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Das Berufungsgericht in Casablanca hat, den prominenten Journalisten und Kritiker der Regierung ,Omar Radi, wegen sexueller Nötigung und Spionage, zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Radi bestreitet die Anschuldigungen. Aktivisten werfen den Behörden vor, das Justizsystem zu nutzen, um Andersdenkende zum Schweigen zu bringen. Amnesty International fand heraus, dass die Behörden „Pegasus“ benutzt hatten, um sein Telefon anzuzapfen. Marokko bestreitet dies.

Mit Hilfe der Spionagesoftware Pegasus, die von der israelischen Firma NSO produziert wird, haben Regierungen Kriminelle, Politiker, Aktivisten und Journalisten überwacht. Listen mit mehr als 50.000 Telefonnummern sind bekannt, die seit 2016 als mögliche Ziele für staatliche Überwachung ausgesucht worden sind, um sie auszuspionieren. Unter den 10 Ländern mit den meisten Telefonnummern sind auch Marokko und Ruanda, sowie  Aserbaidschan, Bahrain, Ungarn, Indien, Kasachstan, Mexiko, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America) stellte in einer internationalen Studie fest, dass afrikanische Regenwälder, im Vergleich zu denen in Amazonien oder Asien, gegenüber extremer Dürre wesentlich widerstandsfähiger sind. Für die Studie wurden insgesamt Pflanzen in einhundert verschiedenen Gebieten in den Ländern Kongo, Gabun, Ghana, Kamerun und Liberia untersucht. Die Regenwälder in West- und Zentralafrika können insgesamt 1,1 Milliarden Tonnen Kohlendioxid absorbieren.  

55 km von Kwala entfernt wurden an einer Straßenbaustelle 3 chinesische Staatsbürger und 2 Mauretanier entführt. Die Angreifer zerstörten auch die Baugeräte der chinesischen Baufirma Covec und der mauretanischen Straßenbaufirma ATTM. Ausländer werden häufig wegen Lösegeldforderungen entführt. Mali hat damit zu kämpfen, einen islamistischen Aufstand einzudämmen, der 2012 zunächst im Norden des Landes ausbrach, bevor er sich auf das Zentrum und die Nachbarländer Burkina Faso und Niger ausbreitete. Tausende von Menschen wurden getötet und Hunderttausende sind aus ihrer Heimat geflohen, während die wirtschaftlichen Auswirkungen auf eines der ärmsten Länder der Welt verheerend sind.

Die Hauptstadt Kigali wird ab dem 17. Juli für 10 Tage abgeriegelt. Das Land kämpft gegen eine schwere dritte Covid-19 Welle.

Während das Land im Chaos zu versinken drohte, gewinnen die Stimmen der Vernunft die Oberhand. Die katholische Bischofskonferenz (SACBC) mahnt, „Wir sollten nicht zulassen, dass die Meinungsverschiedenheiten über politische Angelegenheiten von kriminellen Absichten missbraucht werden, um Anarchie in unserem Land zu schaffen, die zu einer noch schlimmeren sozialen und wirtschaftlichen Situation führen wird, als wir als wir uns gegenwärtig befinden“. Der König der Zulu, ruft zu einem Ende der Unruhen auf, "Ich rufe zum Frieden auf... die Gewalt hat große Schande über uns alle gebracht. Dieses Chaos zerstört die Wirtschaft, und es sind die Armen, die am meisten leiden werden". RebuildSA Facebook, eine Freiwilligengruppe, hat bereits fast 27.000 Mitglieder, die bereit sind, geplünderte Einkaufszentren aufzuräumen, Geld zu spenden und Lebensmittel zu transportieren.

Der Rat für industrielle Entwicklung der Organisation der Vereinten Nationen (UNIDO) hat Entwicklungsminister Gerd Müller zum nächsten Generaldirektor der Organisation empfohlen. Der CSU-Politiker setzte sich gegen Kandidaten aus Äthiopien (Arkebe Oqubay) und Bolivien (Bernardo Calzadilla Sarmiento) durch. Er muss auf der Vollversammlung (29. 11 bis 3. 12. 2021) formell bestätigt werden. UNIDO, mit Sitz in Wien, wurde 1966 gegründet. Der UN- Organisation gehören 170 Staaten an; sie kümmert sich um die industrielle Entwicklung in ärmeren Ländern und hat dabei Armutsbekämpfung und Nachhaltigkeit im Blick. Er selbst sagt, „Ich bedanke mich für das große Vertrauen! Die globalen Krisen zu überwinden, bedarf einer starken multilateralen Antwort. Wir müssen jetzt vereint für eine bessere Zukunft handeln!“ Seit 2013 leitet der Chinese Li Yong UNIDO.

AstraZeneca, obwohl ein wirksamer Impfstoff, ist zum Ladenhüter geworden. Nordrhein-Westfalen baut seine Lagerbestände ab, „damit keine Impfstoffe weggeworfen werden müssen“, so Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, „denn es gibt weltweit noch Millionen, die gar keine Vakzine zur Verfügung hätten“. In Oberhausen will der Krisenstab der Stadt Krankenhäusern in Tansania 1000 AstraZeneca-Dosen spenden.

Die Vereinten Nationen teilen mit, dass sich der Hunger weltweit im Jahr 2020 dramatisch verschlimmert hat. Die Folgen von Covid-19 sind auch ein wahrscheinlicher Faktor. Schätzungsweise 1/10 der Weltbevölkerung – bis zu 811 Mill. Menschen – sind unterernährt. Mehr als die Hälfte der unterernährten Menschen (418 Mill.) leben in Asien, mehr als ein Drittel (282 Mill.) in Afrika und ein kleinerer Anteil (60 Mill.) in Lateinamerika und der Karibik. Prozentual gesehen verzeichnet Afrika den stärksten Anstieg von Hunger – mit schätzungsweise 21 % ist der Anteil der unterernährten Menschen dort mehr als doppelt so hoch wie in jeder anderen Region.

Der Wahlvorstand des Landes teilte mit, dass Abiy's Wohlstandspartei 410 von 436 Sitzen gewonnen hat, was ihm eine weitere 5jährige Amtszeit ermöglicht. Die Wahlen waren jedoch überschattet vom Boykott der Opposition, von logistischen Herausforderungen, dem Krieg in der zerrissenen Region Tigray und ethnischer Gewalt. In 3 der 10 Regionen Äthiopiens fand die Wahl nicht statt. Die Europäische Union hatte entschieden, keine Wahlbeobachter zu entsenden. 

Zitat

„Wir müssen die Zeit nutzen,
um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten...

Wir haben in diesen Wochen gelernt,
dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können."

Erklärung des Jesuitenordens in Europa

NEUES VOM NAD

Hintergrundpapier: Covid-19 in Afrika

Die Coronaepidemie erreichte Afrika mit zwei Monaten Verzögerung und bisher ist die Zahl der positiv Getesteten relativ klein.
Manche befürchten katastrophale Folgen; andere sehen Afrika in einer guten Position, die Krise zu meistern.

Unser pdfHintergrundpapier blickt auf die Stärken und Schwächen Afrikas im Kampf gegen die Pandemie.

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