgebucht.

Mauritius – Mit den neuen Flugzeugen plant die Insel, ihre geographische Lage im Indischen Ozean zu nutzen, um Asien, Afrika und Europa miteinander zu verbinden. Air Mauritius will Afrikas beliebteste Fluglinie werden. Manche Ziele werden schon angeflogen;mit Air France, KLM und den Emiraten gibt es bereits Joint Venture Flüge.

Mauritius – Als der 86-jährige Premier Anerood Jugnauth letzte Woche die Regierungsgeschäfte seinem Sohn Pravind übertrug, protestierten die zwei Oppositionsparteien heftig: Sie wollen keine Vater-Sohn Geschäfte, keine Monarchie. Sie bangen um die Demokratie und fürchten die Ankunft einer „Bananen-Republik“auf ihrer Insel; sie bestehen auf Wahlen. Doch Jugnauth Senior zitiert Großbritannien, wo David Cameron die Macht ohne Wahl an Theresa May übergab. Weil Papa Jugnauth weiterhin im Parlament sitzt, wird er als „Babysitter“ für seinen Sohn verspottet.

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